12.06.2018

Sonderlösung per App

Immer öfter stehen Anwendern spezielle (Vision-) Sensoren zur Verfügung, die es per App ermöglichen, Geräte auf individuelle Wünsche hin zu optimieren. Meist geschieht dies über integrierte FPGAs.

Autor: Peter Ebert


Bereits verschiedene Hersteller wie z.B. Baumer (LX-Kameras), IDS (NXT Vision-Sensoren), LMI (Gocator SDK), National Instruments, Sick (AppSpace) oder Xilinx (Revision) - um nur einige zu nennen - bieten mittlerweile die Möglichkeit über eine App bzw. Bedienoberfläche, dem Anwender deutlich mehr Zugriffsrechte als bisher auf seine Geräte zu geben. Damit ist es möglich, individuelle Lösungen und Tools auf den Sensoren zu hinterlegen und sie so effektiver für die eigenen Anwendungen einzusetzen. Dabei sind die Anwender nicht länger auf die Unterstützung der Hersteller angewiesen, da es die Möglichkeit gibt, auf das 'Innere des Sensors' - zumindest bis zu einem bestimmten Level - zuzugreifen und dieses individuell auf seine jeweiligen Wünsche auszurichten. Der Zugriff erfolgt dabei meist über einen FPGA, wobei wir auch gleich beim Flaschenhals dieser neuen technologischen Möglichkeit angekommen sind. Die Programmierung von FPGAs ist kein Kinderspiel und entsprechende Experten nur schwer zu finden. Zwar gibt es beispielsweise von Xilinx oder Silicon Software (Visual Applet) entsprechende Tools, die eine FPGA-Programmierung deutlich vereinfachen, aber leicht ist sie damit immer noch nicht. Allerdings lohnt sich der Aufwand, denn so kann ein Anwender (oder Systemintegrator) sein persönliches Wissen auf den Sensoren hinterlegen. Zudem können die individuellen Programme (Apps) - sobald sie fertig entwickelt sind - ohne Probleme auf weitere Geräte kopiert werden. Anwender können ständig neue Apps auf ihre Sensoren laden, weshalb die Einsatzbereiche eines einzigen Sensors deutlich größer werden. Zudem können die Apps in Zukunft auf einer Art Marktplatz angeboten werden, sodass auch andere Anwender die Möglichkeit haben, bereits vorentwickelte Lösungen auf ihren Geräten einzusetzen. So denkt z.B. der AppSpace Developers Club von Sick bereits über eine Erweiterung in dieser Richtung nach. Die perfekte Lösung für seine Anwendung zu finden, wird damit in Zukunft schneller, deutlich einfacher und vor allem günstiger.

Viele Grüße aus Marburg!

Dr.-Ing. Peter Ebert

Ressortleiter Bildverarbeitung, Messtechnik & Sensorik SPS-MAGAZIN

pebert@sps-magazin.de

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