10.08.2016

Deutschland droht 2030 Engpass an Arbeitskräften

Eine aktuelle Studie von PWC und dem Wifor-Institut zeigt die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Qualifikationen, Berufsgruppen und Branchen bis zum Jahr 2030. Demnach könnten bis dahin in Deutschland über vier Millionen Arbeitskräfte fehlen.


Die Studie geht davon aus, dass im Jahr 2030 deutschen Unternehmen rund 3,5Mio. weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen als heute. Der berechnete nominelle Engpass an Arbeitskräften könnte durch die Effekte der digitalen Transformation aber halbiert werden. Ein höheres Renteneintrittsalter, eine stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen und mehr Zuwanderung könnten die Auswirkungen des demografischen Wandels zusätzlich abfedern. Gelinge all dies aber nicht, würden deutsche Unternehmen im Jahr 2030 jede zehnte Arbeitsstelle nicht mehr besetzen können. Petra Raspels, Vorstand Human Capital bei PWC Deutschland, sagt:"Es ist höchste Zeit, dass Unternehmen ihre Personalarbeit als strategische Aufgabe begreifen. Selbst wenn der Engpass an Arbeitskräften durch die Digitalisierung deutlich sinken sollte, werden die Arbeitgeber über alle Branchen hinweg um dieselben Qualifikationen werben: Akademiker, Spezialisten der Informations- und Kommunikationstechnik und Absolventen der MINT-Studienfächer."

Fachkräfte und Akademiker mit guten Chancen

Im Vergleich mit 2008 werde sich bis 2030 die Nachfrage an akademischen und vergleichbar ausgebildeten Fachkräften in der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) nahezu verdoppeln (+97 Prozent). Ebenfalls beste Berufsaussichten werden Führungskräften im kaufmännischen Bereich (+86 Prozent) prognostiziert sowie Betriebswirten (+70 Prozent), Naturwissenschaftlern, Mathematikern, Ingenieuren (+69 Prozent) und Führungskräften in der Produktion und bei speziellen Dienstleistungen (+66 Prozent). Einen deutlichen Nachfragerückgang würden Berufe mit einem eher niedrigen Qualifikationsprofil erfahren, darunter Hilfsarbeiter, Fahrzeugführer und Bediener mobiler Anlagen. Der Grund: Viele der Tätigkeiten werden durch eine fortschreitende Automatisierung einfacher Tätigkeiten zunehmend von Maschinen übernommen. Konkrete Engpass-Szenarien für 2030 zeigt sich zudem aufgeteilt nach Branchen. So werde die Automobilindustrie im Jahr 2030 einen Bedarf an 35.000 Mathematikern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern haben, gefolgt von 25.000 Metallarbeitern und 21.000 ingenieurtechnischen Fachkräften. 120.000 Akademiker aus der IKT würden im Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation gesucht, 110.000 ingenieurtechnische Fachkräfte würden in der industriellen Produktion die Liste der am meisten gesuchten Mitarbeiter im Jahr 2030 anführen. Das Angebot potenzieller Mitarbeiter werde sich bis dahin aber in nahezu allen untersuchten Branchen verringern. Im Jahr 2015 konnte beispielsweise die industrielle Produktion auf rund 6,6Mio. Arbeitskräfte zugreifen.

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