17.09.2018

Die neue Welt der Automatisierungstechnik

Produkte, Consulting, Service

Seit Oktober 2017 ist Andreas Hamm neuer Country Director von Rockwell Automation Deutschland. Für uns Grund und Gelegenheit, uns mit dem neuen Regionalchef des Automatisierungskonzerns zu treffen und über die Entwicklung der Automatisierungswelt zu reden und natürlich über die Antworten, die Rockwell Automation dafür bereithält.


Eines ist für Hamm klar: Produktivität, bessere Entscheidungen und sichere Systeme sind die Basis nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolges von produzierenden Betrieben. Daher ist heute für eine erfolgreiche Automatisierungslösung mehr notwendig als eine leistungsfähige Komponente, weiß Andreas Hamm zu berichten. Er ist seit Oktober 2017 Country Director Deutschland bei Rockwell Automation. Und obwohl erst 35 Jahre alt, ist er schon seit 13 Jahren bei dem Unternehmen und hat in dieser Zeit intensive Einblicke sowohl in das Geschäftsfeld von OEMs als auch von Endkunden gewinnen können. Das kommt ihm in seiner neuen Position als Deutschland-Manager zugute, denn als solcher verantwortet er sowohl das Endkundengeschäft als auch den gesamten OEM-Bereich von Rockwell Automation.

Flexibilität und Offenheit aus dem Baukasten

Hamm weiß: "In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Welt der Produktion gravierend verändert, sowohl für Endkunden als auch für OEMs." Über allem stehe die Anforderung der Flexibilität, erläutert er. "Auch unter dem Druck der internationalen Wettbewerbsfähigkeit haben sich die Unternehmen verändert. Wir haben heute Kunden, die einen Exportanteil ihrer Anlagen von 80 Prozent haben. Bei solchen Exportquoten müssen OEMs eine hohe Flexibilität beweisen, zum einen, um die jeweiligen Anforderungen des Kunden genau zu treffen, zum anderen, weil manche Dinge in anderen Teilen der Welt einfach anders umgesetzt werden und geregelt sind. Diese Anforderung hinsichtlich Flexibilität und Offenheit muss eine Automatisierungslösung heute abbilden können. Und das ist ein Punkt, der ganz besonders für Rockwell Automation spricht", sagt er, "weil wir einen äußerst umfangreichen Baukasten haben, der modulare, flexible und offene Lösungen hervorbringt."

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Den Kunden da abholen, wo er ist

Auf der Basis dieses Baukastens entwickeln Kunden von Rockwell Automation - bei Bedarf auch mit Hilfe von Anwendungsexperten des Automatisierungslieferanten - Lösungen für Maschinen- und Anlagenbauer sowie Endkunden. Die Trends sind in beiden Kundengruppen identisch, erläutert Hamm, auch wenn die Ausprägung jeweils unterschiedlich ist. "Es geht um Modularität, schnelle Umrüstungen ohne großen Aufwand und die Reduzierung des Footprints einer Maschine oder Anlage, was für den Anwender am Ende weniger Platzbedarf in der Fertigungshalle bedeutet. Wir unterstützen unsere Kunden dabei eben nicht nur mit Produkten, Systemen und Lösungen, sondern auch mit Consulting und Services", erläutert Hamm. "Das heißt, dass wir als Partner neben einem vollumfänglichen Produktsortiment auch eine ganze Reihe anderer Services anbieten, die dem Kunden helfen, sich weiterzuentwickeln. Und egal, wo der Kunde sich in seiner Entwicklung gerade befindet, zeigen wir ihm, wie er den nächsten Schritt seiner Effizienzsteigerung erreichen kann."

Erfahrungen gewinnbringend nutzen

Nicht jedes Unternehmen ist auf dem aktuellen Stand der Technik, da gebe es deutliche Unterschiede bei der technischen Umsetzung von Prozessen, erläutert Hamm. Manche seien schon sehr weit in Richtung Industrie 4.0 unterwegs, andere beginnen gerade erst mit der Digitalisierung. "Wir betrachten gemeinsam mit dem Kunden die Ist-Situation und erarbeiten eine saubere Analyse, um herauszuarbeiten, was der Kunde erreichen will. Welche Prioritäten gibt es dabei? Dann überlegen wir, wie die Ressourcen so optimal genutzt werden können, dass die definierten Ziele erreicht werden. Dabei hilft uns die Tatsache, dass wir sehr viele unterschiedliche Anwendungen rund um den Globus sehen und daher viel Erfahrung in allen möglichen Branchen sammeln. Wir versuchen daher immer ein Team mit den entsprechenden Spezialisten zusammenzustellen."

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Der Schuh drückt nicht bei der Komponente

Der Umfang und die Leistungsfähigkeit der Automatisierungskomponenten von Rockwell Automation sieht Hamm als Türöffner, auch wenn er glaubt, dass den Kunden der Schuh häufig an anderer Stelle drückt, als auf Komponentenebene. "Früher ist viel über Technologie geredet worden. Man hat z.B. die Geschwindigkeiten der Steuerungen von Hersteller A mit der von Hersteller B verglichen. Heute ist die benötigte Leistung einfach da. Alles war damals sehr technologiegetrieben und auf das einzelne Produkt heruntergebrochen. Die Aufgabe des Maschinenbauers bestand nebenbei darin, die Komponenten zur Zusammenarbeit zu bringen und zu einem System zu formen. Als ich vor 13 Jahren bei Rockwell Automation angefangen habe, da hatten wir bereits eine Philosophie, die sich Integrated Architecture nannte, und die dem Kunden diese Aufgabe abgenommen hat", berichtet Hamm. "Damit waren wir der Zeit weit voraus, denn letztlich verbirgt sich hinter Integrated Architectur in etwa das, was man heute unter Industrie 4.0 versteht. Wir haben diese Lösung seit damals permanent ausgebaut und weiterentwickelt. Mittlerweile hat Rockwell Automation eine umfangreiche Software-Suite oberhalb der Steuerungsebene im Angebot. Dazu gehören Produkte und Cloudservices im Bereich Visualisierung, Produktionsoptimierung, Analytics und Energiemonitoring, um nur einige zu nennen. Daher reden wir mit unseren Kunden heute eher über andere Dinge, die hinderlich sind bei der Umsetzung der Geschwindigkeiten. Durchgängigkeit und Integration in überlagerte Unternehmensebenen sind dabei häufige Themen in den Gesprächen."

Sichere Systeme schaffen

Security ist eines der zentralen Themen der Produktion und damit auch ein wichtiges Betätigungsfeld von Rockwell Automation, erläutert Andreas Hamm. "Auch dies ist ein Automatisierungsbereich, der sich in den zurückliegenden Jahren völlig verändert hat, auch kulturell. Die Welten waren früher getrennt", erklärt er. "Ich kenne noch Zeiten, in denen die ITler in vielen Unternehmen ungern mit den Produktionern zusammengearbeitet haben. Das waren gerade bei Endkunden zwei Gruppen, die nie so richtig das Problem und die Anforderungen des jeweils anderen verstanden haben. Mit der ganzen Industrie-4.0-Thematik und Security Services ist es elementar wichtig, dass diese zwei Abteilungen miteinander reden. Genau dafür stellen wir eine Infrastruktur zur Verfügung, die die Aspekte beider Seiten berücksichtigt. Das ist die eigentliche Challenge" (lacht). Das Thema Security beginnt für Hamm bereits in der Komponente, aber es endet dort nicht: "Natürlich haben wir Security-Mechanismen in die Produkte implementiert, also beispielsweise in die Logi-Steuerungen oder natürlich in die Switches, wo wir übrigens auch mit Cisco kooperieren, die im Bereich IT Marktführer sind. Unsere Leistung reicht jedoch deutlich weiter: Auch die gesamte Infrastruktur liefern wir - gemeinsam mit Partner Cisco - aus einer Hand. Und auch hier spielt das Thema Beratung und fachliche Umsetzung in unserem Angebot eine große Rolle. Wenn der Kunde will, bauen wir ihm eine schlüsselfertige, sichere Produktionsinfrastruktur auf." Hamm gibt ein Beispiel eines solchen Projektes, das in seiner Zeit als Country Director in Irland unter seiner Verantwortung umgesetzt wurde: "Wir hatten ein Greenfield-Projekt bei einem großen Kunden in Irland, den wir von Anfang an über unsere NSS, also Network Security Services, consultingtechnisch unterstützt haben. NSS ist fester Bestandteil unserer Serviceabteilung, hier sitzen die Experten für eine sichere Produktionsinfrastruktur. Das Projekt hat mit einem Assessment angefangen unter der Fragestellung 'Wie stellst du dir deine Infrastruktur auf der Automatisierungsebene vor?' Basierend darauf wurde ein Vorschlag erarbeitet und wir haben gemeinsam mit Cisco den Auftrag für die Umsetzung bekommen. Das funktioniert nicht nur auf der grünen Wiese, denn die Vorgehensweise bei Kunden mit einer gewachsenen Struktur wie z.B. in Deutschland ist sehr ähnlich. Wir nutzen unsere Expertise, erarbeiten Verbesserungsvorschläge und zeigen Optimierungsmöglichkeiten auf und versuchen die Ziele von IT und Automatisierung unter einen Hut zu bekommen."

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Fazit

Wirklich beeindruckend, mit einem Deutschland-Chef eines großen Automatisierungskonzerns im Gespräch zusammenzusitzen und nicht einmal ist von einem konkreten Produkt die Rede: Der Neue an der Spitze der deutschen Rockwell-Automation-Division steckt zwar tief drin in der Materie und im Produktportfolio des Unternehmens. Aber in erster Linie ist Hamm an Lösungen für seine Kunden interessiert und an deren Weiterentwicklung. Das macht er deutlich und man glaubt ihm das. "Unsere innovativen Produkte und die breite Palette von der Sensorik über Safety, Steuerungstechnik bis hin zu Analytics und Cloudlösungen sind die Grundlage für innovative Lösungen und unsere Türöffner bei den Anwendern. Aber wir müssen heute mehr liefern, um den Kunden auf seiner Reise hin zu mehr Produktivität, besseren Entscheidungen und einer sicherer Produktion zu begleiten. Und dafür steht unseren Kunden ein kompetentes Team für Consulting und Service zur Verfügung." (kbn)

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