Erschienen am: 22.05.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 5 2017

Maschinensicherheit

Nicht nur sicherer, sondern produktiver

Flexibilität, Transparenz und Produktivität sind in der industriellen Automatisierung seit Jahren festzustellende Trends. Die Herausforderung für Maschinen- und Anlagenbetreiber dabei ist, Fertigungsabläufe mit hohem Automatisierungsgrad flexibel zu gestalten und gleichzeitig Personen, Maschinen und Anlagen zu schützen. Bei der immer weiter steigenden Integration und Vernetzung in der Produktion nimmt die Sicherheitstechnik eine Schlüsselfunktion ein. Denn erst sie ermöglicht in der sogenannten Smart Factory ein unfallfreies Miteinander von Mensch und Maschine.


Bild: Sick AG

Migrationsfähigkeit, einfache Projektierung und Konfiguration, Offenheit für intelligente Sicherheitskonzepte und Zukunftssicherheit sind die Anforderungen an industrielle Sicherheitstechnik. Deshalb hat sich Sick zum Ziel gesetzt, Automatisierungs- und Sicherheitskompetenz zu vernetzen. Gemeinsam mit dem Kunden werden flexible Sicherheitskonzepte gestaltet und performante kundenspezifische Safety-Lösungen geliefert, die normgerecht alle Anforderungen erfüllen und dennoch Spielraum in den Fertigungsabläufen lassen.

Flexible Safety-SPS bringt Mehrwert

Mit der PSDI-Funktion (Presence Sensing Device Initiation) der Sicherheits-Steuerung Flexi Soft wird der Presszyklus an manuellen Einlegepressen über einen Sicherheits-Lichtvorhang im Taktbetrieb gesteuert: Sobald der Werker die Hand aus der Gefahrstelle nimmt, startet die Presse automatisch den Arbeitszyklus. Neben Vorteilen bei Ergonomie und Sicherheit macht dieser Ansatz nicht nur die Zweihandschaltung überflüssig, sondern reduziert die Taktzeit und erhöht die Produktivität. Auch ein Roboter kann mittlerweile ohne einen umgebenden Schutzzaun betrieben werden. Sicherheits-Laserscanner überwachen dann die genau definierte Roboterumgebung und sind mit der Safety-Steuerung des Roboters verbunden. Die programmierbaren Schutzfelder können dem individuellen Arbeitsbereich des Roboters angepasst werden. Vielzählige Überwachungsszenarien lassen sich beliebig auf den Automatisierungsmodus einstellen. Erkennt der Sicherheits-Laserscanner, dass der Arbeitsbereich frei ist, setzt der Roboter die Arbeit fort und reduziert die Stillstandszeiten. Die Sicherheits-Steuerung Flexi Soft kann darüber hinaus auch die Signale nicht sicherer Sensoren von Sick verarbeiten und so die Automatisierungslösung insgesamt vereinfachen, z.B. bei Zylindersensoren auf Rotobergreifern.

Neue Sicherheitskonzepte für neue Produktionsmethoden

Zwei Punkte, an denen sich die Sicherheitstechnik schon heute messen lassen muss sind autonome Maschinen und die Mensch/Roboter-Kollaboration. Auch hier soll die die Sicherheitstechnik die Arbeit leichter und sicherer machen. Zentrale Fragen sind dabei, welche Rolle der Mensch in der Produktion der Zukunft spielt und wie Sensorik ihn unterstützen und gleichzeitig schützen kann. Denn autonome Maschinen erfordern neue Sicherheitskonzepte, die auf die flexibleren Produktionsmethoden ausgelegt sind. Hierzu gehört das Absichern aller Prozessschritte in Bezug auf die nun deutlich weniger planbare Mensch/Maschine-Interaktion. Darüber hinaus beinhaltet der Sicherheitsaspekt jedoch auch die adaptive Wahrnehmung des Produktionsumfeldes, z.B. die Erfassung dynamischer Konturen durch Messdaten scannender Sensoren. Intelligente, robuste und zuverlässige Sensorik ist daher unverzichtbar für die Herausforderungen von Industrie 4.0. Die Vernetzung zwischen Sensor und Maschine wird immer wichtiger werden. Neue Kommunikationsmöglichkeiten und die Funktionalitäten sicherer Sensoren, auch zusammen mit nicht sicheren Sensoren, ergeben dafür vorteilhafte Applikationslösungen.