Erschienen am: 28.03.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 4 2018

VDMA Elektrische Automation und AutomationML e.V.

Application Recommendation für VDMA 66415



Der VDMA-Fachverband und der AutomationML e.V. haben diesbezüglich eine Absichtserklärung zur Erarbeitung einer Application Recommendation. "Wir wollen das Engineering der automatisierungstechnischen Ausrüstung von Maschinen und Anlagen fit für Industrie 4.0 und die Fabrik der Zukunft machen. Unser Ziel ist es, mit dem VDMA-Einheitsblatt 66415 eine branchen- und disziplinenübergreifende generische Grundlage zu schaffen, die den Anforderungen aller Beteiligten gerecht wird. Einerseits soll der Bedarf der Maschinenbauanwender nach einer einfachen, transparenten, individuell konfigurierbaren Lösung erfüllt werden. Gleichzeitig soll VDMA 66415 durch die Abbildung im Datenformat AutomationML die Anforderungen der Software-Hersteller an ein maschinenlesbares Format erfüllen", erklärte Rainer Glatz, Geschäftsführer des VDMA Elektrische Automation. Ziel des VDMA-Arbeitskreises Engineering ist die Definition einer zentralen Anwender-Projektierungsdatenhaltung und -übersicht, die zudem auch von softwarebasierten Werkzeugen elektronisch geschrieben und gelesen werden kann. Damit sollen zum einen die heute meist verwendeten Tabelleneditoren in Zukunft durch moderne Editor-Werkzeuge ersetzt werden können. Gleichzeitig soll die elektronische An- bzw. Einbindung aller Informationen in die übergeordnete elektroni-sche Datenhaltung ermöglicht werden. Insbesondere auch die Einbindung von Informationen, die von am Engineering-Prozess Beteiligten stammen - wie beispielsweise Unterlieferanten, die aus technischen Gründen nicht über eine Schnittstelle angebunden werden können. "Industrie 4.0 wird alle Lebensphasen einer Maschine nachhaltig verändern", sagte Dr. Michael Hoffmeister von Festo und Obmann des VDMA-Arbeitskreises Engineering. "Dies reicht vom Engineering bis zum Betrieb sowie der Wartung und erfasst sowohl die Maschine als Ganzes als auch ihre Bestandteile, die sinnvoll zusammenspielen müssen. Im Engineering kommen hier AutomationML und VDMA 66415 ins Spiel, die im Zusammenwirken diese Strukturen nachhaltig und werkzeugübergreifend abbilden können. Beide Spezifikationen werden heute schon für die zukünftigen Verbundkomponenten der Industrie 4.0 berücksichtigt. Unsere Kooperation ist deshalb sehr sinnvoll, denn beide sind neutral und ergänzen sich", so Hoffmeister. "Das VDMA-Einheitsblatt 66415 liefert den applikativen Inhalt, AutomationML das Datenformat." AutomationML-Vorsitzender Dr. Andreas Gössling erläuterte: "Unser Ziel ist die Entwicklung und Verbreitung des Datenaustauschformates als Basis für eine einheitliche Dateninfrastruktur entlang des gesamten Entwurfsprozesses von Produktionssystemen. Dabei entsteht ein offenes, neutrales und XML-basiertes Datenaustauschformat, das für jedes Unternehmen zur freien Anwendung verfügbar ist. Dieses Format wird im Rahmen der IEC62714 standardisiert und zeichnet sich durch eine Trennung von Syntax (Datenmodellierung) und Semantik (Datenbedeutung) aus." "Bei unserer Arbeit sind wir bestrebt, bestehende sowie in Entwicklung befindliche Standards, die Informationsbedeutungen (Semantiken) vorgeben, so weit wie möglich zu berücksichtigen, um Redundanzen zu vermeiden und von vorhandener Expertise zu profitiere,." so Prof. Arndt Lüder, AutomationML e. V., der die Arbeiten am VDMA-Einheitsblatt von Anfang an begleitete: "VDMA 66415 gibt für die Planungsinformationen von Projekten im Maschinen- und Anlagenbau die relevanten Daten, ihre Strukturierung und das Nutzungsvorgehen an. Dabei werden insbesondere Semantiken für entsprechende Planungsobjekte festgelegt. Diese möchten wir gemeinsam in die Standardisierungsarbeiten einfließen lassen. Der VDMA besitzt einen umfassenden Wissensschatz bezüglich der Anforderungen im Maschinen- und Anlagenbau, wir können nur gemeinsam einen wirklich weitreichenden Nutzen für diese Anwender auf dem Weg zu Industrie 4.0 erbringen. Um das zu erreichen, wollen der VDMA Elektrische Automation und der AutomationML e. V. eng zusammenarbeiten. Das heutige Memorandum of Understanding schafft uns dafür die notwendige gemeinsame Basis."

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