Erschienen am: 28.03.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 4 2018

Auf dem Weg zur Losgröße 1

Anwendertreffen bei B&R

Wie werden die Möglichkeiten moderner Automatisierungslösungen in aktuellen Anlagen, Maschinen und technischen Einrichtungen eingesetzt, um den Anforderungen heutiger Applikationen zu entsprechen? Dieser Frage gehen die B&R Innovation Days alljährlich nach, in diesem Jahr mit besonderem Fokus auf den Themen, die sich aus der Anforderung 'Losgröße 1' ergeben.


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Bild: B&R Industrie-Elektronik GmbH

Am 6. und 7. März fanden die B&R Innovation Days in Bad Homburg statt. Rund 220 Teilnehmer konnten sich über aktuelle Trends, konkrete Lösungen und Produkte bei B&R informieren. "Es geht um mehr Flexibilität, mehr Produktivität durch das Industrial Internet of Things und um mehr Funktionalität durch effiziente Software", umriss Markus Sandhöfner, Geschäftsführer B&R Deutschland, das Programm der Veranstaltung. Die zehn Vorträge und 17 verschiedenen Workshops reichten thematisch von Aufgaben der kundenindividuellen Massenproduktion über modularen Maschinenbau und lineare Antriebstechnik (AcoposTrak) bis hin zu Fragen von Safety und Cybersicherheit. Eine begleitende Ausstellung gab die Möglichkeit sich aktuelle Innovationen von B&R und weiteren Unternehmen in Live-Demonstrationen anzuschauen und konkrete Probleme zu diskutieren. Darüber hinaus sind die Innovation Days immer ein guter Ort, um mit anderen Automatisierungsanwendern Erfahrungen auszutauschen. Die nächsten Innovation Days in Deutschland finden am 19. und 20. März 2019 statt.

B&R Hypervisor

Das bevorstehende Release von B&Rs Hypervisor war Thema eines Workshops der Veranstaltung. Mit dieser Software, die ab dem nächsten Release von Automation Studio zur verfügung stehen soll, können Windows oder Linux parallel zum B&R-Echtzeitbetriebssystem ausgeführt werden. So lassen sich beispielsweise Steuerung und Visualisierungs-PC in einem Gerät vereinen. Mit dem Hypervisor kann zudem ein Industrie-PC als Edge-Controller eingesetzt werden. Dieser dient als Steuerung und sendet parallel dazu vorverarbeitete Daten via OPC UA an übergeordnete Systeme in die Cloud. Der Hypervisor stellt eine virtuelle Netzwerkverbindung bereit, mit der Anwendungen Daten betriebssystemübergreifend austauschen können. Ähnlich wie bei einer gewöhnlichen Ethernet-Schnittstelle werden Standard-Netzwerkprotokolle verwendet. An Stelle eines Kabels tritt ein reservierter Speicherbereich, der keinem der beiden Betriebssysteme zugeordnet ist. Anwender konfigurieren den Hypervisor und die Zuordnung der Hardware-Ressourcen in der B&R-Automatisierungssoftware Automation Studio. Die Systemkonfigurationen werden individuell bestimmt. Damit ist die Zuweisung von Ressourcen zum jeweiligen Betriebssystem flexibel. Während bisherige Parallelisierungslösungen speziell auf eine Windows-Version zugeschnitten waren, ist der B&R-Hypervisor vollständig unabhängig von der Version der verwendeten Betriebssysteme. (kbn)

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