Erschienen am: 14.11.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN SPS-Special 2017

Flüssigkeitsanalyse beim Transport von lebenden Fischen

Frischer Fisch

Fisch ist weltweit eines der beliebtesten Lebensmittel und der Bedarf wächst seit Jahren. Da die Weltmeere vielerorts aber mittlerweile nahezu leergefischt sind, gewinnt die industrielle Aufzucht von Fischen immer mehr an Bedeutung. Der weltweit größte Produzent von Meerbrassen und Seebarsch ist in der Türkei zu finden. Beim Transport der Fischbrut verlässt er sich auf Technik aus dem Hause Jumo, um die Wasserqualität zu überwachen.


Beim Transport von lebenden Jungfischen muss In jedem LKW in acht Tanks zeitgleich die Temperatur und Sauerstoffkonzentration überwacht werden.
Bild: Jumo GmbH & Co. KG

Das türkische Unternehmen stellt mit 2.500 Mitarbeitern über 40.000t Fisch her und exportiert diesen in mehr als 55 Länder. Die Fischbrut wird dabei aus der Aufzuchtstation in Wassertanks mit LKWs zu den Aquakulturen gebracht. Diese Strecke ist 1.500km lang und führt quer durch die Türkei. Die jungen Fische sind zwei bis drei Tage unterwegs. Es liegt auf der Hand, dass bei derart strapaziösen Rahmenbedingungen die Wasserqualität und dabei besonders der Sauerstoffgehalt konstant überwacht werden muss. Die Aufgabenstellung für das Jumo-Team in der Türkei war anspruchsvoll: In jedem LKW musste in acht Tanks zeitgleich die Temperatur und Sauerstoffkonzentration überwacht werden. Neben den Messwerten sollten auch Grenzwertüber- oder -unterschreitungen über Alarmmeldungen zur Kontrolle für den Fahrer in das Führerhaus des Wagens übertragen werden. Darüber hinaus mussten alle Werte jederzeit per Smartphone abrufbar sein. Die Sauerstoffkonzentration wird mit ecoLine O-DO-Sensoren erfasst, die auch für die Temperaturmessung zuständig sind. Der digitale optische Sensor zeichnet sich durch eine langzeitstabile, drift- und wartungsarme Messung aus und speichert Kalibrierdaten und -historie direkt im Sensorkopf. Das ermöglicht ein einfaches Plug&Play vor Ort. Der robuste Sensor im Edelstahlgehäuse verfügt über einen Messbereich von 0 bis 20mg/l und kann in einem Temperaturbereich von 0 bis 60°C eingesetzt werden. In Titanausführung ist der Sensor korrosionsfest gegenüber hohen Salzkonzentrationen und somit auch für den Einsatz in Meerwasser prädestiniert.

Intelligente Sensornetzwerke

Zum Einsatz kam auch das digiLine-System. Dabei handelt es sich um ein busfähiges Anschlusssystem für digitale Sensoren, das auch den Aufbau intelligenter Sensornetzwerke ermöglicht. Damit können unterschiedlichste Sensoren zur Flüssigkeitsanalyse miteinander verbunden werden. Lediglich eine einzige digitale Signalleitung geht dann noch zu einer Auswerteeinheit oder Steuerung wie z.B. zum Aquis touch oder zum Automatisierungssystem mTron T. Zur Auswertung der Daten wurde das modulare Mehrkanalmessgerät Aquis touch P für die Flüssigkeitsanalyse eingesetzt. Damit lassen sich die Aufgabenstellungen Messen, Regeln, Registrieren und Anzeigen mit einem einzigen Gerät abdecken. Es können dabei zwei Analyseparameter direkt und weitere drei als Normsignale angeschlossen werden. Mit dem digiLine-System können sogar sechs digitale Analyseparameter angebunden werden. Digitale Schnittstellen erlauben das Einspeisen von weiteren acht externen Messwerten. Die Anzeige aller Parameter sowie die Bedienung und Einstellung des Gerätes erfolgen über einen 3,5"-Farbbildschirm mit Touchscreen. Die manipulationssichere Datenerfassung erfolgte mit dem Logoscreen 600. Durch das Icon-basierende Bedien- und Visualisierungskonzept reichen in den meisten Fällen maximal drei Touch-Bewegungen, um die gewünschten Prozessdaten anzuzeigen. Das Gerät ist für die Prozessdatenerfassung in unterschiedlichen Ausführungsvarianten verfügbar. Eine Einbautiefe von 119mm (inklusive Anschlussstecker) erlaubt den Einbau auch in Schaltschränken mit geringer Tiefe. Durch die FDA-konformer Datenaufzeichnung und Manipulationserkennung eignete sich der Bildschirmschreiber optimal für die beschrieben Applikation.

Datenabruf per Smartphone

Das Thema Datenabruf per Smartphone wurde mit der Device App realisiert. Mit dieser hat der Anwender stets mobilen Zugriff auf seine Prozessdaten. Alle aktuellen Werte sowie die Alarm- und Ereignisliste von ausgewählten Geräten können eingesehen werden. Alle verwendeten Komponenten wurden von Technikern vor Ort in Schaltschränke montiert und konfiguriert. Darüber hinaus wurde die Device App eingerichtet und parametriert. Das komplette System hat von der ersten Fahrt an problemlos funktioniert und den Kunden durch die einfache Bedienung und hohe Zuverlässigkeit überzeugt.