24.10.2019

Forschung im Ausland ergänzt inländische Forschung



Jede vierte Erfindung machen große deutsche Unternehmen in ihren Forschungslaboren im Ausland. Drei Viertel der deutschen Unternehmensforschung im Ausland konzentrieren sich auf Technologien, in denen die Firmen auch in Deutschland besonders stark sind. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) und der Hans-Böckler-Stiftung. Entscheidend für die Innovationskraft der weltweit tätigen deutschen Unternehmen bleibe somit meist der Standort Deutschland. Allerdings mit einer gewichtigen Ausnahme: Forschung zu Computertechnik, Datenverarbeitung und Kommunikationstechnik betreiben deutsche Konzerne offensichtlich oft gezielt in Ländern, die auf diesen Gebieten versierter sind als Deutschland. 2015 haben deutsche Unternehmen weltweit knapp 69Mrd.€ für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Damit lagen diese fast doppelt so hoch wie im Jahr 2003. Genauer unter die Lupe genommen haben die Wissenschaftler die Aktivitäten der 104 forschungsstärksten deutschen Unternehmen anhand der zwischen 2012 und 2014 angemeldeten Patente ihrer Erfinder weltweit. Die meisten entfielen auf den Fahrzeugbau mit fast 30%, gefolgt vom Maschinenbau mit 18%, dem Bereich Datenverarbeitung, Elektronik und Optik mit 12% sowie der Chemieindustrie mit 10%. Die Hälfte aller Patentanmeldungen stammte von nur sechs Großunternehmen: Bosch, Siemens, Infineon, Volkswagen, Continental und BASF. Während in der Automobilindustrie nur jede fünfte Erfindung im Ausland getätigt wurde, waren es im Maschinenbau und der Chemieindustrie mit rund 30% deutlich mehr. Die beiden wichtigsten Forschungsregionen im Ausland sind die Europäische Union und die USA mit Anteilen von 12 bzw. 9% an allen Erfindungen zwischen 2012 und 2014.

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