Erschienen am: 03.03.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 3 2017

Planungssoftware für Test und Montage von Mikrobauteilen

Anpassungsfähig planen

Unternehmen aus Medizin, Raumfahrt oder Autoindustrie setzen in zunehmendem Maße Mikrobauteile ein. Dabei ist es erforderlich, dass die Bauteile die vorgeschriebenen Toleranzen einhalten. Für die Planung und Dokumentation von Test und Montage solcher Mikrokomponenten bietet die passende Planungssoftware flexible Anpassungsfähigkeit und gute Integrationsmöglichkeiten in Unternehmensprozesse.


Winzige optische Linsen und Mikroteile aufnehmen oder optisch vermessen: Die Geräte von FiconTec arbeiten auch mit Hilfe der Planungssoftware Ecscad sehr präzise.
Bild: FiconTec Service GmbH

Seit 15 Jahren entwickelt und fertigt FiconTec Maschinen für Zusammenbau und Test von mikrooptischen und optoelektronischen Komponenten, Modulen und Subsystemen. Die Geräte platzieren z.B. Spiegel, Laserdioden oder Prismen mit einer reproduzierbaren Genauigkeit im Submikrometerbereich. Das Designteam für die Elektronik ist vor fünf Jahren auf die Software Ecscad umgestiegen. "Die Kosten pro Arbeitsplatz und für die Wartung des bisherigen Systems waren zu hoch", erinnert sich der Elektroingenieur Alexander Katsis. Eine mehrmonatige Teststellung zeigte, dass die neue Lösung sich flexibel an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassen lässt.

Anpassungsfähige Datenbanken

Parallel zur Entwicklung der ersten Schaltpläne mit Ecscad begannen die Ingenieure, eigene Symbole zu entwickeln. Mittlerweile gibt es rund 1.000 Pneumatik- und Sensoriksymbole, Stecker, SPS-Bausteine oder VDBs. Und wie die Symbolbibliothek wächst auch die Bibliothek der Makros, die Anlagenteile beschreiben, die so oder ähnlich immer wiederkehren. Die Arbeit mit Makros und die Möglichkeit, Anlagenbereiche aus einem Projekt in ein anderes zu kopieren, beschleunigen den Einstieg in neue Projekte. Nicht nur die Bibliotheken lassen sich nach eigenen Bedürfnissen gestalten. Die Datenbanken der Planungssoftware sind ebenfalls frei zugänglich und lassen sich einfach mit Microsoft Access bearbeiten.

Kommunikation vereinfachen

Dass die Software ein komplettes AutoCAD enthält, hatte man anfangs mehr oder weniger zur Kenntnis genommen. Erst bei der Benutzung zeigten sich die Vorteile: So lassen sich Elektroplanungen durch Konstruktionszeichnungen und sogar durch PDF- und Bilddateien ergänzen. "Ein Foto eines Anschlusspanels lässt sich leichter interpretieren als eine gezeichnete logische Box", erklärt Katsis. "Unsere Techniker sind so in der Lage, die Informationen schneller und sicherer zu verarbeiten." Umgekehrt ist es möglich, die Elektropläne im DWG-Format auszugeben und in mechanische Konstruktionszeichnungen einzubinden, was wiederum die Kommunikation innerhalb des Unternehmens vereinfacht.

Effiziente Dokumentationen

Die Dokumentationen für Techniker und Kunden erzeugt die Planungssoftware als intelligente PDF-Dateien. Anwender folgen dann den Querverweisen per Mausklick und bewegen sich auf diese Weise schnell durch einen Plan. Die Pläne sind augenfreundlich aufgebaut, d.h. die Informationen sind nicht eng gepackt, aber dafür umfasst jede Dokumentation 80 bis 150 Seiten. Die Funktion für gezieltes Springen erweist sich bei diesem Umfang als praktisch.

Schnittstelle zur Warenwirtschaft

Inzwischen ist die Software auch in die elektronischen Unternehmensprozesse eingegliedert. Das Unternehmen setzt für die Warenwirtschaft Microsoft Dynamics NAV ein. Mensch und Maschine entwickelte gemeinsam mit Cosmo Consult eine Schnittstelle, über die die Software in der Lage ist, auf Artikeldaten im Warenwirtschaftssystem zuzugreifen. Damit ist eine weitere Fehlerquelle ausgeschaltet: Es ist nicht mehr erforderlich, Artikelnummern manuell einzugeben. In den nächsten Monaten soll auch die andere Richtung implementiert werden. Dann wird die Planungssoftware Informationen ins ERP zurückschreiben können, um z.B. Bestellungen auszulösen.