26.03.2019

Digital Twin automatisch auf As-built-Stand halten

NOA und Engineering

'Automatisierte Aktualisierung der Anlagendokumentation' war einer der Anwendungsfälle, die auf der Namur-Hauptsitzung in einem Workshop zum Praxiseinsatz der Namur Open Architecture (NOA) vorgestellt wurden. Er veranschaulichte, wie das Engineering vom OPC-UA-Format auf Basis der NOA profitiert.

Autor: Johanna Kiesel


In einer Live-Demonstration mit Video-Schaltung in die Anlage demonstrierte Prof. Dr. Christian Diedrich (ifak) mit Aucotec-Produktmanager Martin Imbusch, wie sich das physische Auswechseln eines Messumformers unmittelbar in der Anlagen-Dokumentation niederschlägt. Das Praxisbeispiel wurde gemeinsam vom ifak, Aucotec und IGR (Interessen-Gemeinschaft Regelwerke Technik) für die Präsentation auf der Namur-Hauptsitzung entwickelt. Alle vier gezeigten Fälle basierten auf der IGR-Versuchsanlage im Industriepark Höchst. Die Plattform Engineering Base (EB) von Aucotec ist nicht nur wegen ihres OPC-UA-Vertsändnisses und der Web-Anbindung prädestiniert, mit einer Anlage zu kommunizieren. EBs universelles Datenmodell zeigt zudem die Änderung eines realen Objekts in der Anlage automatisch in all seinen dokumentierten Repräsentanzen an, wie P&ID, Stromlaufplan, Stückliste etc. Zusätzlich macht EB via Data Tracking und History-Anzeige nachvollziehbar, wer was wann geändert hat. Für die Live-Demonstration wurde die Versuchsanlage über ihren OPC-UA-Server mit einer Azure-Cloud verbunden. EB empfängt in bestimmbaren Intervallen die Live-Daten der Anlage. In dem Datenmodell erscheinen dann an jeder Stelle, die den Sensor in irgendeiner Form darstellt, die Hinweise zur Änderung. Alle Bearbeiter wissen sofort, ob und welche Konsequenzen zu ziehen sind: Verdrahtung anpassen, Spezifikationsblätter aktualisieren oder neue Revisionsstände erzeugen. Die Anlage meldet Änderungen ihres As-built-Stands automatisch, und die Dokumentation zeigt immer den neuesten Stand - ohne Redlining, Papier oder händische Übertragungen. Wartungs- und Umbauarbeiten werden erheblich erleichtert und übersichtlicher. Der Digital Twin bleibt keine Momentaufnahme, da EB den Zwillings-Status permanent aufrechterhält. Prof. Dr. Christian Diedrich: "Die Lösung bringt uns einen großen Schritt weiter. In wenigen Sekunden wird der Austausch nicht nur erkannt, sondern lässt sich automatisch in die Dokumentation, die so stets aktuell ist, eingliedern. Mit File-basierten Systemen wäre diese Art der Kommunikation mit der Anlage nur sehr bedingt hilfreich, da sie Änderungen nur blattbezogen umsetzen könnten."

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