Erschienen am: 16.07.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 7 2018

HMIs und Software für zukunftsfähige Industrieanwendungen

Visualisierung per Web

Schon lange setzt Bachmann Electronic in Sachen Visualisierung auf Web-Technologien. Heute zeigt sich immer mehr, dass der österreichische Automatisierer damit auf das richtige Pferd gesetzt hat. Gerade mit der Kombination aus der Software Atvise und den hauseigenen HMI-Panels bietet Bachmann ein attraktives und leistungsstarkes Bundle für eine Vielzahl von Anwendungen.


Die Bachmann-Tochter Certec

Certec wurde 2005 gegründet und beschäftigte sich zunächst mit technischen Dienstleistungen im Scada-Bereich. Im Jahr darauf entstand die Idee eines eigenen Produkts, das auf offenen Standards basieren und zudem von jedem Webbrowser aufrufbar sein sollte. Aus diesem Vorhaben ist die Web-basierte Visualisierungs-Produktfamilie Atvise entstanden, die heute auf einer Vielzahl von Anlagen weltweit im Einsatz ist. Zudem beschäftigte sich Certec bereits sehr früh mit der durchgängigen Anwendung von OPC UA im Bereich HMI und Scada. Seit 2012 ist das Unternehmen Teil der Bachmann-Gruppe.

Bild: Bachmann electronic GmbH

Moderne HMI-Lösungen für das Bedienen und Beobachten von Maschinen bzw. Anlagen müssen eine Vielzahl an Anforderungen erfüllen. Für die Visualisierung selbst grafisch komplexer Oberflächen setzt der Automatisierungsanbieter Bachmann in seinen Geräten auf leistungsstarke Prozessoren und Touchscreens. Das Portfolio umfasst unterschiedliche Displaygrößen und Leistungsklassen mit umfangreichen Möglichkeiten zur Konfiguration oder kundenspezifischen Anpassungen. Mit hohen Ansprüchen bei Robustheit, Langlebigkeit und Qualität werden alle HMIs vor der Auslieferung in 48h-Run-In-Tests geprüft. Doch nicht nur auf Seite der Hardware stellt Bachmann hohe Ansprüche an die eigenen Produkte, sondern auch was die Funktionalität und Integration der Visualisierungssoftware angeht. Als Systemanbieter hat sich das Unternehmen auf HMI- und Scada-Lösungen spezialisiert, die speziell in der Kombination aus Hardware und Web-Visualisierung eine Reihe an Vorteilen bieten.

Standardwerkzeug für Industrie 4.0

Für eine dezentrale, orts- und systemunabhängige Visualisierung von Maschinen- und Anlagendaten setzen sich standardisierte Web-Technologien immer stärker durch. Gleichzeitig haben sich für einen durchgängigen Datenaustausch und die Interoperabilität von Systemen mittlerweile alle etablierten Steuerungsanbieter zu OPC UA bekannt. Eine Produktfamilie für Scada und HMI, die schon seit ihren Anfängen beide Mechanismen nutzt, ist die Visualisierungslösung Atvise von Certec, einem Tochterunternehmen von Bachmann. Zu den Vorteilen gehören:

  • • Durch Web-Standards wie SVG lässt sich die Visualisierung von allen gängigen Webbrowsern ohne Zusätze wie Plug-Ins, ActiveX, Java oder Silverlight realisieren. Inhalt und Darstellung passen sich automatisch an.
  • • Eine einmal erstellte Applikation funktioniert auf Basis nativer Web-Technologie identisch auf einer Vielzahl unterschiedlicher Endgeräte. Es ist keine Client-Installation erforderlich.
  • • Der Anwender hat sowohl beim Webbrowser freie Wahl, als auch hinsichtlich der verwendeten Endgeräte: z.B. Windows-PCs, Android- oder Apple-Smartphones, Tablet-Computer oder Industrie-Panels. Das sorgt auch für Unabhängigkeit nach dem BYOD-Ansatz. Das Engineering der Visualisierung muss geräteübergreifend nur einmal erfolgen.
  • • Die Visualisierung ist zukunftssicher: Selbst alte Web-Seiten werden noch richtig dargestellt. Benutzereingaben per Touch sind ohne Programmierkenntnisse umsetzbar. Browser- und gerätegestützte Multitouch-Eingaben und -Gesten lassen sich für Projekte einfach umsetzen.
  • • Durch anerkannte und viel erprobte Sicherheitsstandards wie https bieten Lösungen auf Standard-Web-Technologien ein hohes Schutzniveau gegen Manipulationen, Cyberangriffe oder Malware.
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Fokus auf einfachen Umgang

Auf Basis von OPC UA ermöglicht Atvise u.a. ein standardisiertes, vertikales und objektorientiertes Arbeiten. Das Objekt/Typen-Konzept hält den Programmieraufwand gering, ist strukturiert, kompakt und damit auch auf einfache Inbetriebnahme und Wartung ausgelegt. Selbst bereits bestehende Projekte lassen sich ohne großen Aufwand mit Atvise nutzen. Das Ausführen und Kopieren von Steuerungsinhalten ist ebenfalls einfach und ein strukturiertes Instanziieren mit wenigen Mausklicks durchführbar. Daten können aus vielen unterschiedlichen Quellen übernommen werden. Deren Verarbeitung erfolgt mit Hilfe von objektorientiertem Engineering. Die Architektur der Atvise-Visualisierung erlaubt die hochskalierbare Umsetzung der Projekte: von der einfachen Vorort-Visualisierung bis hin zu hierarchisch angeordneten Multi-Scada-Projekten. Die Produktfamilie Atvise ist sehr skalierbar aufgesetzt und reicht von der klassischen Maschinenvisualisierung vor Ort bis zu produktionsübergreifenden Lösungen für Leitstände oder Cloud-Systeme.

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