Erschienen am: 07.04.2016, Ausgabe SPS-MAGAZIN HMIS 2016

Einsatz von Oculus Rift bei Simulationssoftware

Virtual Reality im Anlagenbau

Die neue Virtual-Reality-Brille Oculus Rift wurde ursprünglich für die Gaming-Szene entwickelt. Mit ihrer Hilfe und einer speziellen Software können sich Anwender jetzt auch virtuell durch die eigene simulierte Anlage bewegen. So lassen sich Projekte und Vorhaben genauer analysieren und mehrere Mitarbeiter können die simulierte Anlage im Rahmen einer Konferenzschaltung gleichzeitig besuchen.


So nah wie nie zuvor: mit der Oculus Rift in die eigene Anlage eintauchen.
Bild: Machineering GmbH & Co. KG

Machineering integrierte als Early Adopter die Oculus Rift in die firmeneigene Software IndustrialPhysics und machte die Virtual-Reality-Brille auf diese Weise zu einem sinnvollen Tool für die Industrie. Die Brille lässt sich schnell und intuitiv bedienen, ist nicht mehr so wuchtig wie die ersten VR-Brillen und durch variable Sichtabstände auch für Brillenträger geeignet. Durch den kompakten, integrierten Bildschirm und ihr geringes Gewicht lässt sie sich über einen längeren Zeitraum angenehm tragen. Neben dem visuellen Effekt bietet sie auch ein auditives Erlebnis: Die beiden integrierten Headsets sorgen für 360°-Surround-Sound. OLED-Displays ermöglichen ein breites Sichtfeld von 110° in Full-HD. Durch einen integrierten Sensor haben Anwender die Möglichkeit, die VR-Brille sowohl im Sitzen als auch in Bewegung verzögerungsfrei einzusetzen. Die gleichzeitige Nutzung der Simulationslösung IndustrialPhysics ermöglicht jetzt einen noch tieferen Einstieg in die visualisierte Anlage. Bisher waren Anwender der Software in der Lage, Maschinen, Anlagen oder Teile auf dem Bildschirm zu entwickeln, zu verbessern und zu überwachen. Sie konnten den Materialfluss überprüfen und Störungen schnell und punktuell lokalisieren. Durch das zusätzliche Tool VR-Brille kommen sie noch dichter an die entsprechende Anlage heran.

Die VR-Brille im Einsatz

In erster Linie nutzen Anwender die Oculus Rift für das virtuelle Begehen von Anlagen. Hersteller von einzelnen Maschinen oder ganzen Anlagen nutzen die Simulationssoftware, um ihre Kunden jederzeit über die Fortschritte im Entwicklungsprozess auf dem Laufenden zu halten. So können sie sich sicher sein, dass der Hersteller allen Wünschen und Anforderungen entspricht und den vereinbarten Liefertermin einhält. Auftraggeber haben die Möglichkeit, sich ihre Anlage in 3D von allen Perspektiven aus zu betrachten. Simulationsmodelle dienen zudem inzwischen als gemeinsame Kommunikationsplattform für verschiedene Bereiche im Unternehmen. Softwareentwicklung, Konstruktion und Mechatronik finden somit eine gemeinsame Anlaufstelle, über die sie durch den gesamten Entwicklungsprozess hindurch gemeinsam arbeiten und kommunizieren können. Von dem dadurch beschleunigten Arbeitsprozess profitieren Mitarbeiter und Kunden. Vor allem bei größeren Unternehmen ist es oftmals so, dass Mitarbeiter unterschiedlicher Disziplinen nicht im gleichen Gebäude oder am selben Ort tätig sind. Hier schafft die zusätzliche Nutzung der VR-Brille Abhilfe. Mitarbeiter können im Rahmen einer Konferenzschaltung gleichzeitig die simulierte Anlage begehen. Auf diese Weise lassen sich Anlagen noch gezielter analysieren. Zwar sieht nur derjenige, der die Brille trägt, die Anlage in 3D direkt vor Augen. Die Konferenzteilnehmer können durch Sichtpunkte jedoch genau verfolgen, wohin der Träger gerade sieht und wovon er spricht. Das erleichtert die Kommunikation über komplexe Anlagen.

Blick in die Zukunft

Die Oculus Rift könnte schon bald fester Bestandteil vieler Simulationsmodelle sein. Sie kommt schon im gesamten Entwicklungsprozess zum Einsatz. Auch wenn die reale Maschine bereits in Betrieb ist, kann die VR-Brille zukünftig hilfreich sein. Bei der allgemeinen Überwachung des reibungslosen Ablaufs hat der Verantwortliche mithilfe der VR-Brille die Möglichkeit, virtuell durch die Anlage zu wandern, ohne sich dabei von seinem Platz zu bewegen. In Echtzeit werden alle Abläufe auf die Brille übertragen. Der Mitarbeiter bleibt über mehrere Standorte hinweg in seinem Leitstand und überwacht die betreffenden Anlagen aus der Ferne. Kommt es in einer der Anlagen zu einer Störung des Ablaufs, hat der verantwortliche Mitarbeiter sofort die Möglichkeit, in 3D und Echtzeit die betreffende Stelle genau zu betrachten und über den etwaigen Schaden Meldung zu machen.

Gemeinschaftsstand Jung & Innovativ

Das Unternehmen Machineering ist auf der Hannover Messe Mitaussteller auf dem Gemeinschaftsstand Jung & Innovativ im Ausstellungsbereich Digital Factory (Halle 8, Stand F14). In diesem Rahmen ermöglicht das BMWi Startups und jungen Unternehmen aus Deutschland die Teilnahme an der Industrieleistungsschau zu günstigen Bedingungen, um die Vermarktung von innovativen Produkten zu fördern und zu unterstützen. Andere Mitaussteller sind die Firmen AED Eingineering, AmpereSoft, BI Excellence Software, Catkin, Quantitec, Roboyo, SIM-ERP, Userlutions, Volavis oder 3D Fab.