Erschienen am: 03.03.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 3 2017

Neue modulare Umrichterfamilie

Durchgängig und vielseitig

Die Applikationsumrichter vom Typ Movidrive modular bilden den ersten Teil des neuen Automatisierungsbaukastens Movi-C. Mit dessen Einführung will SEW-Eurodrive den Generationswechsel bei seiner Automatisierungstechnik und Antriebselektronik einläuten.


Umrichter der dritten Generation: Mit Movidrive modular startet SEW-Eurodrive den Launch seines neuen Antriebs- und Automatisierungsbaukastens Movi-C.
Bild: SEW-Eurodrive GmbH & Co KG

Das Bruchsaler Unternehmen SEW-Eurodrive präsentiert die Movidrive-modular-Umrichter als ersten zentralen Bestandteil seines neuen Automatisierungsbaukastens Movi-C. In der letzten Ausbaustufe soll dieser dann den kompletten Bereich der Antriebselektronik, begonnen von der Steuerungstechnik, über Software und Umrichtertechnik bis hin zu Visualisierung und Motortechnik.

Neue Umrichtergeneration

"Wir haben Movi-C auf der SPS IPC Drives 2016 vorgestellt", sagt Thorsten Götzmann, zuständig für die neuen Produkte bei SEW. "Aber wir stellen die Geräte bereits seit einem Jahr ausgewählten Kunden für deren Applikationen zur Verfügung." Movi-C ist als modularer und skalierbarer Baukasten konzipiert, das gilt auch für die Umrichter. "Der Anwender findet hinsichtlich Baugröße, Funktionalität und Leistungsklasse genau das, was er braucht", versichert Götzmann. Movidrive modular soll die Ablöse der Umrichter-Vorgängergeneration einleiten, die SEW-Eurodrive bereits 1996 auf den Markt gebracht hat und die auch noch weitere zehn Jahre verfügbar sein soll. "Auch mit der neuen Umrichtergeneration planen wie eine nachhaltig verfügbare Produktfamilie. "Bei Offenheit und Durchgängigkeit der Kommunikation setzen wir über die Grenzen der Produktgruppen hinweg auf einheitliche Strukturen", so Götzmann weiter. "und ermöglichen damit u.a. eine einfache und schnelle Inbetriebnahme."

Performance und Sicherheit

"Bei den modularen Umrichtern gehen wir 180A bei 1250% Überlast", so Götzmann. "Damit sind wir eines der größeren Systeme auf dem Markt." Im Zusammenspiel mit dem Movi-C Controller power kann der Applikationsumrichter bis zu 32 interpolierte Achsen regeln. Die Geräte sind zudem für unterschiedliche Motorenarten geeignet, u.a. für Asynchronmotoren, Synchronmotoren, Servomotoren oder LSPM. Sicherheitsseitig ist die Funktion STO standardmäßig integriert. Weitere Safety Features lassen sich über Optionskarten integrieren und ggf. auch nachrüsten. Für eine höhere Energieeffizienz lassen sich die neuen Umrichter auf 24V-Standbymodus schalten, verbrauchen dann nur marginal Energie und sind bei Bedarf in 500ms wieder einsatzbereit. Weiteres Highlight der Umrichter ist die optional als Einkabellösung ausgeführte Anschlusstechnik. Hier setzt der Anbieter auf eine eigene Hybridkabel-Lösung, die hohe Datenraten über Distanzen bis 200m sicherstellt. Auch Doppelachs- und Rückspeisemodule, Energiespeicher, DC-Verschienung, Energiemanager sowie die Anzeige aktueller Energieleistungsdaten werden angeboten.

Wichtiger Stellenwert der Software

Die zum Baukasten gehörende Engineering-Software Movisuite ist auf einfache Inbetriebnahme, Konfiguration und Diagnose ausgelegt - egal ob Standard- oder Safety-Komponenten, ob einzelne Umrichter oder ganze Maschinen und Anlagen. Ergänzend zur klassischen Programmierung ist auch die reine Parametrierung über eine Vielzahl von Software-Applikationsmodulen möglich. Weitere Bausteine des Movi-C-Systems will SEW auf der Hannover Messe 2017 zeigen.