11.11.2016

Sichere Antworten für die Automatisierung

Fokus auf sicherer Robotik und intelligenter Fabrik

Wie lässt sich eine echte Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) sicher umsetzen? Und wie behalten Konstrukteure und Anwender auch bei modular aufgebauten und verteilten Maschinen und Anlagen die Übersicht? Konkrete Antworten auf diese Fragen erhalten die Besucher des Pilz Messestandes auf der SPS IPC Drives 2016. Der Anbieter von Automatisierungslösungen zeigt in Nürnberg neue Produkte und Dienstleistungen für die sichere Robotik sowie für die Automatisierung in der Smart Factory.


Auf der SPS IPC Drives 2016 veranschaulicht die modular aufgebaute Produktionsstraße die Kommunikation verteilter Automatisierungssysteme im Zusammenspiel mit Aktorik und Sensorik.
Bild: Pilz GmbH & Co. KG

Der modulare Aufbau von Anlagen ist ein Schlüssel zur flexiblen und vernetzten Produktion im Sinne von Industrie 4.0. Mit dem komplett mit Pilz Lösungen automatisierten Smart-Factory-Demonstrator zeigt das Unternehmen, wie individualisierte Produkte schnell, flexibel und kosteneffizient gefertigt werden können. Eine modular aufgebaute Produktionsstraße veranschaulicht die Kommunikation verteilter Automatisierungssysteme im Zusammenspiel mit Aktorik und Sensorik. Das Industrie-4.0-fähige Automatisierungssystem PSS 4000 koordiniert den Ablauf aller vernetzten Komponenten - Sicherheit und Automation vom Engineering bis hin zur Visualisierung. Daneben können die Besucher in Nürnberg gegen den automatisierten Robo-Tischkicker antreten. Im Zusammenspiel aus Sensorik, Steuerung und Antriebstechnik entstehen Spielzüge, die sich durch hohe Präzision und Performance auszeichnen.

Mensch und Roboter arbeiten Hand in Hand - auch ohne Schutzzaun

Auf dem Messestand erleben die Besucher wie Mensch und Roboter ohne trennende Schutzeinrichtungen sicher zusammen arbeiten können. Gezeigt wird eine industrietypische Roboter-Applikation, die nach dem Prinzip der Leistungs- und Kraftbegrenzung abgesichert wird und durch Pilz CE-zertifiziert wurde. Sie ermöglicht eine tatsächliche Kollaboration von Mensch und Maschine. Auf der Messe erklären die Experten die notwendigen Schritte bis zu CE-Kennzeichnung. Eine zentrale Rolle spielt das neue Kollisionsmessgerät PROBmdf. Es misst die auf den menschlichen Körper einwirkenden Kräfte im Falle einer Kollision mit dem Roboter. Die Kollisionsmessung ist Bestandteil des kompletten Dienstleistungsangebots von Pilz für die Validierung gemäß der neuen MRK-Norm ISO/TS 15066.

Neue Dienstleistung für das Energiemanagement nach ISO 50001

Neben dem Thema MRK steht bei den Dienstleistungen der Bereich Energiemanagement im Mittelpunkt des Messeauftritts: Pilz unterstützt praxisnah Unternehmen bei der Einführung eines systematischen Energiemanagements bis hin zur Zertifizierung nach ISO 50001. Die Experten zeigen Energieeffizienz-Potentiale auf und helfen, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Mit einem zertifizierten Energiemanagement leisten Unternehmen einen wertvollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz.

Neuheiten in den Bereichen Sensorik, Steuerung und Aktorik

In Nürnberg zeigt Pilz eine Reihe von Neuheiten aus den Bereichen Sensorik-, Steuerungs- und Antriebstechnik und den passenden Diagnose- und Visualisierungssystemen sowie Software. Neu sind auch die Lichtgitter PSENopt II, die den sicheren Eingriff in den Produktionsprozess und je nach Anforderung Finger- und Handschutz erlauben. Neben dem bereits verfügbaren Typ 3-Lichtgitter sind PSENopt II nun auch als Typ 4-Variante verfügbar. Anwendungen bis PLe gemäß IEC/EN 61496-1/-2 sind möglich. Dazu kommen die neuen Lichtgitter PSENopt slim. Mit ihrer schmalen Bauform können sie vor allem in platzkritischen Anwendungen sowie in Torsystemen eingesetzt werden. Dort erfüllen die Typ 2- und Typ 4-Lichtschranken ebenfalls, je nach Anforderung, Finger- und Handschutz. Der codierte Sicherheitsschalter PSENcode lässt sich nun auch in der kompakten Bauform mit Safety Device Diagnostics verwenden. Diese besteht neben den Sensoren aus einem Feldbusmodul plus Verteiler und bietet eine einfache und umfangreiche Diagnose von Sicherheitsgeräten.

Empfehlungen der Redaktion

Konfigurierbare Steuerungssysteme

An das Basisgerät PNOZ m B1 können jetzt auf der rechten Seite bis zu 12 sichere Erweiterungsmodule angeschlossen werden. Zusätzlich steht ein Ausgangsmodul mit 14 Halbleiterausgängen für nicht-sichere Standardanwendungen zur Verfügung. Anwender erhalten dadurch maximale Flexibilität bei der Steuerung ihrer Sicherheitsfunktionen insbesondere bei großen Projekten. Mit der neuen Generation PSSuniversal 2 erweitert der Anbieter die Universal-Remote I/O Systeme und Steuerungen. Das Remote I/O-System besteht aus dem Profinet-Kommunikationsmodul und einer Auswahl an I/O-Modulen. Dank technischer und mechanischer Verbesserungen profitieren Anwender mit Blick auf Zeit und Kosten.

Performance für anspruchsvolle Motion-Anwendungen

Das neue Motion Control Steuerungssystem PMCprimo MC bietet als Stand-Alone-Lösung hohe Performance für anspruchsvolle Motion-Aufgaben. Die skalierbare Motion Controller-Lösung verfügt über zahlreiche Kommunikationsschnittstellen (z. B. Modbus TCP, CAN oder Profibus DP-S) und ist damit eine flexible Lösung für vielfältige Anwendungsbereiche. Pilz setzt mit seiner neuen Visualisierungslösung PMIvisu auf ein besonders enges Miteinander von Hard- und Software. PMIvisu besteht aus Pilz Bedienterminals PMI, auf denen die webbasierte Visualisierungslösung PASvisu vorinstalliert und lizenziert ist. Anwender dieser Steuerungslösungen können damit Anlagen komplett bedienen, diagnostizieren und beobachten.

Vorschau auf 2017

Auf der Messe in Nürnberg gewährt das Automatisierungsunternehmen einen Ausblick auf die Innovationen für das kommende Jahr: Für 2017 wird beispielsweise der Prototyp einer Sicherheitstrittmatte für Roboteranwendungen gezeigt. Diese taktile Sensorik unterstützt bei Visualisierung und Ortsbestimmung von Personen und ist ein vielversprechender Weg zu mehr Dynamik bei MRK. Das Unternehmen stellt auch eine neue Familie von Not-Halt-Tastern vor, die elektrisch aktiviert werden können. Sie signalisieren durch Beleuchtung, ob sie aktiv sind oder nicht. 2017 wird Pilz zudem einen Laserscanner für das Abtasten von Schutzbereichen auf den Markt bringen. Der Scanner erlaubt dank Reihenschaltung eine produktive Überwachung von Flächen.

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