17.09.2018

Temperaturmesstechnik im individuellen Kunststoffdesign

Völlige Formfreiheit

Ein völlig neues Verfahren zur Herstellung hochwertiger Messtechnik ist plastoSens. Die Sensoren werden dabei im Spritzgussverfahren mit Kunststoff ummantelt. Erste Temperaturfühler zeigen jetzt das breite Einsatzspektrum des Verfahrens. Das SPS-Magazin sprach mit Günther Grommes, Produktmanager plastoSens bei der Jumo GmbH & Co. KG, über die neue Technologie.


Temperaturfühler-Serie plastoSens T

Spannungsfester Kunststofftemperaturfühler T01: Die T-Temperaturfühler aus Hochtemperaturkunststoffen sind elektrisch isolierend und gleichzeitig wärmeleitend. Dadurch ist der Einsatz bei hohen Stromstärken und Spannungen möglich. Der spannungsfeste T01-Fühler weist eine Isolationsfestigkeit von bis zu 10kV auf. Herkömmliche Temperaturfühler verkraften maximal 2,5kV.

Vibrationsfester Kunststofftemperaturfühler T02: Der vibrations- und schockresistente Einsteckfühler T02 widersteht Kräften von bis zu 20g problemlos und kann in nahezu allen Flüssigkeiten eingesetzt werden. Der Fühler zeichnet sich durch eine hohe Bruchsicherheit und eine geringe Eigenfrequenz bei Schwingungen aus.

Dampfdichter Kunststofftemperaturfühler T03: Beim FDA-konformen T03-Fühler für Sterilisationsanwendungen oder CIP-Reinigungen gehen die verwendeten Hochtemperaturkunststoffe im Spritzgussverfahren eine stoffschlüssige Verbindung ein und garantieren so die Dampfdichtigkeit.

Herr Grommes, vor knapp einem Jahr hat Jumo erstmalig die plastoSens-Sensoren vorgestellt. Könnten Sie bitte nochmals die Vorteile des Verfahrens beschreiben?

Günther Grommes: Der wichtigste Vorteil von Sensorik aus Hochleistungskunststoffen ist die völlige Formfreiheit. Temperaturfühler können im Spritzgussverfahren genau so hergestellt werden, wie es die jeweilige Einbausituation erfordert. Dazu kommen die hohe Isolations- und Vibrationsfestigkeit sowie die Tatsache, dass unsere Kunststofffühler absolut wasserdicht sind.

Wie war das Feedback der Branche und konnten Sie damit auch neue Kunden ansprechen?

Grommes: Innovationen sind immer erklärungsbedürftig - zumal, wenn es sich um kundenindividuelle Produkte handelt. Wir müssen den potentiellen Kunden immer wieder aufs Neue nicht nur die Technik, sondern auch die enormen Vorteile nahebringen. Viele Anwender können sich noch gar nicht vorstellen, welche Probleme plastoSens-Sensoren lösen könnten. Wenn diese Hürde genommen und die entsprechenden Denkprozesse angestoßen wurden, sind die Reaktionen durchweg positiv. Wir sind mittlerweile mit zahlreichen Interessenten im Gespräch, viele davon auch aus Branchen, in denen Jumo bisher nicht so stark vertreten war. Ein Beispiel wäre hier die Elektromobilität.

Was hat sich aus Anwendersicht als besonderer Vorteil der neuen Sensoren erwiesen?

Grommes: Kunden sind immer wieder überrascht von unseren Lösungen für schwierige Einbausituationen. Immer dort, wo 'klassische' Temperaturfühler aus Metall an ihre Grenzen stoßen, sind mit plastoSens ganz neue, innovative Lösungen denkbar. Für viele Anwender ist auch die hohe Isolationsfestigkeit von bis zu 10kV ein wichtiges Kriterium.

Empfehlungen der Redaktion

Sie haben vor kurzem drei plastoSens-Temperaturfühler für unterschiedliche Anwendungen vorgestellt. Warum die Abkehr von der Idee der individuellen Speziallösungen?

Grommes: Individuelle Kundenausführungen stehen nach wie vor im Mittelpunkt unserer Produktstrategie. Doch diese Projekte benötigen Zeit. Um einen schnellen Markteintritt zu realisieren und um die wichtigsten Produktvorteile einem breiten Anwenderkreis nahe zu bringen, haben wir drei Standardvarianten für verschiedene Einsatzmöglichkeiten entwickelt.

Werden weitere plastoSens-Varianten folgen?

Grommes: Wir haben derzeit eine weitere Standardvariante in Planung, die wir voraussichtlich im Herbst vorstellen werden. (peb)

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