Erschienen am: 22.05.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 5 2017

Remote-Visualisierung für Siemens-CPUs

Stärkung der Unabhängigkeit

Ob als kostengünstiger Ersatz, als Zusatzvisualisierung oder als alternative Panel-SPS mit Onboard-I/Os: Neben der S7-SPS-Hardware bietet Insevis mit seinen Softwaretools dem Anwender die Möglichkeit, Zusatznutzen kostenfrei zu generieren. Gerade für den Betriebsmittelbau können damit Kostenersparnisse realisiert werden, die das Applikationsbeispiel aus der Zulieferindustrie zeigt.


Seit einigen Jahren kommen die Insevis-S7-SPSen als S7-Alternative bzw. -Erweiterung in zahlreichen preissensiblen Anwendungen zum Einsatz. Die Steuerungen sind via Simatic Manager 5.5 oder TIA-Portal V13/14 programmierbar. Dabei bieten sie neben dem bestehenden S7-Programm (in AWL, KOP, FUP, S7-SCL, S7-Graph) einige zusätzliche Onboard-Schnittstellen und Sonderfunktionen. Auf diese Weise kann der Anwender innerhalb der S7-Welt sehr spezifisch auf die jeweiligen Anforderungen einstellen, einschließlich Möglichkeiten wie Know-how-Schutz, kundenspezifische Firmware und Update per Micro-SD-Karte. Der Hersteller bietet drei CPUs an, deren Befehlsumfang quasi der S7-315-2PNDP entspricht. Der 512kB bis 1MB große Arbeitsspeicher ist für die klassischen Anwendungen völlig ausreichend, MMC-Zusatzkarten sind für den S7-Programmablauf nicht nötig. Für Archivierungen und Software Updates wird eine Micro-SD-Karte verwendet. Die Steuerungen verfügen in der Grundausführung bereits über Ethernet (TCP, UDP, S7-Kommunikation), Modbus (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer2) sowie einen seriellen CP mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Das Modell CPU-T beinhaltet zudem zwei getrennt konfigurierbare Ethernet-Anschlüsse, was den Einsatz als S7-programmierbares Feldbus-Gateway ermöglicht. Zusätzlich können die CPUs mit Profibus DP Master/Slave oder mit Profinet I/O-Controller ausgerüstet werden. Die dafür nötigen SFCs und SFBs stehen kostenlos im Internet zur Verfügung, neben Beispielanwendungen und Demovideos zu deren Handling.

Ersatz für WinCC-flexible Panels

Für Anwender, die nicht auf TIA Portal umsteigen sondern weiter mit dem SimaticManager arbeiten wollen, wird es zunehmend zur Herausforderung, bezahlbaren Ersatz für in die Jahre gekommene WinCC-flexible-programmierbare Panels zu beschaffen. Dafür bietet Insevis schnelle Panels von 3,5 bis 15,6", die auf einfache Projektierung ausgelegt sind. Sie können mit S7-Ethernet-SPSen sowie über Adapter mit S5- und S7-MPI-Steuerungen kommunizieren. Eigenschaften wie Variablenimport samt Symbolik aus SimaticManager oder TIA Projekt, ein umfangreiches Störmeldesystem mit bis zu 1024 archivierbaren Alarmen und 1024 Ereignissen, 64 Trendkanäle, 64 Rezepturen mit 256 Elementen und 256 Datensätzen, Benutzerverwaltung mit neun Ebenen und eine unbegrenzte Anzahl von Sprachen, sowie vielfältige Log- und Archivierungsfunktionen bieten viele einfache Lösungsansätze für komplexe Visualisierungsaufgaben. Darüber hinaus hat der Anbieter seine Visualisierung für die Remote-Anzeige bestehender S7-CPUs jetzt freigegeben auf PC-Monitorgröße bis 3000x3000 Pixel. Durch das ähnliche Handling wie bei WinCC flexible ist die Visualisierung mit dieser kostenlosen Software einfach umzusetzen. Dann erzeugt ein Compiler eine Binärdatei, die normalerweise in die Panels geladen werden würde, um dort vom Betriebssystem ausgeführt zu werden. Für die Nutzung für Siemens-CPUs wird jedoch anders verfahren und dabei hilft die zweite kostenlose Insevis-Software 'RemoteStage'.

Visualisierung in der Praxis

Wie bei vielen anderen Anwendern auch, steuern beim Unternehmen Bernecker Rollforming & Tubes hauptsächlich S7-CPUs von Siemens den Maschinenpark. Über die Zeit kamen auch Steuerungen von Insevis hinzu. Der Betriebsmittelbau erhielt die Aufgabe, zur besseren Anlagenbetreuung bestehende S7-Anwendungen zu visualisieren. Durch die Erfahrungen mit den Insevis-Panels war ein Ansatzpunkt gefunden, zumal für die S7-Programmierung im Werk der SimaticManager weiterverwendet werden sollte, um Lizenzkosten gering zu halten. Ausgehend von der bestehenden Visualisierung auf den Insevis-Panels ging der Anwender einen neuen Weg: Sie erzeugten aus der bestehenden Visualisierung des 10"-Panels eine Binärdatei und kopierten diese in ein handelsübliches Windows-Tablet. Daraus erzeugt das dort ablaufende Tool RemoteStage die Visualisierung und verknüpft das Windows-Tablet via WLAN direkt mit der S7-SPS von Siemens oder Insevis. Nach Identifizierung der Steuerung via IP-Adresse und TSAP wird eine aktive S7-Kommunikation (Put/Get, Send/Receive) aufgebaut, die Prozessdaten in die Remotevisualisierung überträgt. So entstand eine zusätzliche mobile Visualisierung.