Erschienen am: 17.09.2018, Ausgabe SPS-MAGAZIN 9 2018

Vom S7-Sprachraum in die Cloud

Insevis hat seine S7-kompatiblen SPSen und Panels auf kompakte Abmessungen und ein attraktives Preis/Leistungs-Verhältnis ausgelegt. Um die Steuerungen fit für die Anforderungen von Industrie 4.0 zu machen, wird jetzt auch ein smartes IIoT-Gateway vom S7-Sprachraum auf OPC UA und MQTT angeboten.


Generell sind die S7-Steuerungen von Insevis mit dem SimaticManager 5.5 oder mit dem TIA-Portal V13/14/15 quasi als S7-315-2PNDP zu programmieren und verfügen über 1MB Arbeits- und 8MB Ladespeicher. Damit können Anwender ihre Siemens-Standardprogrammier-Tools beibehalten und bei Bedarf flexibel zwischen Original- und Second-Source-Hardware wechseln. Jede S7-SPS von Insevis beinhaltet in der Grundausführung bereits Ethernet (TCP, UDP, S7-Kommunikation), Modbus (TCP und RTU), CAN (CANopen und Layer2) sowie einen seriellen CP mit RS232 und RS485 (freies ASCII). Die neueren Steuerungen verfügen sogar über zwei getrennt konfigurierbare Ethernet-Anschlüsse (für Kunden-IT und eigenen Service-Zugang) sowie über einen statischen Webserver. Zusätzlich stehen je nach SPS optional Profibus DP Master/Slave oder Profinet I/O-Controller zur Verfügung.

Feldbus-Gateway oder Datenlogger

Damit allein ist ein Einsatz als S7-programmierbares Feldbus-Gateway oder Datenlogger mit individueller Datenvorverarbeitung möglich. Die dafür hilfreichen SFCs und SFBs stehen kostenlos im Internet zur Verfügung, neben dokumentierten Beispielanwendungen und Demovideos zu deren Handling. Die einfache Projektierung auch umfangreicher Visualisierungen entlastet WinCC flexible-erfahrene Anwender und ist auch für komplette Neulinge einfach. Variablenimport samt Symbolik aus dem SimaticManager oder dem TIA-Projekt sind mit vier Mausklicks möglich, eine Synchronisierung von Visualisierungs- und Programmiervariablen ist eingerichtet. Bei der integrierten Simulation wird neben der Visualisierung auch das S7-Programm mit simuliert, wenn das Siemens-Tool S7-PLCSIM auf dem Rechner vorhanden ist. So wird die Inbetriebnahme deutlich vereinfacht. Zur Archivierung und für Updates wird eine Standard-FAT32-Micro-SD-Karte verwendet.

Anzeige

IIoT-Gateway auf OPC UA und MQTT

Um S7-Anwendungen mit sehr kompaktem Platzangebot technisch und wirtschaftlich an OPC UA (Clients) anzubinden, bietet Insevis jetzt ein neues Gateway mit eigener Linux-Distribution samt openVPN mit Firewall- und Security-Funktionen an. Auf der LAN-Seite erfolgt der Datenaustausch über S7-Kommunikation (Put/Get), Modbus-TCP (als Client), Modbus-RTU (auf RS232 und RS485) sowie als CANopen-Master. Auf der WAN-Seite erfolgt die Kommunikation über einen sicheren VPN-Tunnel als OPC-UA-(Server). Ein frei definierbarer Namespace erlaubt die exakte Abbildung der Kundenanlagen, alternativ können die Namespaces der S7-1500 verwendet werden. Konfiguriert wird über einen integrierten und komfortabel zu bedienenden Web-Konfigurator mit Zugangsbeschränkung und Benutzerverwaltung. Dadurch muss der Anwender keine eigene Software mehr installieren - ein zunehmend geforderter Aspekt. Wer mehr Funktionalität benötigt, dem stehen eine Web-Visualisierung (die mit dem gleichen WinCC flexible-ähnlichem Tool erstellt wird wie bei Panels von Insevis) zur Verfügung. Oder die per Node-Red konfigurierbaren Dienste wie MQTT-Broker, SMTP-Client, Java-Skripte, Twitter-Meldungen, Sprachausgaben und noch ein weiteres Visualisierungs-Dashboard. Das Besondere: Mit diesem Gateway sind ohne den Umweg über ein Portal sichere openVPN-Verbindungen zwischen S7-Standorten möglich. Die neuen IIoT-Gateways werden auf der SPS-Messe in Nürnberg erstmalig vorgestellt.

Integration der Kunden-I/Os

Um Serienanwendungen mit kompakten Platzangebot technisch auszureizen und wirtschaftlich abzuspecken, hat Insevis in einem Ratiodesign seine 4,3"-Panel-SPS mit dem kompletten S7-Leistungsumfang auf die geringe Bautiefe von 25mm für Touchpanel und S7-SPS reduziert. Dabei ging es vorrangig darum, Platz für eine zusätzliche I/O-Ebene zu schaffen, deren Inhalt Serienkunden selbst bestimmen können, während die Steuerung vom Hersteller durch abwärts kompatible Firmwareupdates auf dem Stand der Technik gehalten wird. Bei einer der ersten OEM-Lösungen wurde bei voller S7-Kompatibilität und einer Bautiefe von weniger als 60mm auch noch die Klemmblockebene mit integriert. Typische Anwendungsfälle der kompakten Komplettsteuerungen finden sich als Ersatz von einzelnen Komponenten oder µC- oder Relais-Steuerungen, die eine Bedienmöglichkeit benötigen und kommunizieren müssen. n

Anzeige