Erschienen am: 17.12.2014, Ausgabe SPS-MAGAZIN 12 2014

Eine Frage der Kultur

Geben glückliche Kühe wirklich mehr Milch? Zahlt sich ein hohes Engagement für die Mitarbeiterzufriedenheit aus? Eine Bewertung des Zusammenhanges zwischen Unternehmenskultur und -erfolg.

Autor: Philippe Ougrinov, TELUS International Europe.


Bild 1: Die Wertschöpfungskette der Unternehmenskultur für nachhaltiges Wachstum
Bild: TELUS International Europe

Egal, ob ein im Mitarbeiterbesitz befindliches Unternehmen wie John Lewis, Google mit seinem "Do No Evil"-Mantra oder der Outdoor-Ausrüster Patagonia, der seine Mitarbeiter spontan zu einer improvisierten Klettertour aufbrechen lässt: Es gibt keinen Mangel an Unternehmen, die für ihre Bemühungen hinsichtlich einer starken Unternehmenskultur bekannt sind. Zur gleichen Zeit besteht kein Mangel an Beratern und Enthusiasten, die behaupten, dass ein wesentlicher Faktor für den Erfolg dieser drei Unternehmen und vieler anderer genau dieser Aufbau einer starken Unternehmenskultur ist. Dennoch fehlen weiterhin konkrete Beweise dafür, dass Investitionen in eine starke Unternehmenskultur tatsächlich zu positiven Geschäftsergebnissen beitragen - eine eklatante Lücke in den Geschäftsinformationen. Umso bedeutender, wenn man den erheblichen Zeit- und Geldaufwand betrachtet, welchen Unternehmen auf der ganzen Welt in ihre Unternehmenskultur stecken.

Konkrete Anhaltspunkte

Warum ist das so? Es handelt sich schließlich um kommerzielle Firmen, angetrieben vom Streben nach Gewinn. Sie investieren nicht in die Unternehmenskultur, um einfach nur nett zu den Mitarbeitern zu sein. Haben sie sich also von der Armee an Beratern bereden lassen, die kontinuierlich erzählt, dass eine starke Unternehmenskultur der Grundstein eines erfolgreichen und profitablen Unternehmens ist? Oder ist dies tatsächlich der Fall? Stehen sie an der Spitze der modernen Unternehmensführung? Es ist bemerkenswert, dass angesichts einer solchen Knappheit von konkreten Anhaltspunkten bezüglich einer resultierenden Gewinnsteigerung große Investitionen in die Unternehmenskultur stattfinden. Die Beratungsfirma Telus hat in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Frost & Sullivan ein White Paper (Siehe QR-Code) erstellt, das den Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer effektiven Unternehmenskultur und einer Ergebnissteigerung bewerten soll.

Wertschöpfung der Kultur

Die Studie stellt fest, dass es eine Wertschöpfungskette der Unternehmenskultur gibt. Eine positive Unternehmenskultur erhöht das Mitarbeiterengagement, was wiederum zu einer geringen Fluktuation der Angestellten beiträgt. Dies hat wiederum positive Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit und das Endergebnis ist letztendlich Umsatzwachstum. Entscheidend ist, dass es durchaus möglich ist, Zahlen neben diese Faktoren zu stellen. Die meisten Unternehmen wenden bereits Prozesse und Maßnahmen zur Messung des Mitarbeiterengagements, der Mitarbeiterfluktuation, der Kundenzufriedenheit und des Umsatzwachstums an. Um zu verstehen, wie Verbesserungen der Unternehmenskultur zu Umsatzwachstum und Gewinnsteigerung führen kann, muss die Verbindung zwischen diesen einzelnen Faktoren aufgeschlüsselt werden. Die jeweiligen Maßnahmen, die ein Unternehmen benötigt, um eine solche Unternehmenskultur zu etablieren, können stark variieren. Umso wichtiger ist es, diejenigen Richtlinien und Prozesse auszuwählen, die die Mitarbeiter inspirieren und begeistern. Wichtige Bereiche, die es zu beachten gilt, sind Leistungen an Arbeitnehmer, die interne Kommunikation sowie die soziale Verantwortung.

Umsatzwachstum von 12 Prozent

Der Beitrag von Telus zum Aufbau einer starken Unternehmenskultur in einem Social-Gaming-Unternehmen führte zu einer Steigerung des Mitarbeiterengagements von 80 Prozent. Die Fluktuation sank um 7,1 Prozent in zwölf Monaten, während Tools zur Kundenzufriedenheit einen Anstieg um mehr als 25 Prozent darlegten. Im Ergebnis stieg auch der Umsatz um 12 Prozent. Dies ist ein gutes Beispiel für die Wertschöpfungskette der Unternehmenskultur und es handelt sich durchaus nicht um einen Einzelfall. Laut der 2013er-Studie "State of the American Workplace" des Marktforschers Gallup besitzen die Top-25-Prozent-Organisationen mit hohem Mitarbeiterengagement eine deutlich höhere Produktivität und Rentabilität, bessere Kundenbewertungen, geringere Fluktuation und Fehlzeiten sowie weniger Arbeitsunfälle als die Unternehmen der unteren 25 Prozent. Die Auswertung und Nachverfolgung aller positiven Auswirkungen eines hohen Mitarbeiterengagements kann schwierig sein, aber die Erfahrung und auch das White Paper von Telus machen deutlich, dass es viele Vorteile besitzt. Da immer mehr Unternehmen klare Bewertungskriterien für den Zusammenhang zwischen Unternehmenskultur und -gewinn implementieren, können wir in Zukunft eine stärkere Fokussierung auf die Unternehmenskultur erwarten.