13.05.2016

Flexibel programmierbare SPSen

Wirtschaftliche S7-Alternative

Die neue Steuerungsfamilie von Insevis lässt sich mit den Siemens-Tools SimaticManager und TIA Portal programmieren. Auf diese Weise können Nutzer S7-Anwendungen flexibler ausführen. Die integrierten Panels sind zudem mit einem Visualisierungs-Tool ausgestattet, das kundenspezifische Add-Ons erlaubt.


Meldung der CPUs im SimaticManager und in TIA Portal
Bild: Insevis Gesellschaft für industrielle Sytemelektronik und Visualisierung mbH

Seit einigen Jahren bietet der Hersteller Insevis Steuerungen als Alternative zur klassischen S7-SPS an. Sie lassen sich sowohl mit dem SimaticManager als auch mit dem TIA Portal auf einfache Weise programmieren und erweitern das bestehende S7-Programm (in AWL, KOP, FUP, S7-SCL, S7-Graph) um Onboard-Schnittstellen und kundenspezifische Sonderfunktionen. Das Unternehmen bietet drei verschiedene Varianten an, deren Befehlsumfang der S7-315-2PNDP entspricht. Der 512kB bis 1MB große Arbeitsspeicher kommt ohne MMC-Zusatzkarten aus. Für Archivierungen kommt eine Micro-SD-Karte zum Einsatz. Die Steuerungen kommunizieren über Ethernet (TCP, UDP) mit dem HMI. Die Variante T beinhaltet darüber hinaus zwei getrennt konfigurierbare Ethernet-Anschlüsse, Modbus (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer2) sowie die seriellen Schnittstellen mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Das ermöglicht den Einsatz als S7-programmierbares Feldbus-Gateway. Des Weiteren lassen sich die Varianten V und P mit Profibus DP Master/Slave und die Ausführung T mit Profinet-I/O-Controller ausrüsten. Die dafür nötigen SFCs und SFBs stehen Anwendern kostenlos im Internet zur Verfügung, neben Beispielanwendungen und Demovideos zu deren Handling.

Flexibel programmierbare Panels

Anwender, die noch nicht auf TIA Portal umgestiegen sind oder es vorziehen, weiter mit dem SimaticManager zu arbeiten, haben häufig Schwierigkeiten, mit WinCC flexible programmierbare Control-Panels einzusetzen. Für diesen Zweck bietet Insevis eine Reihe separater oder integrierter Panel-PCs in den Größen 3,5 bis 15,6" an. Der Variablenimport samt Symbolik aus dem SimaticManager oder dem TIA-Projekt, ein umfangreiches Störmeldesystem mit 1024 Alarmen und 128 Ereignissen, 64 Trendkanäle, 64 Rezepturen mit 256 Elementen sowie 256 Datensätzen, eine Benutzerverwaltung mit neun Ebenen und eine unbegrenzte Anzahl von Sprachen sowie mehrere Log- und Archivierungsfunktionen bieten Lösungsansätze für komplexe Visualisierungsaufgaben. Eine integrierte Simulationsfunktion und eine kostenlose, multiinstanzfähige Remote-Visualisierung erleichtern die Arbeit mit dem System. Der Verzicht auf eine windowsbasierte Lösung senkt dabei die Boot-Zeit auf ca. 3s und beschleunigt die Bildwechsel. Darüber hinaus senkt er auch die Hardwareanforderungen an die Steuerung und damit die Leistungsaufnahme des gesamten Systems. Das integrierte Ethernet stellt dabei die Kommunikation der Panel-HMIs mit den Steuerungen sicher. Die Identifikation des Prozessors erfolgt per IP-Adresse und TSAP am Panel direkt oder in der Visualisierungs-Software VisuStage. Es gibt keine Tag-Beschränkungen, die das jeweilige Visualisierungsprojekt limitieren könnten. Sowohl die Software als auch die Firmware lassen sich auch ohne PC per Micro-SD-Karte austauschen und konfigurieren. Die Panel-PCs sind frontseitig IP65-dicht und verfügen über einen erweiterten Temperaturbereich von -20 bis +60°C. Darüber hinaus erlauben die Metallgehäuse der Panels ein kundenspezifisches Labeling. Damit erweitert sich der Einsatzbereich auf mehr als MP/TP177/277-Anwendungen. Mit den Panels haben S7-Anwender die Möglichkeit, beim SimaticManager zu bleiben, ohne sich steuerungsseitig vom TIA Portal zu entkoppeln. So können sie den Zeitpunkt des Umstiegs auf TIA Portal individuell festlegen und bereits verbaute Hardware mit S7-Programmen aus dem TIA Portal updaten.

Kostenloses Konfigurations-Tool

Die Panel-SPSen eignen sich durch ihre Onboard-I/Os vor allem für kompakte Anwendungen. Aufgrund der vorhandenen Schnittstellen lassen sich dezentrale I/Os, Frequenzumrichter oder andere Slaves jederzeit integrieren. Für die Adressierung und Parametrierung von Onboard- oder dezentraler Peripherie sowie für die Konfiguration der Onboard-Schnittstellen und der CPU stellt das Unternehmen das kostenlose Konfigurationstool ConfigStage zur Verfügung. Nach Übertragung der Konfiguration in den Systemdatenbereich der CPU können Anwender die I/Os oder Fremd-Slaves sowohl im SimaticManager als auch in TIA Portal überwachen. Dies erleichtert das Einbinden von CANopen-Geräten in die Steuerung. Mit wenigen Klicks lässt sich die EDS-Datei des CAN-Teilnehmers einlesen, lassen sich vorgefilterte Prozess- und Systemdatenobjekte den S7-Bereichen zuweisen, als Bibliothekselement abspeichern und in das S7-Projekt übernehmen. Das Programm meldet eventuelle Adresskonflikte automatisch und schlägt Abhilfe vor.

Fazit

Im Rahmen seiner Strategie will Insevis seinen Kunden mehr Unabhängigkeit im S7-Raum ermöglichen. Sie eignet sich für Anwender, die ihre gewohnte S7-Programmierumgebung behalten und sich dennoch mit offener Steuerungstechnik am Markt präsentieren wollen. Das hohe Qualitätslevel der deutschen Fertigung und die Zusatzfunktionen und Add-on-Möglichkeiten machen die Produktreihen zu einer passenden Lösungen für kleine und mittlere S7-Anwendungen.

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