Modularisierte Stromüberwachung

Für jeden Anwendungsfall passend

Mico Pro ist das neue Stromüberwachungssystem von Murrelektronik. Der modulare Aufbau ermöglicht es, Systeme exakt auf die konkrete Anwendung anzupassen. Das patentierte Auslöseverhalten sorgt für eine hohe Maschinenverfügbarkeit. Zusätzlicher Vorteil: ein integriertes Konzept zur Potenzialverteilung, das die Schaltschrankverdrahtung signifikant entflechtet.

Autor: Alexander Hornauer


Aus zahlreichen Mico-Pro-Modulen werden Komponenten ausgewählt und mit einem Powermodul zu einem System zusammengesteckt.
Bild: Murrelektronik GmbH

Stromversorgungssysteme sind das Herz von Maschinen und Anlagen. Sie sorgen für die nötige Energie. Darum dürfen sie nicht ohne weiteres durch Überströme oder Kurzschlüsse lahmgelegt werden, denn dann drohen Maschinenstillstände, Produktionsausfälle und hohe Kosten. Mico Pro von Murrelektronik soll für Zuverlässigkeit in der Stromversorgung sorgen. Das intelligente Stromüberwachungssystem überwacht alle Last- und Steuerströme konsequent und erkennt kritische Momente rechtzeitig. Das System signalisiert Grenzlasten und schaltet fehlerhafte Kanäle zielgerichtet ab, um Komplettausfälle zu vermeiden und eine hohe Maschinenverfügbarkeit zu gewährleisten. Das Auslöseverhalten ist patentiert und verfolgt den Grundsatz: 'so spät wie möglich, so früh wie nötig.' Dabei erkennt es auch 'flüchtige Fehler', z.B. wenn ein Leitungsbruch in Schleppketten nur bei bestimmten Verfahrwinkeln auftritt. Kapazitative Verbraucher erkennt das System und startet diese kontrolliert.

Modularer Aufbau mit Platzspareffekt

Mico Pro ist ein modulares System für 12- und 24-VDC-Betriebsspannungen. Aus zahlreichen Mico-Pro-Modulen werden die passenden Komponenten für die jeweilige Applikation ausgewählt und mit einem Powermodul werkzeuglos zu einem geschlossenen System zusammengesteckt. Dabei kann zwischen Modulen mit einem, zwei oder vier Ausgangskanälen gewählt werden. Diese sind 8, 12 oder 24mm breit. Nimmt man beispielsweise ein System mit acht Kanälen, dann benötigt dieses laut Anbieter bis zu 65 Prozent weniger Platz als beim Einsatz von Leitungsschutzschaltern. Bei den Fix-Modulen sind die Auslöseströme (2, 4, 6, 8, 10 und 16A) fest eingestellt, das ist eine manipulationssichere Lösung. Bei den Flex-Modulen kann der Auslösestrom per Tastendruck von 1 bis 10A bzw. 11 bis 20A eingestellt werden. Das erhöht die Flexibilität (z.B. für Maschinen- und Anlagenbauer mit Optionsmanagement) und reduziert in gleichem Maße den Variantenbedarf. Soll ein einzelnes Modul ausgetauscht werden, weil z.B. durch eine neue Maschinenkomponente ein anderer Strombedarf entsteht, dann funktioniert das werkzeuglos in kurzer Zeit.

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Vereinfachung der Schaltschrankverdrahtung

Das System verfügt über ein integriertes Potenzialverteilungskonzept für +24 (bzw. +12) und 0V und vereinfacht die Schaltschrankverdrahtung damit signifikant. An jedem Kanal gibt es Anschlussmöglichkeiten für +24V und 0V. Externe 0V-Klemmen haben damit ausgedient, das Nullpotenzial kann direkt über Mico Pro angeschlossen werden. Das entflechtet Installationen, sorgt für einen deutlich reduzierten Verdrahtungsaufwand und spart Platz im Schaltschrank. Mit zusätzlichen Potenzialverteilern können an jedem Kanal bis zu 2 x 12 Potenziale angeschlossen werden.

Praktisches Handling

Das Brücksystem, mit dem die einzelnen Komponenten zu einem geschlossenen System verbunden werden, ist einfach in der Handhabung. Zwei Schienen werden mit einem handelsüblichen Seitenschneider auf die richtige Länge gekürzt, mit einem Handgriff von vorne in die vorgesehenen Aufnahmen gesteckt - und schon ist das System, das für einen Gesamtstrom von bis zu 40A ausgelegt ist, fertig aufgebaut. Die Signalkontaktierung für Diagnose- und Steuersignale findet über seitlich integrierte Federkontakte statt. Die einzelnen Leitungen können ohne Werkzeug verdrahtet werden, denn alle Ein- und Ausgänge des Systems sind mit Push-In-Federkraftklemmen ausgestattet. So gelingt die Montage in kurzer Zeit und es entsteht während des laufenden Betriebes kein Wartungsaufwand. Die Vorderseite wird zu keiner Zeit von Kabeln oder Leitungen verdeckt, der Bediener kann Kennzeichnungen und Status der LEDs mit einem Blick erfassen.

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Diagnose vor Ort oder über die Steuerung

Diagnosefunktionen genießen beim System einen großen Stellenwert. Jeder Kanal ist mit einer LED zur Statusanzeige am Gerät ausgestattet, außerdem können digitale Meldesignale an die Steuerung übergeben werden. Das Powermodul stellt eine Sammeldiagnose für den gesamten Systemverbund zur Verfügung, die einstellbaren Flex-Module liefern zusätzlich kanalgenaue Diagnosesignale. Für die Status-LED gilt: solange alles in Ordnung ist, leuchtet sie grün. Werden 90 Prozent des eingestellten oder vorgegebenen Auslösestroms erreicht, dann signalisiert die LED durch Blinken in grün das Erreichen des Grenzbereiches ('90-Prozent-Frühwarnung'). Dies kann auftreten, wenn weitere Verbraucher angeschlossen werden oder sich der Stromverbrauch bereits eingebundener Verbraucher erhöht, beispielsweise durch Verschleiß. Bei der Inbetriebnahme kann das Vorwarnzeichen helfen, falsch ausgelegte Strompfade auf Anhieb zu erkennen. Das System setzt in einem solchen Fall zusätzlich ein digitales Meldesignal ab. Wird der Auslösestrom überschritten, schaltet Mico Pro umgehend und zielgerichtet den betroffenen Kanal ab. Die LED blinkt rot, und auch in diesem Fall wird ein Meldesignal gesendet. Der Bediener kann den Kanal wieder aktivieren, entweder durch Tastendruck vor Ort oder durch ein Signal von der Steuerung. Für Instandhaltungszwecke können Kanäle auch manuell ausgeschaltet werden. Die LED leuchtet dann dauerhaft rot und die Möglichkeit zum Ferneinschalten wird währenddessen deaktiviert.

Integrierte Schaltfunktion

Eine kanalgenaue Schaltfunktion über ein SPS-Signal macht es bei den Flex-Modulen möglich, Anlagenteile ein- und auszuschalten. Kurze Schaltfrequenzen (bis zu 10Hz) können hier ebenso realisiert werden wie längere Zeiten; beispielsweise um bestimmte Maschinenbereiche während produktionsfreier Zeiten in den Ruhestand zu versetzen. Die LED des beteiligten Kanals leuchtet währenddessen in orange. Das Stromüberwachungssystem kann kaskadiert aufgebaut werden. Das bedeutet: an einem Mico-Kanal mit einem Auslösestrom von mehr als 10A kann eine weitere Mico-Pro-Station angeschlossen werden. Sind deren Kanäle ausnahmslos mit einem Auslösestrom von bis zu 10A versehen, dann ist volle Selektivität gewährleistet und es lösen weiterhin akkurat die jeweils von Kurzschlüssen oder Überlasten betroffenen Kanäle aus. Vor allem bei Anwendungen mit einem dezentralen Schaltschrankkonzept ist das ein Installationsvorteil, weil kein zusätzliches Netzgerät benötigt wird.

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Die optimale Station am Bildschirm planen

Der Mico Pro Online-Konfigurator macht Planern die Zusammenstellung des Systems einfach. Sie können ihr individuelles Mico Pro mit wenigen Klicks am Bildschirm zusammenstellen. Power- und Ausgangsmodule werden zur Konfiguration hinzugefügt und an beliebiger Stelle positioniert. Die Planer bekommen auf den ersten Blick einen Eindruck davon, wie ihre Einheit aussehen wird. Der benötigte Platz im Schaltschrank wird ebenso wie der für die Wahl des optimalen Netzgeräts relevante Summenstrom ständig berechnet und angezeigt. Die Konfiguration wird dabei einer fortlaufenden Plausibilitätsprüfung unterzogen.

Mit einem Klick in den Warenkorb

Wenn der Planer seine Zusammenstellung abgeschlossen hat, sind alle Parameter dokumentiert. Sie stehen für den Download als Excel-Tabelle oder als PDF-Dokument bereit. Außerdem kann die Konfiguration mit einem Klick in den Warenkorb des Murrelektronik-Onlineshops übergeben werden. Die Konfigurationen lassen sich auch abspeichern, um sie für spätere Projekte wieder aufrufen und anpassen zu können.

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