Erschienen am: 14.11.2017, Ausgabe SPS-MAGAZIN SPS-Special 2017

IO-/RFID-Module, Leuchttaster, Signalleuchte und Linearwegsensor

PortfolioErweiterungen in vielen Bereichen

Auf der bevorstehenden SPS IPC Drives in Nürnberg präsentiert Turck wieder zahlreiche Neuheiten aus unterschiedlichen Produktbereichen. Mit dabei sind intelligente IP67-IO-Module mit Multiprotokoll-Ethernet-Technologie, unter anderem für serielle Schnittstellen und RFID, ein flacher Leuchttaster, eine LED-Signalsäule sowie ein Linearwegsensor.


Der LTE erfasst Arbeitswege von Hydraulikzylindern vor allem in mobilen Maschinen.
Bilder: Hans Turck GmbH & Co. KG

Turck erweitert seine ultrakompakte IO-Modulfamilie TBEN-S um eine Variante für serielle Schnittstellen. Das TBEN-S-2COM bindet Geräte mit RS232- oder RS485-Schnittstelle direkt im Feld an Steuerungen mit den Protokollen Profinet, Ethernet/IP oder Modbus TCP an. Damit sparen Anwender lange Verdrahtungswege zum Schaltschrank. Die Charakteristik der beiden seriellen Ports kann der Anwender frei zwischen RS232 und RS485 wählen. Darüber hinaus bietet das Modul vier IOs, die konfigurationslos als Ein- oder Ausgang benutzt werden können. Den Einsatz in sehr anspruchsvollen Umgebungen ermöglichen die hohen Schutzarten IP65, IP67 bis IP69K sowie der erweiterte Temperaturbereich von -40 bis +70°C. Eine Client-Funktion für Modbus RTU ist im IO-Modul bereits integriert. Dadurch entfällt der Aufwand, Zugriffe auf Modbus in der Steuerungsumgebung selbständig zu programmieren. Bis zu 64 Modbus-RTU-Geräte pro Modul können am Netzwerk angebunden werden. Da das Modul in der Lage ist, auch im Profinet- oder Ethernet/IP-Betrieb über Modbus TCP zu senden, kann es Report-Daten von Sensoren und Aktoren einfach parallel an Edge-Gateways, Daten-Hubs oder Cloud-Systeme übertragen. Gängige Systeme, wie Microsoft Azure, IBM Bluemix, aber auch viele OPC-UA-Server unterstützen zusätzlich die Kommunikation via Modbus TCP. So ermöglicht das Modul Big-Data-Anwendungen zur vorausschauenden Wartung auch für Geräte mit serieller Schnittstelle.

IP67-Spanner-IO-Block-Modul

Mit dem TBEN-LG-EN1-Spanner präsentiert Turck ein Block-IO-Modul, das die Kommunikation zwischen zwei unterschiedlichen Ethernet-Netzwerken direkt im Feld ermöglicht. Das robuste Modul in Schutzart IP65/IP67/IP69K verfügt über ein glasfaserverstärktes Gehäuse und eine vollvergossene Modulelektronik. Das Spanner-Modul kann dank seiner hohen Schutzart direkt vor Ort ohne zusätzliche Schaltschränke eingesetzt werden. So profitiert der Anwender von eingesparten Leitungen zu den Schaltschränken und einer einfachen Installation. Der bidirektionale Datenaustausch von Master zu Master sorgt für eine einfache Kommunikation mit Steuerungen. Der Spanner unterstützt die Multiprotokoll-Technologie von Turck und ermöglicht so die Kommunikation in Ethernet/IP-, Modbus-TCP- und Profinet-Netzen. Dies erlaubt auch den Einsatz als Protokollkonverter zwischen den Ethernet-Protokollen.

Anzeige

RFID-Module mit FLC-Funktion

Erweitert wurden auch die Funktionalitäten der kompakten Ethernet/RFID-Interfaces TBEN-S-RFID. Für die Block-IO-Module in Schutzart IP67 steht ein neues, kostenloses Firmware-Update zur Verfügung, das viele neue Funktionalitäten bietet, darunter die lizenzfreie Programmierumgebung Argee. Mit dieser Field-Logic-Controller-Funktion (FLC) haben Anwender die Möglichkeit, kleine bis mittlere Steuerungsaufgaben direkt auf dem Block-IO-Modul auszuführen und damit dezentral auszulagern. Dies entlastet die Steuerung und erlaubt die Übertragung ausschließlich relevanter Daten. Das Gerät kann ohne speziellen Funktionsbaustein an SPS-Systeme angekoppelt werden. Eine weitere Neuerung ist die automatische Adressierung der busfähigen HF-RFID-Schreib-Lese-Köpfe durch einfaches Aktivieren der Schreib-Lese-Kopf-Adressen in den Parametern des Daten-Interfaces. Dies ermöglicht den Anwendern eine Zeitersparnis gegenüber den herkömmlichen Methoden, da sie die Schreib-Lese-Köpfe nacheinander anbinden und automatisch adressieren können. Darüber hinaus lassen sich Bus-Adressen für busfähige HF-Schreib-Lese-Köpfe per Webserver/PACTware über das Modul setzen und abfragen.

Leuchttaster in flacher Bauform

Mit dem Leuchttaster K50-Flat seines Opto-Partners Banner Engineering erweitert Turck sein Pick-to-Light-Portfolio. Der robuste IP69K-Taster ist aufgrund seiner geringen Höhe von 17mm geeignet für beengte Einbausituationen. Zum Auslösen reichen leichte Berührungen ohne Druck mit Finger oder Handfläche aus. Dabei reagiert er auf Haut ebenso gut wie auf Berührungen mit einem Handschuh. Das Produkt wird als Berührungstaster, Anforderungstaster oder in Pick-to-Light-Anwendungen eingesetzt. Der Leuchttaster ist mit ein bis drei Farben verfügbar und auch in hellen Umgebungen gut sichtbar. Er ist nach IP67/IP69K konstruiert und immun gegen fehlerhaftes Auslösen durch Schmutz, Wassertropfen, Öl oder Reinigungsmittel sowie gegen elektrische Störungen.

Empfehlungen der Redaktion

Vielfarbige LED-Signalleuchte mit IO-Link

Das LED-Leuchtenportfolio beinhaltet ab sofort die vielfarbige LED-Signalleuchte K50L2 mit Standard- oder IO-Link-Anschluss. Die von Turcks Opto-Partner Banner Engineering entwickelte IP69K-Leuchte kann mit ungeschirmten 4-adrigen Standardkabeln angeschlossen werden. Mit einer Leuchte sind sieben Farben darstellbar. Mit der Banner K30L2 steht zudem eine kleinere RGB-Leuchte mit 30mm Durchmesser und Standardanschluss zur Verfügung. Alle weitergehenden Anforderungen deckt das Modell K50L2 mit IO-Link-Schnittstelle ab. Diese Variante ermöglicht dem Anwender über einen IO-Link-Master die volle Kontrolle über jegliche Farben und Funktionen wie Blinken, Dimmen oder erweiterte Animationen wie Rotation, Stroboskopie, Zweifarbdisplay, Zweifarbrotation oder Zweifarbblinken. Sollte eine Leuchte beschädigt werden, ermöglicht der IO-Link-Master deren schnellen Austausch. Alle Konfigurationsdaten sind im Master gespeichert und werden automatisch auf eine neu angeschlossene Leuchte angewendet. Das robuste IP67/IP69K-Polycarbonat-Gehäuse beider Leuchten schützt sie vor Stößen und widersteht Reinigungsprozessen mit hohen Temperaturen und großem Druck.

Linearwegsensor für die Mobilhydraulik

Die Linearwegsensoren werden um den robusten LTE zur direkten Integration in Hydraulikzylinder ergänzt. Der magnetostriktive Sensor widersteht Schocks bis zu 100 g und Vibrationen, wie sie bei Agrar- oder Forstmaschinen alltäglich sind. Das Gerät ist zudem unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen, sodass der LTE selbst für den Einsatz in Hydraulikzylindern von Baumaschinen in besonders rauen Umgebungen geeignet ist. Der Anwender kann je nach Sensortyp den Messbereich flexibel einstellen. Der verschleißfrei arbeitende Sensor verspricht dank felderprobter magnetostriktiver Technologie hohe Präzision, Linearität und Wiederholgenauigkeit. Der Sensor löst intern mit 16Bit auf und bietet neben den üblichen analogen Ausgangssignalen von 0…10V und 4…20mA auch drei Signalbereiche für mobile Arbeitsmaschinen (0…5V, 0.25…4.75V, oder 0.5…4.5V).

Anzeige