Diversitäre Temperaturmessung und manipulationssichere Bildschirmschreiber

Auf zum Jupiter

Im Vorfeld der Hannover Messe hat Jumo zahlreiche neue Produkte präsentiert. Neben einer Armatur zur diversitären Temperaturmessung, und einem Manipulationssicheren Bildschirmschreiber wurde auch die Hard- und Softwareplattform Jupiter vorgestellt, auf der die zukünftigen Geräteentwicklungen der Firma stattfinden sollen.


Diversitäre Temperaturmessung

Der Dicotemp 100 ist eine smarte Armatur, mit der eine diversitäre Temperaturmessung mit einem Thermostat bzw. Zeigerthermometer und einem Platin-Chip-Temperatursensor an nur einer Messstelle realisiert werden kann.
Bild: Jumo GmbH & Co. KG

Der Dicotemp 100 ist eine smarte Armatur, mit der eine diversitäre Temperaturmessung mit einem Thermostat bzw. Zeigerthermometer und einem Platin-Chip-Temperatursensor an nur einer Messstelle realisiert werden kann, also zwei gleichzeitige Messverfahren in einer Armatur. Über einen Messumformer wird das Widerstandssignal in ein Analog- oder Digitalsignal umgewandelt. Anwender können mit der neuen Lösung bereits im Prozess eingebaute Geräte ersetzen sowie weiter an der gleichen Messstelle nutzen und zugleich funktional um eine elektrische Temperaturmessung erweitern. Die Armatur besteht aus Edelstahl und ist in verschiedenen Anschlussarten erhältlich: Zum Einschrauben oder zum Einstecken am glatten Rohr. Die Einbaulänge variiert zwischen 65 und 300mm. Das Gerät kann bei Prozesstemperaturen zwischen -40 und +260°C verwendet werden. Über einen M12-Stecker wird ein Widerstandssignal übertragen. Mittels Kabelmessumformer können weitere Ausgangssignale analog (4 bis 20mA) oder digital (IO-Link) weitergeleitet werden.

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Hochskalierbarer Bildschirmschreiber

Der Logoscreen 700 ist das neueste Modell der Bildschirmschreiber-Serie von Jumo. Die Bandbreite der Ausstattungsmöglichkeiten reicht von einer Geräteausführung ohne Messeingang bis hin zu Ausführungen mit maximal 18 Messeingängen, drei Analogausgängen, 18 Digitaleingängen, 24 einzeln umschaltbare Digitalein- oder -ausgängen und sieben Relaisausgängen. Dank einer Tiefe von 119mm spart der Anwender Platz beim Einbau. Die Inbetriebnahme erfolgt mithilfe von Push-In-Klemmen. Der 5,7"-TFT-Farbgrafikbildschirm verfügt über einen Touchscreen. Durch das Icon-basierende System reichen meist maximal drei Touch-Bewegungen, um die gewünschten Prozessdaten anzuzeigen. Über Profinet können bis zu 60 Kanäle analog und digital aufgezeichnet und 120 externe Analog- und Digitaleingänge angezeigt werden. Bis zu acht Zähleingänge ermöglichen eine Durchflussmessung auf Basis von schnellen digitalen Impulsgebern. Durch eine Manipulationserkennung mit neuesten Hash-Algorithmen mit digitalem Zertifikat wird höchste Sicherheit bei der Datenerfassung sichergestellt. Eine rückseitig plombierbare Klemmabdeckung für die Anschlüsse bietet zudem Schutz vor unbefugtem Zugriff auf die Sensorklemmen. Eine Anlagenvisualisierung oder die Darstellung von Prozesszuständen ist mit bis zu zehn kundenspezifischen Prozessbildern möglich. Mittels Strukturierten Texts (ST-Code) werden eigene Applikationen flexibel realisiert. Die Prozesswerte können mittels einer App auf Smartphones und Tablets dargestellt werden. Daten werden in einem variablen Speicherzyklus ab 125ms erfasst und auf dem internen 1GB Speicher gesichert. Für den Dokumentationsnachweis qualitätsbezogener Daten stehen bis zu fünf anpassbare Chargenprotokolle mit automatischem Chargenausdruck zur Verfügung.

Neue Hard- und Softwareplattform

Ein Plattformansatz bringt zahlreiche Vorteile bei der Entwicklung von Produkten und ist in vielen Branchen heute schon Standard. Jumo setzt daher ab 2019 auch auf diese Strategie. Vorreiter für die neue Jupiter-Plattform ist das Automatisierungssystem varitron, dass im Herbst diesen Jahres erscheinen soll, weitere Produkte werden folgen. Bei der Entwicklung der Plattform wurde Wert auf die Skalierbarkeit der Hardware und Software gelegt. Basis ist eine Hardware-Plattform mit einem 800MHz-Prozessor, der je nach Anwendung als Single-, Dual- oder Quad-Core-Variante eingesetzt wird. Das CPU-Modul ist steckbar und kann per Schnittstellen, wie z.B. Ethernet, USB, PCIe, UART, SPI, I²C und GPIOs, an die jeweiligen Anforderungen eines Gerätes angepasst werden. Leistungsstärkere oder leistungsschwächere Prozessoren können je nach Kundenanforderungen verwendet werden. Die Software ist auf Basis einer Linux-Plattform modular aufgebaut und ermöglicht eine hohe Skalierbarkeit der Performance, Speicher und Schnittstellen. Dank integrierter Internet Security und Kryptographie sind Anwender auch beim Cloud-Computing stets auf der sicheren Seite. WLAN und Bluetooth sind Standard, darüber hinaus können TFT-Displays angeschlossen werden. Intuitive Bedienkonzepte, Multigestensteuerung und animierte Bildübergänge sind daher kein Problem. Die Jupiter Plattform kommt 2019 erstmalig im varitron Automatisierungssystem zum Einsatz. Für das System sind bis zu 64 intelligente Anschaltmodule möglich und per Ethernet können maximal zehn Bedienpanels parallel angeschlossen werden. Für die kundenspezifische Bedienung per Codesys Remote Target Visu und WebVisu stehen Visualisierungsbibliotheken bereit. Über Profinet ist die Anbindung an übergeordnete Steuerungssysteme als Device möglich. Zusätzlich steht für das Automatisierungssystem auch ein neues Routermodul und ein digitales I/O-Modul zur Verfügung. Die Jupiter-Plattform Schritt wird Schritt für Schritt die Basis für weitere Produkte von Jumo, wie z.B. Bildschirmschreiber, Mehrkanalmessgeräte für die Flüssigkeitsanalyse oder Prozess- und Programmregler, und ist somit ein weiterer Schritt der Firma vom Komponenten- zum Systemlieferanten.

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