01.10.2015

Moderne Visualisierung

Bestens verpackt

Verpackungen aus Papier, Pappe oder Folie sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und Markenbotschafter des jeweiligen Produkts. Dahinter steht aber - egal ob in der Medizin, dem Lebensmittelbereich oder anderswo - leistungsstarke Technik und umfassendes Know-how. Das gilt auch für die dort eingesetzten Steuerungs- und Visualisierungssysteme.


Das Unternehmen Südpack Es begann im Jahr 1964 mit Beuteln zur Käsereifung, als Alfred Remmele im süddeutschen Ochsenhausen die Firma Südpack gründete und bald durch die Folienproduktion ergänzte. Heute ist das mittelständische Familienunternehmen in zweiter Generation mit drei Produktionsstandorten und Niederlassungen in 30 Ländern tätig. Unternehmensbereiche sind Lebensmittelverpackungen, Nonfood-Verpackungen sowie technische Folien und medizinische Sterilgutverpackungen.

Bild 1: Das Beijer-Panel iX T10A im Schaltschrank bei Südpack
Bild: Beijer Electronics GmbH & Co. KG

Die Verpackungsindustrie ist von ständiger Innovation und Rationalisierung geprägt und muss dadurch Vorreiter im Einsatz neuer Technik sein. Nur so lässt sich die Produktivität kontinuierlich steigern und Material sparen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an eingesetzte Maschinenanlagen. Wer sich vom Wettbewerb absetzen will, braucht hohe Flexibilität und schnellen Zugriff auf die benötigten Informationen im Produktionsablauf. Um Folien sicher produzieren zu können und dabei hohe Qualitätsanforderungen einzuhalten, ist es unerlässlich, einen ständigen Überblick über die Abläufe innerhalb der Anlagen zu haben. Dies gelingt Verpackungsherstellern unter anderem durch den Einsatz von Bedieneinheiten wie den iX-HMI-Panels von Beijer Electronics.

Minimierung des Abfallvolumens

Wie an vielen Produktionsstätten entstehen auch in der Folienproduktion der Firma Südpack Restwertstoffe. Durch die exakte Randbeschneidung auf die benötigte Breite fallen Reststücke an, die bis vor kurzem noch per Hand beseitigt und entsorgt wurden. Wirtschaftliche und umwelttechnische Überlegungen führten bald zu dem Entschluss, die Produktionsstätte zu modernisieren. Zur Entsorgung des entstehenden Recyclingmaterials sowie zur Steigerung der Produktivität kommen daher nun Randstreifenabsauganlagen zum Einsatz. Der Randbeschnitt wird hierbei zur Verringerung des Wertstoffvolumens abgesaugt, zerkleinert und mithilfe eines Rohrleitungssystems zum Sammelbehälter transportiert. Durch die Zerkleinerung des Restmaterials reduziert sich dessen Volumen deutlich. Gleichzeitig sind auf diese Weise hohe Fördervolumina möglich. Auch die Produktivität steigt aufgrund des kontinuierlichen Abtransports des Beschnitts. Wo früher Mitarbeiter nötig waren, um diesen regelmäßig zu entsorgen, geschieht dies nun vollautomatisch während die Anlagen weiterlaufen. Das ist im Vierschichtbetrieb des Unternehmens unerlässlich, ebenso wie die Zuverlässigkeit der Produktionsanlagen sowie aller eingesetzten Komponenten. Moderne HMI müssen heute verschiedene Anforderungen erfüllen. Neben einer hohen Flexibilität in der Anpassung an die gewünschte Applikation liegt das Augenmerk vieler Kunden beispielsweise auf einem geringen Entwicklungsrisiko sowie der Effizienz in Programmierungsabläufen und Bedienung. Da bei Südpack Anlagen verschiedener Hersteller zum Einsatz kommen, sind auch unterschiedliche Steuerungssysteme verbaut. Das bedeutet, dass eingesetzte HMI möglichst flexibel an die jeweilige Anlage anpassbar sein müssen. Die Bedien-Panels der iX-Serie von Beijer Electronics erfüllen die genannten Anforderungen und wurden bei Südpack zunächst für den Einsatz in zwei Randstreifenabsauganlagen ausgewählt, da sie mit den meisten Steuerungen kompatibel sind. Mit über 70 verschiedenen Treibern und einer großen Anzahl von Schnittstellen, wie Ethernet, MPI, Profibus oder RS232, sind die iX-Produkte flexibel einsetzbar.

Komponentenbibliothek und Drag&Drop

Die von Beijer entwickelte iX-HMI-Software lässt sich intuitiv und unmittelbar bedienen. Durch die integrierte Komponentenbibliothek und einfache Handhabung konnte bei Südpack Projektierungszeit eingespart werden. Eine Drag&Drop-Funktion vereinfacht das Einfügen von vorgefertigten Komponenten aus der Bibliothek. Dynamische Elemente und die schnelle Erstellung von Alarmen, Daten-Logging oder Rezepturverwaltung erhöhen die Effizienz bei der Applikationsentwicklung. Die Umsetzung der Applikation inklusive Schaltschrankbau, Montage, Programmierung und Inbetriebnahme realisierte die Firma TronikDsign, die maßgeschneiderte, ganzheitliche Automationslösungen anbietet. "Positiv wirkt sich die Möglichkeit aus, Teile aus bestehenden Projekten nach dem Baukastenprinzip wiederzuverwenden und mit Komponenten von Beijer zu kombinieren", sagt Stefan Simon, Geschäftsführer bei TronikDsign. Als HMI-Hardware sind nun ein iX-T7A- sowie ein iX-T10A-Panel im Einsatz. Die Visualisierung erfolgte mit der zugehörigen iX-Software, die Anbindung mit 260 Datenpunkten über Ethernet an die Siemens-Steuerung S7 300 mit FM350-2.

Ausblick

In Zukunft sollen bei Südpack weitere iX-HMI-Lösungen zum Einsatz kommen. Dabei ist auch die neue Soft-SPS iX-HMI-SoftControl von Beijer Electronics angedacht, eine Kombination aus iX-HMI-Software und dem hardwareunabhängigen Programmierungs-Tool Codesys nach IEC61131-3. Dabei liegt der Fokus auf der schnellen und effizienten Programmierung auf nur einem System kombiniert mit den iX-HMI-Produkten als kostengünstiger Lösung gegenüber einer klassischen SPS.

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