20.11.2019

Eine einzige (Bildverarbeitungs-)Software für 2D und 3D

All-in-One

Nahezu jede(r) Kamera oder Sensor benötigte bisher eine eigene Software bei steigender Funktionalität. Bis jetzt, denn Wenglor hat mit uniVision 2.1 eine Software entwickelt, die mit allen Visionkomponenten - von 2D-/3D-Sensoren, über Smart Cameras bis hin zu Visionsystemen - kompatibel ist.


Dank ihres modularen Aufbaus ermöglicht uniVision 2.1 das einfache und komplexe Lösen von bildbasierten Anwendungen im industriellen Umfeld.
Bild: wenglor sensoric GmbH

Schon vor über zwei Jahren erkannte Wenglor, dass die Anforderungen an Produkte und Entwicklungen im Bereich Bildverarbeitung völlig andere sind als im Bereich Sensorik. Komplexere Aufgaben in mehreren Dimensionen und Software als zentraler Bestandteil für alle Hardwarekomponenten machten daher die Gründung zweier Kompetenzzentren notwendig: CamTec und SensorTec. Auch auf Seiten Forschung & Entwicklung sowie beim Vertrieb wurden beide Disziplinen voneinander getrennt betrachtet und weiterentwickelt. Die Bündelung des gesamten Software-Knowhows im Bereich Bildverarbeitung in einer eigenen Geschäftseinheit war somit die logische Konsequenz. 2005 wurde der erste Vision Sensor am Markt vorgestellt. Es folgten die ersten eigenen Visionsysteme und die modulare Smart Camera weQube. Spätestens seitdem die 2D-/3D-Profilsensoren weCat3D gemeinsam mit der Control Unit und der Software uniVision eingeführt worden sind, hat sich Wenglor als Bildverarbeitungs-Komplettanbieter etabliert, wobei es für jede Hardwarekomponente zunächst eine eigene Software gab. "Das bedeutete aber für die Kunden natürlich enormen Zeit-, Schulungs- und Kostenaufwand bei der Einrichtung neuer Kamera- und Softwaresysteme", erläutert Martin Knittel, Bildverarbeitungsexperte bei Wenglor. "Wir haben aber sehr schnell daraus gelernt und die Idee einer zentralen, übergreifenden Softwareplattform entwickelt, die sowohl für Laien, als auch für Experten, einfach zu bedienen ist." Erstmals wurde die Software für die 2D-/3D-Sensoren von WenglorMEL im Jahr 2016 eingeführt und seither stetig weiterentwickelt. Ziel ist es, langfristig alle Hardwarekomponenten über eine einzige Software steuern zu können. Im aktuellen Softwarerelease gelingt dies nun auch mit den Wenglor-Bildverarbeitungssystemen.

All-in-One-Software

Herausgekommen ist dabei mehr als nur ein Software-Tool zur Auswertung von Bildern und Höhenprofilen. Mit uniVision 2.1 lassen sich sowohl Smart Cameras als auch Visionsysteme und 2D-/3D-Sensoren betreiben und sogar miteinander kombinieren. Als zentrale Auswerteeinheit dient die Control Unit von Wenglor. Einzig die Smart Camera weQube agiert völlig autark und benötigt keine externe Auswerteeinheit. Somit entfällt beim Kunden die Einarbeitungszeit auf unterschiedliche (Software-)Produkte und somit enormer Support- und Schulungsaufwand. Das System selbst ist somit skalierbar für die gesamte Bandbreite an Bildverarbeitungsanwendungen. "Reicht beispielsweise die Auflösung einer Smart Camera nicht mehr aus, so kann man einfach auf ein Visionsystem umstellen", so Knittel. "Oder ist eine Anwendung nicht mit einem 2D-Bild lösbar, so können es die 2D-/3D-Profilsensoren mit einem Höhenprofil lösen - natürlich alles mit derselben Software." Ebenso lassen sich mehrere Hardwareprodukte parallel an einer Control Unit betreiben. So lassen sich Digitalkameras und Profilsensoren ideal verknüpfen und über die Control Unit (IPC) zentral steuern. Dabei müssen die Anwender selbst keine Programmierkenntnisse haben. Zahlreiche Softwaremodule, Templates und Tutorials sorgen dafür, dass man mit nur wenigen Klicks einfache Massenanwendungen lösen kann. Für Fortgeschrittene Anwender gibt es ausreichend Möglichkeiten, manuelle Einstellungen vorzunehmen und komplexe Aufgaben, bei denen mehrere Module und Messwerte miteinander kombiniert werden, zu lösen. Außerdem bietet die Software speziell für Schweißanwendungen auf Roboterarmen zahlreiche Schnittstellen zur Integration in Systeme von etablierten Herstellern wie Fanuc, Yaskawa oder Kuka.

Feedback vom Pilotkunden

Im Rahmen des Early-Adopter-Programms (EAP) konnten bereits ausgewählte internationale Bildverarbeitungskunden von April bis August 2019 die uniVision-Software, sowie alle dazugehörigen Vision-Produkte, für ihre Anwendungen nutzen. Neben diversen Qualitätskontrollen in der Automobilindustrie zählte auch eine Palettenkontrolle sowie robotergeführtes Schweißen zu den vielfältigen Anwendungsszenarien. "Mit dem EAP konnten wir eine Win-Win-Situation kreieren: Unsere Kunden können direkt mit unseren Entwicklern neue Features testen und so maßgeschneiderte Softwareprodukte schon vor dem offiziellen Release in ihren Anlagen nutzen und sogar mitgestalten", so Knittel weiter. "Auf der anderen Seite erhalten wir Rückmeldungen aus erster Hand, können Schwachstellen sehr schnell anpassen und neue Features unmittelbar implementieren. So konnten wir nicht nur reguläre Bugfixes durchführen, sondern konkret auch das Blob-Softwaremodul zur Erkennung, Zählung oder Sortierung von Objekten verbessern und die webbasierte Visualisierung erweitern", blickt Knittel zurück. "Außerdem konnten in zahlreichen weiteren Modulen neue Anwendungsideen implementiert werden." Durch regelmäßige Updates, den Erkenntnissen der Pilotanwender und dem kontinuierlichen Entwicklungsprogramm des CamTec-Bereichs ist die Zukunft von uniVision gesichert. Denn schon jetzt hat das Entwicklerteam die nächste Vision im Blick: Die vollständige Integration der 3D-Sensoren in uniVision.

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