21.08.2019

Antriebstechnik für Transportsysteme

Vollgas oder Schleichfahrt?

Werkstückträger-Transportsysteme sollen Halbzeuge in der Produktion schnell und sicher zum nächsten Montageschritt bringen. Um Schäden an Produkten sowie Bauteilen des Transportsystems zu vermeiden, erlaubt die Softmove-Technik verschiedene Geschwindigkeiten. Das Unternehmen EBM-Papst liefert nicht nur die elektrischen Antriebe dafür, sondern setzt das Transportsystem auch in seinen eigenen Werken ein.


Der ECI-Motor sitzt seitlich in den Bandelementen des Werkstückträger-Systems.
Bild: EBM-Papst St.Georgen

Stein Automation fertigt Komponenten für Transportsysteme oder liefert auf Wunsch auch komplett montierte Lösungen mit eigener Logistiksteuerung. Das Unternehmen bietet dabei das System Stein 300 für Werkstücke bis 25kg und das System Stein 500 für Teile bis 60kg an - beide mit der so genannten Softmove-Technik. Bei anderen Transportsystemen fahren Werkstückträger kontinuierlich auf einen Stopper oder den nächsten Werkstückträger auf. Dadurch können Produkte Schäden nehmen, Bauteile des Transportsystems verschleißen und Störgeräusche entstehen. Durch Softmove kann das verhindert werden, da sich die Werkstückträger in drei Geschwindigkeiten bewegen: Bei freier Fahrt fahren sie in Höchstgeschwindigkeit, bei einem erkannten Stau fahren sie langsamer und die letzten 2cm vor einem Stopper oder einem anderen Werkstückträger schalten sie in den Schleichgang. So halten sie rechtzeitig vor dem Hindernis an, wodurch die Produktion leise, die Verletzungsgefahr für die Mitarbeiter gesenkt und Energie gespart werden soll.

Sicherer Transport von sensiblen Teilen

Die Softmove-Technik vermeidet zudem Erschütterungen. Bei empfindlichen oder schweren Teilen ist dies wichtig, wenn z.B. Flüssigkeiten nach dem Vergießen auf Elektronik erst noch trocknen müssen und sensible Statoren bzw. Rotoren transportiert werden. EBM-Papst setzt bereits seit über 20 Jahren Werkstück-Transportsysteme von Stein Automation in den eigenen Fabriken ein. Gemeinsam suchten beide Unternehmen nach einem Motor, der kompakt und leistungsfähig ist und die bisherige EC-Motorenlösung verbessern kann. Dabei war darauf zu achten, dass der Antrieb regelbar ist und sich flexibel ansteuern lässt, z.B. der ECI-Motor 63.20 K4 mit integrierter Steuerung und angebautem Schneckengetriebe. Da der Antrieb drehmoment- bzw. stromgeregelt betrieben werden kann und eine große Überlastfähigkeit bietet, können unterschiedlich schwere Werkstücke bei gleichbleibender Geschwindigkeit transportiert werden. Heute setzt Stein Automation die Motoren in beiden Systemen ein, der Motor sitzt dabei seitlich in den Bandelementen.

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