21.08.2019

Abgestimmte Kombination für Verstellaufgaben

Mit automatischen Formatverstellungen lassen sich Verpackungsmaschinen flexibel auf unterschiedliche Gebindeeigenschaften einstellen. Allerdings müssen die Zustellachsen bei Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oft korrosionsbeständig und wash-down-fähig sein. Um diese Bedingungen zu erfüllen, lassen sich z.B. Stellantriebe mit Einrohr-Lineareinheiten aus Edelstahl kombinieren.


Die Lebensmittelindustrie stellt hohe Anforderungen an die Korrosionsbeständigkeit und Reinigungsfähigkeit automatisierter Formatverstellungen.
Bild: Fotolia, endostock

In Zeiten steigender Produktvielfalt und sinkender Losgrößen sind in vielen Bereichen zuverlässige, automatisierte Zustellachsen eine entscheidende Voraussetzung für einen flexiblen und dennoch wirtschaftlichen Produktionsprozess. Sie senken die Rüstzeiten und sorgen für genaue Wiederholbarkeit. Zudem können sie dazu beitragen, Fehler bei dem Einstellen der Maschine zu vermeiden. Auch bei der industriellen Verarbeitung von Lebensmitteln steigt der Grad der Automatisierung und damit der Bedarf an automatischen Formatverstellungen. Werden z.B. bei der Backwaren- oder Süßigkeitenherstellung Teige, Schokolademasse oder ähnliches mit Walzen gleichmäßig auf einem Förderband verteilt, wird die Höhe der Walze und damit die Dicke der jeweiligen Masse über eine Zustellachse automatisch eingestellt. Auch bei der Umsetzung verpackter flüssiger oder viskoser Lebensmittel sind automatische Formatverstellungen notwendig, um die Verpackungsmaschinen flexibel auf die unterschiedlichen Gebindeeigenschaften einzustellen. Dabei müssen sie bestimmten Hygieneanforderungen entsprechen. Nur dann halten sie den aggressiven Reinigungsmitteln stand, die in der Branche eingesetzt werden.

Kombinierte Zustellachsen

Die Firmen RK Rose+Krieger und Lenord+Bauer arbeiten seit einigen Jahren auf dem Gebiet der automatisierten Formatverstellungen zusammen und bieten aufeinander abgestimmte Lösungen aus Linearachsen und elektromotorischen Stellantrieben an. Da war es naheliegend auch korrosionsbeständige Lösungen für die Lebensmittelindustrie zu konzipieren. So werden beim jüngsten Projekt der beiden Unternehmen PowerDrive-Stellantriebe in der Edelstahlausführung von Lenord+Bauer mit den E-II-Einrohr-Lineareinheiten aus Edelstahl von RK Rose+Krieger zu korrosionsbeständigen und wash-down-fähigen Einheiten kombiniert.

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Korrosionsbeständige Lineareinheit

Die Edelstahlversion der Einrohr-Lineareiheit E-II eignet sich für leichte genauso wie für schwere Verstellaufgaben. Sie ist 100 Prozent korrosionsbeständig und besitzt gegenüber den Standardeinheiten einen erweiterten Temperaturbereich von -30 bis +80°C - auf Wunsch ist hier durch den Austausch des Gleitbuchsenmaterials des Führungsschlittens eine weitere Steigerung möglich. Das Endelement der Lineareinheiten ist als Edelstahlkugellager ausgeführt und serienmäßig mit Ablaufbohrungen versehen. Edelstahlabdeckungen für die Lagersitze und die Führungsnut dienen der optischen Verkleidung, sind jedoch gleichzeitig ein effektiver Staubschutz und können auch als Hubbegrenzung genutzt werden. Die Rohreinheiten sind mit Rechts- und/oder Linksgewinde lieferbar. Dabei eignet sich die Variante mit Rechts- und Linksgewinde, bei der sich die Schlitten auf einander zu bewegen, vor allem für Formatverstellungen. Optional kann ein zweiter, lose mitlaufender Führungsschlitten vorgesehen werden.

Kompakte, stufenlose

Stellantriebe

Die elektromotorischen Positionierantriebe vom Typ PowerDrive GEL 6110 vereinen im korrosionsbeständigen IP67-Gehäuse aus Edelstahl bürstenlosen DC-Motor, 32Bit-Mikroprozessor, Getriebe und magnetisch absolute Multiturn-Geber. Sie sind auf Nenndrehmomente von 1,4 bis 15 Nm sowie für Betriebstemperaturen zwischen -10 bis +60°C ausgelegt. Für die Anbindung der Stellantriebe an die jeweilige Anlage bietet Lenord+Bauer dezentrale Steuereinheiten wie die PowerDrive-Box. Sie kann bis zu fünf Antriebe regeln und mit Spannung versorgen. Eine steckbare Schnittstelle erleichtert das Einbinden der Box in gängige Industrienetze (CANopen, Profibus-DP, Sercos III, Powerlink, Profinet IO/RT, Ethercat, Ethernet/IP, Modbus TCP) und sichert so den Datenaustausch mit der Anlagensteuerung.

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Nachrüstung problemlos möglich

Auch die nachträgliche Ausrüstung einer Produktionsanlage mit automatisierten Formatverstellungen ist ohne großen mechanischen Aufwand möglich. Sie bietet sich überall dort an, wo Handräder, Führungen mit Klemmvorrichtung oder pneumatische Zylinder mit Anschlägen zeitaufwändig noch von Hand justiert werden. Sie müssen lediglich demontiert und Stellantriebe für die elektrische Verstellung montiert werden. So lässt sich laut Hersteller nicht nur Zeit sparen, sondern auch die Produktqualität steigern und der Ausschuss beim Wiederanlauf der Maschine nach einem Formatwechsel reduzieren.

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