Erschienen am: 06.10.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN 10 2017

Hungrig bleiben!

In Zukunft sind es nicht mehr unbedingt die Schnellen, die die Langsamen fressen. Es sind auch nicht primär die Großen, die die Kleinen fressen. Stattdessen werden die Hungrigen zu den gefürchtesten Jägern - vor allem für die Satten.


Diese Aussage aus meinem kürzlich geführten Gespräch mit dem Ausbildungsverantwortlichen eines deutschen Werkzeugmaschinenherstellers hat mir gut gefallen, denn sie bringt eine Herausforderung in Bezug auf den Wandel der Arbeitswelt auf den Punkt: Die Anforderung des lebenslangen Lernens. Das betrifft zum einen natürlich die Arbeitnehmer: Wer sich heute im MINT-Arbeitsumfeld neuen Technologien verschließt, der wird es karrieretechnisch nicht leicht haben. Zu schnell kann sich das jeweilige berufliche Anforderungsprofil in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten ändern. Aber nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber müssen sich auf veränderte Wettbewerbsbedingungen einstellen. Denn auch dass man in seinem Metier zu den Besten gehört, kann sich schnell ändern. Das viel zitierte Schicksal des Handy-Anbieters Nokia kann auch Industrieausrüster und Maschinenbauer ereilen. Schließlich werden auch hier durch den Einzug der Digitalisierung USPs bzw. der Mehrwert für den Anwender immer seltener über die klassische Hardware entstehen, dafür immer öfter über Softwarefunktionalität und neue Geschäftsmodelle. Eine gute Versicherung, um sich auf solch neuem Terrain nicht zu verlaufen, sind gut ausgebildete, aber nach wie vor hungrige Mitarbeiter, die um neue Trends und Technologien wissen und diese - ggf. querdenkend - einbringen, um ihren Arbeitgeber entwicklungs- und produktionsseitig wettbewerbsfähig zu halten.

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