Erschienen am: 03.03.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 3 2017

Marktplatz Industrie 4.0

Lösungsforum für zukunftstaugliche Anwendungen

Industrie 4.0 und die digitale Transformation sind als Trendthemen unserer Zeit seit einigen Jahren sehr präsent. Doch geht es statt um Zukunftsvisionen inzwischen immer öfter um den praktischen Nutzen und die schnelle Umsetzung entsprechender Projekte. Diese Entwicklung aufgreifend wurde der Marktplatz Industrie 4.0 ins Leben gerufen, der als neuer Bestandteil des Automatisierungstreffs einen Schwerpunkt auf konkrete Use Cases für Industrie 4.0 und IIoT legt.


Der Automatisierungstreff als Kommunikationsplattform wird erstmals um den Marktplatz Industrie 4.0 ergänzt.
Bild: Strobl GmbH

Der Marktplatz Industrie 4.0 richtet sich an Anwender, Praktiker und Macher, die die digitale Transformation in ihren Unternehmen voranbringen wollen. Mit dieser Ausrichtung ergänzt dieses Forum den Automatisierungstreff als Kommunikationsplattform für die Präsentation und Diskussion neuer Technik und Trends, der vom 28. bis 30. März wieder in der Kongresshalle in Böblingen stattfindet.

Ganzheitlicher Nutzen

Damit Industrie 4.0 für den Anwender attraktiv wird, müssen Vorteile der Digitalisierung klar dargestellt werden. Der Marktplatz Industrie 4.0 will es den Besuchern ermöglichen, den ganzheitlichen Ansatz von Industrie 4.0 und IIoT zu verstehen und den Wert einer entsprechenden Applikation zu erkennen. Nur durch das nahtlose Zusammenspiel von allen Ressourcen einer Fabrik, vom kleinen Sensor in der Produktion bis zur Management-Software in der Geschäftsführung, wird die Grundlage für eine signifikant höhere Wertschöpfung erreicht. "Der Marktplatz Industrie 4.0 liefert keine technischen Präsentationen von Teilbereichen, sondern eine Plattform zur Vorstellung von Ideen und praktischen Lösungen, die echten Mehrwert aufzeigen", betont Sybille Strobl, Geschäftsführerin des Veranstalters.

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Gewinnbringende Anwendung

Die Zielgruppe des Marktplatzes Industrie 4.0 ist breit. Dazu gehören:

  • • technisches und kaufmännisches Management, welches die gewinnbringende Anwendung von Industrie 4.0 im Fokus hat,
  • • IT-Fachleute, die die Daten der Produktionsebene als Basis zur Entwicklung intelligenter Software-Funktionen benötigen,
  • • Technische Leiter und Projektierer, die sich effizientere Verfahren zur Verbesserung der Produktionsabläufe wünschen,
  • • Anlagenplaner in der Automotive-Industrie, die große Anlagen effizienter verwalten müssen und mithilfe der IT flexibler machen wollen,
  • • sowie Service- und Instandhaltungs-Techniker, die eine automatische Selbstüberwachung aller Geräte wünschen und mehr Effizienz bei der Wartungsplanung erreichen wollen.

Das Ziel: Der Anwender kommt mit einer Aufgabenstellung zum Automatisierungstreff und entdeckt auf dem Marktplatz bereits eine passende Anwendungslösung oder zumindest eine entsprechende Idee zur Umsetzung. So bündelt das neue Forum Anbieter verschiedener Produkte und Disziplinen an einem Ort und stellt dem Marktbesucher verfügbare Use Cases vor. Jeder Fall beinhaltet eine konkrete, nachvollziehbare Aufgabenstellung und stellt den Lösungsweg mit Industrie-4.0- bzw. IIoT-Funktionalität vor. "Interessierte kommen mit konkreten und klaren Applikationsanfragen zum Marktplatz", betont Stefan Körte, Bereichsleiter bei Hilscher und Teilnehmer auf dem Marktplatz Industrie 4.0. "Für uns Aussteller stellt es einen sportlichen Ehrgeiz dar, für die Anfragen der Besucher die bestmögliche Lösung zu finden." Laut Körte bietet sich hier ein ideales Konzept, wenn es beim Thema Industrie 4.0 darum geht, konkret zu werden. Für ihn ist die Technologie für Industrie 4.0 nun einsatzbereit. "Wenn man dann aber immer nur über theoretisch mögliche Ansätze spricht, kommt man nicht weiter", so Körte. Der Marktplatz Industrie 4.0 wird hingegen praxistaugliche und erprobte Use Cases vorstellen. Unter anderem wird Hilscher zusammen mit IBM eine Industrie-4.0-Implementierung zeigen, die beide Unternehmen bei John Deere in Mannheim bereits umgesetzt haben. Um sicherzustellen, dass die Use Cases für den Marktplatz Industrie 4.0 den Anforderungen der Besucher gerecht werden und zu der Vision sowie dem Charakter des neuen Forums passen, überprüft ein unabhängiger Beirat die Use Cases, die vorher mit einer Kurzbeschreibung eingereicht werden. Für Anwender wie Angelo Bindi, CIO bei Aperam, ist der Marktplatz Industrie 4.0 genau der richtige Ansatz, um gute Ideen zu generieren. Ein Dreh- und Angelpunkt stellen für ihn herstellerunabhängige Kommunikationslösungen von der Feldebene bis zur Cloud dar: "Marktplätze sind seit Jahrtausenden bekannt", betont er. "Der Marktplatz Industrie 4.0 wird helfen, die richtigen Fragen zu stellen, um das Thema Industrie 4.0 transparenter zu gestalten."

Wie ändert sich der Automatisierungstreff durch das neue Format, Frau Strobl?

Sybille Strobl: Die Fachaustellung, wie sie den Automatisierungstreff bisher begleitete, wird es in dieser Form nicht mehr geben - sie wird vom Marktplatz Industrie 4.0 abgelöst. Statt der einzelnen Produkte eines Herstellers kann sich der Besucher nun konkrete Use Cases für Industrie 4.0 anschauen. Die Anwendungen werden online auch bereits im Vorfeld der Veranstaltung vorgestellt, sodass interessierte Besucher bei ihrer Vorbereitung entsprechend Zeit für den Marktplatz Industrie 4.0 einplanen können. Schließlich soll der Besucher vor Ort mit den Ausstellern dann auch wirklich ausführlich ins Gespräch kommen. Damit beide Seiten ausreichend Zeit haben, kann sich der Besucher auf der Internetseite schon für die Use Cases seiner Wahl anmelden - so wie er das auch für die Workshops macht.

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Es ist also eine Ergänzung des Programms in Richtung konkreter Anwendungen?

Strobl: Ja, und diese ermöglicht eine außergewöhnliche Tiefe, wie es sie auf klassischen Ausstellungen und Messen überhaupt nicht gibt. Wer auf den Marktplatz Industrie 4.0 geht, kommt mit konkreten Informationen zurück. Durch diese Eigenschaft handelt es sich um eine Plattform, wie es sie in der Automatisierungs-Veranstaltungslandschaft bislang noch nicht gegeben hat.

Wie wird denn das Verhältnis von IT- und Shopfloor-Spezialisten auf dem Marktplatz Industrie 4.0 sein?

Strobl: Es sind beide Gruppen auf dem Marktplatz vertreten - sowohl IT als auch OT. Einige Aussteller präsentieren ihre Use Cases sogar im Verbund: so z.B. Hilscher und IBM oder CSM Systems und IBHsoftec. Sie zeigen ihre Projekte gemeinsam. Letztendlich kann ja kein Hersteller eine komplette Industrie-4.0-Lösung anbieten, sondern immer nur seinen Teil dazu beitragen. D.h. Zusammenarbeit, Networking und Austausch sind bei der Realisierung ohnehin unerlässlich.

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Wie viele Aussteller präsentieren sich bei der Premiere des Marktplatzes Industrie 4.0?

Strobl: Wenn man ein so neuartiges Konzept präsentiert, dann ist es nicht immer so leicht, die Unternehmen von einer Teilnahme zu überzeugen. Das war damals, als wir die Workshops erstmals angeboten haben, nicht anders - und heute handelt es sich um einen sehr erfolgreichen Kernbestandteil des Automatisierungstreffs. Dennoch haben wir im Fall des Marktplatzes einige Pioniere gewinnen können - 13 Unternehmen stellen bei der Premiere ihre Anwendungen vor. Darunter werden viele Ideen sein, die der Anwender auf Messen und Co. sicherlich noch nicht zu Gesicht bekommen hat.

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