Erschienen am: 06.10.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 10 2017

Pay-per-Use-IoT-Plattform im Maschinenbau

Joint Venture für das IoT

Vorstandsmitglieder der Firmen DMG Mori, Dürr, Software AG und Carl Zeiss haben den Start einer neuen IoT-Plattform angekündigt. Bei Adamos handelt es sich um eine offene Lösung für den Maschinen- und Anlagenbau, die Nutzern eine eigene modulare Oberfläche mit breitem App-Angebot zu den Themen Performance Management, Manufacturing Services und Servicemanagement bietet.


Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender von DMG Mori, Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender bei Dürr, Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG und Thomas Spitzenpfeil, Vorstand (CFO/CIO) bei Carl Zeiss (v.l.n.r.).
Bild: Adamos GmbH

Geschäftsführer der neugegründeten Adamos GmbH, die hinter dem gleichnamigen IoT-Projekt steht, ist Dr. Marco Link, der aus den Reihen der Software AG stammt. Die Idee zur cloudbasierten Plattform, die vom Frauenhofer SIT hinsichtlich ihrer Sicherheit zertifiziert ist, stammt ursprünglich von Dürr und der Software AG. Innerhalb weniger Wochen entwickelten die Unternehmen diese zusammen mit DMG Mori weiter und holten schließlich noch Carl Zeiss und die chinesische ASM Pacific Technology mit ins Boot. Geplant ist, weitere Maschinenhersteller als Gesellschafter zu gewinnen.

Pay per use und Private Dataspace

Adamos steht für Adaptive Manufacturing Open Solutions und basiert auf einem Pay-per-use-System. Die teilnehmenden Firmen können Private Dataspaces erwerben, darin auf ein breites App-Portfolio zurückgreifen und an der Entwicklung weiterer Apps mitwirken. So wollen die Plattformgründer auch kleinere und mittlere Unternehmen im Maschinenbau bei der Digitalisierung unterstützen. Der Start der Plattform erforderte ein Anfangsinvest von 60Mio.€, wobei der Löwenanteil auf die Software AG fiel. Die Plattform soll mit 30 fertigen Apps, fünf digitalen Marktplätzen und 200 Mitarbeitern an den Start gehen.

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Alleinstellungsmerkmale des IoT-Projekts

Von anderen IoT-Plattformen unterscheidet sich Adamos laut Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender bei Dürr, vor allem durch das interaktive App-Portfolio. Karl-Heinz Streibich, Vorstandsvorsitzender der Software AG, nennt vorrangig die Kombination von Maschinenbau- und Software-Kompetenz als Alleinstellungsmerkmal der Lösung. Für Christian Thönes, Vorstandsvorsitzender von DMG Mori, steht auch im Vordergrund, dass die Software sowohl cloudbasiert als auch on premise (im Unternehmen) sowie on edge (auf der Maschine) verwendbar ist. Die Arbeitsteilung zwischen den Joint-Venture-Partnern hält er ebenfalls für einzigartig.

Kollaborationsprinzip mit ambitioniertem Ziel

Durch das Kollaborationsprinzip der Plattform erhoffen sich die Gründer eine enge Kundenbindung sowie ein offenes, ständig wachsendes IT-Framework. Dabei ist der Anspruch durchaus global, auch Firmen aus Japan, China und anderen Ländern sollen mit ins Boot geholt werden. Einstiegskriterien sind die Zugehörigkeit zum Sektor Maschinen- und Anlagenbau sowie die Nutzung der angebotenen Services im Wert von 300.000€ jährlich. (fiz)

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