26.03.2019

Mobile Konfiguration von Feldgeräten

Alles unter Kontrolle

Intelligente Feldgeräte in modernen Anlagen der Prozessindustrie können Anlagenbetreibern fundierte Erkenntnisse zum Anlagenzustand liefern. Die gesammelten Informationen helfen bei der Planung von präventiven Wartungsarbeiten. Damit dieses Potential zur Prozessoptimierung und Kosteneinsparung vom Anlagenbetreiber genutzt werden kann, müssen alle installierten Feldgeräte ordnungsgemäß konfiguriert und im laufenden Betrieb überwacht werden.


Intelligente Feldgeräte bieten unzählige konfigurierbare Parameter. Bei einem Radarfüllstandssensor zum Beispiel, liegt die Zahl der zu konfigurierenden Parameter in der Regel bei mehr als 500. Hinzu kommt, dass in typischen Installationen der Prozessindustrien sowie in explosionsgeschützten Bereichen Feldgeräte mit unterschiedlichen Protokollen im Einsatz sind. Es ist keine Seltenheit, dass in Prozessanlagen mehrere hundert oder sogar mehr als tausend Feldgeräte verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Protokollen im Betrieb sind. Die Gerätehersteller liefern meist noch unterschiedliche Schnittstellen zur Gerätekonfiguration. Das erhöht die Investitionskosten und macht das Sammeln und Auswerten von Daten unnötig kompliziert und wenig effizient. Anfänglich schien es unmöglich, bei der Vielzahl von Technologien den Überblick zu behalten, um den anfallenden Aufgaben gewachsen zu sein. Verschiedene Organisationen und Institutionen erkannten schon früh die Notwendigkeit der Standardisierung und entwickelten Integrationstechnologien und Technologien zur Datenbereitstellung, die auf offenen, protokoll- und herstellerunabhängigen Architekturen basieren und eine nahtlose Interoperabilität sowie Flexibilität bei der Integration bieten. Allerdings konnte man sich nicht auf eine allgemein gültige Lösung einigen. Aktuell stehen dem Endnutzer die folgenden Integrationstechnologien mit unterschiedlichen Ansätzen zur Verfügung:

  • • EDD (Electronical Device Descriptions) - eine textuelle Gerätebeschreibungs-Datei
  • • FDT/DTM (Field Device Tool, Device Type Manager) - Gerätetreiber mit integrierter Bedienoberfläche
  • • FDI (Field Device Integration) - eine Kombination aus FDT und EDD

Mobile Enterprise-Lösungen

Digitale, mobile, vernetzte und standardisierte Lösungen sind gefragt, welche Daten von Anlagen, Maschinen und Feldgeräten einfach zugänglich machen und Wartungsabläufe für die Konfiguration, Inbetriebnahme und Fehlerbehebung der Geräte verbessern und rationalisieren. Hier bieten sich Tablet-gebundene Asset Management Tools an, die es dem Wartungspersonal erlauben, vor Ort den gesamten Lebenszyklus der Feldgeräte zu verwalten und über standardisierte Integrationstechnologien zu konfigurieren. Durch die Vernetzung des Tablets mit einem Gesamtsystem sind die Daten an jedem Ort zu jeder Zeit verfügbar. Solche Komplettlösung werden durch Schnittstellen ergänzt, die einen mobilen Zugriff auf die Feldgeräte über die entsprechenden Integrationstechnologien und Protokolle vor Ort ermöglichen. Im Sinne der präventiven und vorausschauende Wartungsstrategie werden Feldgeräte noch bevor sie ausfallen ausgetauscht. Bevor es jedoch für das Wartungspersonal in die Anlage geht, wird das Ersatzgerät schon auf der Werkbank vorkonfiguriert. Auch hier kommt das vernetzte Tablet in Kombination mit der Schnittstelle in Einsatz, um einen schnellen und einfachen Geräteaustausch mit möglichst geringer Ausfallzeit zu ermöglichen. Es kann auch eine Offline-Konfiguration der Geräte vorab durchgeführt werden, ohne dass das Gerät physikalisch vorhanden ist. Anhand der Beschreibungsdateien der Integrationstechnologien werden Parameter in der Applikation hinterlegt und bei der Inbetriebnahme des Gerätes geladen, was Zeit und Aufwand spart.

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Flexible Konfigurationsschnittstelle

Für Anwender, die nach einer Multiprotokoll-Lösung suchen, bietet Softing sein mobiles Interface MobiLink an. Das System ermöglicht den Zugriff auf die wichtigsten Kommunikationsprotokolle in der Prozessautomatisierung über eine einzige Schnittstelle. Die Verbindung zum mobilen Endgerät kann über USB oder Bluetooth erfolgen, dabei ist das Gerät mit Windows, Android sowie iOS-Betriebssystemen kompatibel. Treiber zur Anbindung von Feldgeräten über FDT/DTM sowie FDI-Technologie sind im Lieferumfang enthalten. MobiLink scannt automatisch den Bus und meldet die gefundenen Geräte einschließlich Gerätestatus und grundlegenden Geräteparametern und öffnet die richtige Gerätebeschreibungsdatei. Von dort aus kann der Benutzer intuitiv zu den Gerätedetails navigieren, wie z.B. Diagnose, Zustandsüberwachung, Parametrierung und Konfiguration. Anwender, die Schnittstellen für mehrere Protokolle benötigen, können durch den Einsatz Kosten bei der Anschaffung sparen, da sie nur ein Interface benötigen. Außerdem haben sie durch den Einsatz nur einer Schnittstelle deutlich weniger Aufwand bei Inbetriebnahme und Wartung ihrer Feldgeräte. Aufgrund seiner ATEX-Zulassung für Zone 1, seinem robusten Design und der Anschlussmöglichkeit an eigensichere Schaltkreise eignet sich das MobiLink für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen.

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