Erschienen am: 22.05.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 5 2017

Auf dem Weg zu Arbeit 4.0

Mit Industrie 4.0 kommt Arbeit 4.0: Denn Auswirkungen der neuen Produktionstechnologien auf die klassischen Berufsbilder in der Industrie und entsprechende Veränderungen im Job werden sich nicht vermeiden lassen. Das haben auch die Verbände und Gewerkschaften erkannt.


Nachwuchskräften in der Elektro- und Informationstechnik prognostiziert der VDE prinzipiell sehr gute Berufschancen. Einer Umfrage nach, sehen 92% der Mitgliedsunternehmen hier exzellente Karriereperspektiven. Der Haken daran ist: Die Berufsbilder wandeln sich und erfordern neue, interdisziplinäre Ansätze. Dass Unternehmen ihren Bedarf an entsprechend ausgebildeten Ingenieuren und Informatikern in den nächsten Jahren ohne Probleme ausreichend decken können, glauben deswegen nur 9%. Damit die Ingenieur-Ausbildung in Deutschland auch zukünftig State of the Art bleiben kann, müsse die digitale Bildung auf allen Stufen der Schul- und Hochschulbildung massiv verbessert werden. Auch die Verbände VDMA, ZVEI, Gesamtmetall und IG Metall fordern in einer gemeinsamen Erklärung, die bewährten Ausbildungsberufe an die Digitalisierung anzupassen und haben entsprechende Handlungsempfehlungen vorgelegt. Eine Überarbeitung der Ausbildungsordnungen im Rahmen einer Teilnovellierung sei unbedingt notwendig. So gehe es z.B. darum, neue Inhalte wie das Thema Datensicherheit einzubinden, Zusatzqualifikationen vorzusehen sowie Umsetzungshilfen oder fachdidaktische und medientechnische Konzepte für Schule und Betrieb bereitzustellen. Die Vorschläge sollen nun mit den zuständigen Bundesministerien und Entscheidungsträgern abgestimmt und zügig umgesetzt werden. Der ambitionierte Zeitplan sieht vor, dass Unternehmen ab August 2018 in den aktualisierten Berufen ausbilden können. Aus heutiger Perspektive steht also noch nicht fest, was die größere Herausforderung in Deutschland bedeutet: Industrie 4.0 oder Arbeit 4.0?