21.08.2019

Stimmiges Gesamtpaket für die Verbindungstechnik

Bis zu 700 Meter Leitung pro Maschine

Für die Luftfahrtindustrie hat die kleine südschwedische Ortschaft Virserum einen klangvollen Namen. Hier produziert Modig Machine Tool riesige CNC-Maschinen für Flugzeughersteller. Die benötigten Steuerleitungen, Stecker und Kabeldurchführungen liefert Lapp, einer der führenden Anbieter von integrierten Lösungen und Markenprodukten im Bereich Kabel- und Verbindungstechnologie mit Sitz in Suttgart. Die Zusammenarbeit besteht bereits seit den frühen 1990er Jahren.


Hoch spezialisierte CNC-Maschinen für die Luftfahrtindustrie, hergestellt in Schweden von Modig Machine Tool.
Bild: Modig Machine Tool AB

1947: Ein findiger Schwede namens Harry Modig gründet gemeinsam mit seinen Brüdern Arne, Sture und Erik in ihrem Heimatort Virserum die Firma Modig Mekaniska Verkstad. Das junge Familienunternehmen entwickelt und produziert Bohrmaschinen und Drehbänke - von Anfang an in überdurchschnittlicher Qualität und Leistungsfähigkeit. Schon nach wenigen Jahren beliefert Modig Unternehmen aus England, den USA, Südafrika und anderen Ländern. Mittlerweile ist aus der mechanischen Werkstatt ein High-Tech-Unternehmen ersten Ranges geworden, dessen Geschäfte Harry Modigs Enkel David führt. Die Leitung hatte ihm 2011 sein Vater Percy Modig übergeben, der nach wie vor aktiv im Betrieb mitarbeitet. David Modig war von Kind auf mit den tonnenschweren Stahlteilen und gigantischen Maschinen vertraut. "Dort bin ich schon als kleiner Junge herum gerannt", erzählt er. "Ich kenne es gar nicht anders." Heute unterhält Modig Machine Tool Niederlassungen in 14 Ländern in Europa, Asien, Nordamerika und im Mittleren Osten. Das High-Tech-Unternehmen hat mit rund 60 Mitarbeitern im Jahr 2018 einen Umsatz von rund 400 Millionen Schwedischen Kronen erzielt, das entspricht etwa 39 Millionen Euro.

Zulieferer für namhafte Flugzeughersteller

Die Produkte genießen einen guten Ruf auf dem Weltmarkt, und Modig zählt zu den Top-Lieferanten der Luftfahrtindustrie. Namhafte Unternehmen wie Airbus, Boeing, Bombardier oder Cessna beziehen Maschinen aus Virserum. Denn sie gelten als leistungsfähig, schnell und hochgenau. Viele Flugzeughersteller bearbeiten deshalb große Tragflächenteile bevorzugt mit den CNC-Spezialmaschinen aus Schweden. Die RigiMill zum Beispiel ist die größte Maschine im Modig-Portfolio. Sie kostet rund drei Millionen Dollar, jährlich verlassen nur etwa 20 Stück dieses Maschinentyps die Produktionshalle in Virserum. Die RigiMill bearbeitet laut Herstellerangaben riesige Metallteile um gut 30 Prozent schneller als vergleichbare Maschinen der Wettbewerber. "Das garantieren wir sogar vertraglich", sagt David Modig. Hinzu kommt, dass die Modig-Maschinen sehr robust und langlebig sind. Es gibt Maschinen, die vor mehr als 30 Jahren ausgeliefert wurden und noch immer problemlos arbeiten. Modig selbst hat ebenso wie einige Kunden solche Maschinen heute noch im Einsatz. Bei manchem Kunden, der seit vielen Jahren mit Maschinen aus Virserum arbeitet, ist die Rede nicht mehr von "einer Maschine", sondern von "einer Modig".

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Steuerleitungen, Steckverbinder und Kabeldurchführungen

David Modig ist sicher: Ihr Erfolg ist das Ergebnis von Ideenreichtum, kompromissloser Qualität, harter Arbeit und Mut. Den Mut trägt die Familie sogar im Namen: 'Modig' heißt ins Deutsche übersetzt 'mutig'. Nach wie vor sind es vor allem Percy und David Modig, die Neuerungen anstoßen und die Konzepte und Ideen für ihre Maschinen entwickeln. Wer einen so hohen Anspruch an seine Qualität hat wie Modig, fordert diesen Anspruch auch von seinen Lieferanten ein. So arbeitet Modig fast ausschließlich mit Kabeln und Steckern von Lapp Miltronic, der schwedischen Lapp-Tochter in Nyköping. Die Liste der Teile, die Lapp allein im Jahr 2018 an Modig geliefert hat, umfasst annähernd 300 Positionen. Sie reicht von Ölflex Steuerleitungen über Epic Stecker bis hin zu Skintop Kabeldurchführungen. Das jährliche Auftragsvolumen liegt bei mehreren 100.000 Euro. Übrigens: Bis zu 700 Meter Leitungen sind in einer Maschine von Modig verbaut, der Großteil davon kommt in Energieketten zum Einsatz. Tony Carlzén ist bei Modig für die Beschaffung zuständig. Nach seinen Worten sind "das breite Produktspektrum und der erstklassige Support wichtige Gründe, dass wir Lapp als Lieferant für Verbindungssysteme ausgewählt haben." Und die Qualität. Zum bevorzugten Lieferanten der Schweden wird nur, wer nachweislich über Jahre hinweg gleichbleibend hohe Qualität liefert. In jüngster Zeit kommt ein anderes Kriterium hinzu, das mehr und mehr an Bedeutung gewinnt: die kurzfristige 'On-time'-Lieferung auf Basis eines soliden Lagerpuffers und einer ausgefeilten Bedarfsprognose. Modig und Lapp Miltronic arbeiten schon seit den frühen 1990er-Jahren zusammen. Zu Beginn lieferte die heutige Lapp-Tochter ausschließlich Kabel. Heute bezieht Modig viele weitere Produkte und Komplettlösungen der Verbindungstechnik bei Lapp. Dass der Vebindungstechnik-Spezialist eine technologisch führende Rolle auf dem Weltmarkt einnimmt, zeigt sich unter anderem am Rundsteckverbinder Epic LS-3, einem Leistungsstecker zur Energieversorgung und für Servoantriebe, der Premiumqualität bietet - allerdings auch zu einem Premiumpreis. Tony Carlzén hatte sich vor seiner Entscheidung für diese Steckverbinder auch preisgünstigere Alternativen angeschaut, "aber keiner hat unsere Qualitätsansprüche erfüllt."

Deutsche Industrie im Fokus

Derzeit baut Modig eine neue, voll digitalisierte Fabrik, allerdings nicht in Virserum, sondern in der Hafenstadt Kalmar, etwa hundert Kilometer vom Stammsitz entfernt. Die Schweden wollen verstärkt Kunden auf dem europäischen Kontinent gewinnen und von hier aus beliefern. Im Fokus stehen dabei vor allem die Automobilbranche und die Schwerindustrie in Deutschland. Das neue Gebäude in Kalmar hat eine 70 Meter lange silberfarbene Metallfassade. Es beherbergt künftig auf einer Fläche von rund 8000 Quadratmetern die Forschungsabteilung von Modig, die Endmontage, das Kundencenter und Büros. Neben der günstigen Verkehrsanbindung ist David Modig ein anderer Aspekt des neuen Standorts wichtig: "In Kalmar werden wir auch leichter das Personal finden, das wir für unsere Expansionspläne brauchen." Und Einkäufer Tony Carlzén erklärt, auch hier sei Lapp als bevorzugter Lieferant gesetzt. "Wir haben ein gemeinsames Ziel: Immer bessere und kosteneffektive technische Lösungen für unsere Kunden."

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