Erschienen am: 14.04.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN Hannover Messe 2017

Wago auf der Hannover Messe 2017

Cloud Connectivity im Fokus

Was vor wenigen Jahren noch stark nach Zukunft klang, hat mittlerweile seinen Einzug in die automatisierungstechnische Praxis gehalten: das industrielle IoT. Entsprechenden einsatzbereiten Lösungen haftet kaum mehr Visionäres an. Ganz im Gegenteil: Sie werden vom Anwender heute konkret nachgefragt. Deshalb lautet die zentrale Botschaft von Wago auf der Hannover Messe: Unsere Steuerungen sind fit für das IoT und die Cloud.


Mit einem einfachen Upgrade werden die SPSen der Baureihen PFC100 und PFC200 von Wago zu IoT-Controllern, die Daten aus der Feldebene in die Cloud senden. Dort können diese Daten dann aggregiert und für Analysen genutzt werden. So schaffen sie Mehrwert für den Anwender - ob zur Effizienzsteigerung in der eigenen Produktion, zum Energiemanagement im Gebäude oder zur Entwicklung neuer Services. Auch bestehende Anlagen werden IoT-ready und somit zukunftsfähig. Damit bildet die PFC-Familie die Grundlage für eine nachhaltige Unternehmenswelt. Mit nur wenigen Handgriffen lassen sich die Controller zum IoT-Device umrüsten - durch die Firmware-Erweiterung und die Programmierung der IEC-Applikation mit der entsprechenden Bibliothek. Dann lassen sich Zustandsinformationen wie Run/Stop, Verbindungsstati, Geräteinformationen sowie im IEC-Programm definierte Variablen in eine Cloud senden und beispielsweise visualisieren. Ob der Controller die Daten dabei zu Microsoft Azure, Amazon Web Services oder IBM Bluemix schickt, bleibt dem Kunden überlassen. Auch Anbindungen an Third-Party-Lösungen sind aufgrund des standardisierten Protokolles MQTT machbar. Die Daten werden im JSON-Format (Javascript Object Notation) übertragen, die Verbindung ist per TLS verschlüsselt.

Das Thema Cloud Connectivity nimmt einen zentralen Stellenwert bei Wago auf der Hannover Messe ein. Entsprechend ist der Messestand in Halle 11 konzipiert: Als Blickfang und Attraktion für die Besucher wurden zwei Rennräder über Wago-Controller mit dem IoT verbunden. Ambitionierte Messebesucher können hier gegeneinander antreten, während die dabei erfassten Daten über die Asset Management Cloud von Wago und M&M visualisiert werden.

Vom Controller in die Cloud

Neben diesem spielerischen IoT-Ansatz ist auch der fachliche Ausstellungs- und Informationsbereich durchgängig auf die Cloud ausgerichtet. "Wir haben unsere klassische E!Cockpit-Beratung auf der HMI um das Thema Cloud Connectivity erweitert", erklärt Dirk Volkening, Produktmanager bei Wago. "Konkret heißt das: Wir können an unseren Beratungstischen auf dem Messestand eine Verbindung von der Feldebene - also den vor Ort installierten PFC-Controllern - mit dem Internet aufbauen." Die in der Steuerung simulierten Daten werden dann in einer IBM Bluemix oder Microsoft Azure Cloud visualisiert oder von Amazon Web Services verarbeitet. Der Clou aus technischer Sicht ist laut Volkening, dass über ein Update MQTT auf allen Wago-Controllern der PFC-Serie bereit gestellt wird. "Der Kunde kann sich im Anschluss an den Messebesuch online anmelden und eine Demoversion unserer MQTT-Lösung zum Test herunterladen", so der Produktmanager weiter. Sie beinhaltet sowohl ein Firmware-Update für unsere Controller als auch Funktionsbausteine E!Cockpit oder Codesys 2.3. Verwendet der Kunde die Bibliothek in seinem IEC-Programm, hat er eine ganz einfache Möglichkeit, um Daten in die Cloud zu schicken." Es geht aber nicht nur um erfasste Betriebsdaten. Auch den Zustand des Controllers kann man in die Cloud senden und dort abgleichen. Gleiches gilt für IP- oder MAC-Adressen. Die Sicherheit ist in Punkto IoT natürlich ein großes Thema: "Die Verbindung von der Wago-SPS in die Cloud wird typischerweise TLS-verschlüsselt und ist damit sehr sicher", sagt Volkening. Die Linux-basierte Strategie von Wago und die darauf aufsetzenden Sicherheits-Features kann sich der HMI-Besucher detailliert an den Beratungstischen auf dem Wago-Stand vorführen lassen. "Ausschlaggebend dabei ist, dass der Anwender jederzeit die komplette Kontrolle darüber behält, welche Daten in die Cloud kommen und welche nicht", betont Volkening. Genauso beim umgekehrten Weg: Wenn es um Daten aus der Cloud auf den Controller geht: Dann dürfen nur die Befehle ausgeführt werden, die der SPS-Programmierer definiert hat.

Von der Cloud auf den Controller

Auch den Weg aus der Cloud auf die SPS kann der Messebesucher live in Hannover erleben, sowohl bei Wago als auch im Rahmen des Messeauftrittes von Amazon Web Services. Auf beiden Ständen ist eine Applikation aufgebaut, mit der sich über ein Mikrofon und dem sprachgesteuerten Cloud-Service Alexa Sprachbefehle in die Amazon-Cloud senden lassen. Sie werden online ausgewertet, landen dann über MQTT wiederum auf den Wago-Controllern und lösen entsprechende Vorgänge aus. Mit dem Alexa-Showcase will Wago einen Blick über den üblichen Tellerrand der Automatisierung hinaus werfen und aufzeigen, was heute schon technisch möglich ist. "Es ist aber nicht bloß Spielerei", so Volkening. "Es gibt einige denkbare industrielle Anwendungsfälle." So z.B. bei Wartungseinsätzen, wenn der Technikers beide Hände benötige, gleichzeitig aber Parameter in der Steuerung zu ändern seien.

Große Nachfrage auf der HMI

"Das Thema Cloud liegt beim Anwender absolut im Fokus", ist Volkening sicher. "Damit wird auf der Hannover Messe eine sehr große Nachfrage einhergehen." Deswegen zeigt die Wago-Tochterfirma M&M ein weiteres Cloud-Szenario am Microsoft-Stand. Es basiert auf Azure und dem Asett Management, das von M&M entwickelt wurde. "Außergewöhnlich ist in allen Fällen, wie einfach unsere Controller via Plug&Play in Cloud-Umgebungen zu integrieren sind - ganz egal ob Azure, Amazon oder IBM", betont der Produktmanager. Insgesamt spannt Wago in Sachen IoT also den Bogen vom Stand heute über demnächst nutzbaren Features bis hin zu zukünftigen Anwendungen wie einer Sprachsteuerung. "Die Wago-Message für die Hannover Messe lautet ganz klar: Unsere Steuerungen sind Cloud-fähig", resümiert Dirk Volkening. "Was der Kunde dann in der Cloud damit macht, dem sind keine Grenzen gesetzt: von der Visualisierung über Predictive Maintenance bis hin zu Machine-Learning-Anwendungen."