Condition Monitoring bei Agrarunternehmen

Mit smarten Sensoren gegen Stillstandzeiten

In der Industrie führt der hohe Nutzungsgrad von Maschinen automatisch zu Verschleiß und macht regelmäßige Wartung erforderlich. Doch während die manuelle Überwachung eines Motors mitunter sehr mühsam sein kann, bietet ein automatisiertes Monitoring durchaus Anwenderkomfort. Besonders, wenn die verbaute Sensorik den Status einer Maschine per App mitteilt.


Der Smart Sensor ermöglicht eine Fernüberwachung und eine überschaubare Wartung.
Bild: ABB AG

Das Agrarunternehmen Olam digitalisiert seine Betriebsabläufe unter anderem mit dem ABB Ability Smart Sensor und nutzt ihn in verschiedenen Werken, um Niederspannungsmotoren aus der Ferne zu überwachen. Das Unternehmen liefert Lebensmittel und Rohmaterial wie Nüsse, Getreide, Kaffee, Baumwolle und Gummi an über 22.000 Kunden weltweit und setzt dabei viele Motoren ein, um die Produkte auf Förderbändern und anderen Einrichtungen zu transportieren.

Keine manuelle Überwachung

In 70 unternehmenseigenen Werken weltweit sind etwa 30.000 Motoren im Einsatz. Allein in einer Produktionslinie können mehrere 100 Motoren installiert sein. Die Motoren laufen häufig im Dauerbetrieb, sodass ihre Zuverlässigkeit und Leistung für eine reibungslose Produktion von Bedeutung ist. Denn der Ausfall nur eines Motors kann die Produktion verlangsamen oder einen außerplanmäßigen Stillstand verursachen. Bis vor kurzem mussten die Motoren noch manuell überwacht werden, das kostete Zeit und Geld. Das Unternehmen führte zunächst probeweise den Smart Sensor an verschiedenen Standorten wie Singapur, Malaysia oder Indonesien ein - insgesamt in Asien mittlerweile rund 100 Stück. "Unsere Technik gewährleistet, dass die Produktionslinien zuverlässig sowie sicher laufen und geplante wie auch außerplanmäßige Stillstandszeiten reduziert werden", kommentiert Sami Atiya, Leiter der globalen Division Robotik und Antriebe bei ABB, den Sensoreinsatz. "Das ist in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie besonders wichtig, wo Hygiene von entscheidender Bedeutung für die Produktionsanlagen ist."

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Einfache Fernüberwachung

Der Smart Sensor ist für den Nahrungs- und Genussmittelsektor gut geeignet, um den Status der Motoren mit Hilfe einer Smartphone-App oder einem Internetportal kontinuierlich zu überprüfen. Er ermöglicht die Fernüberwachung der Motoren und somit eine vorausschauende Wartung. Stillstandszeiten sollen so reduziert und die Lebensdauer der Anlage verlängert werden. Für eine bequeme Inbetriebnahme und Verwendung werden die Geräte ohne Verdrahtung oder Bearbeitung am Motor angebracht. "Der Sensor kann an jedem Motortyp angebracht werden und die Daten werden per Bluetooth übermittelt", berichtet Ravi Yadav, Vice President and Regional Engineering Head Asia Pacific bei Olam. "Die Kosten sind gering, sodass die Sensoren auch in großer Stückzahl eingesetzt werden können."

Erfolgreicher Einsatz

Als die Sensoren in einem Molkereibetrieb von Olam in Malaysia installiert wurden, hat einer schnell erkannt, dass ein Motor stärkere Vibrationen als normal aufweist. Er übermittelte Daten, aus denen hervorging, dass das Vibrationsniveau in der Alarmzone liegt und bald den Grenzwert erreicht. Auf Basis der Daten konnte ein Austausch des gestörten Motors reibungslos durchgeführt werden. Der Sensor wurde am neu installierten Motor angebracht, der normale Vibrationswerte aufzeigte. "Durch die digitale Fernüberwachung kann eine Abschaltung besser vermieden und die Zuverlässigkeit der Anlage erhöht werden", resümiert Yadav.

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