19.05.2020

Temperaturspannen von über 1.500K in einem Bild erfassen

HDR-Filterrad

Eine neue HDR-Funktion bei Wärmebildkameras ermöglicht dank eines Filterrades die kontinuierliche Aufnahme von Messszenarien mit Temperaturdifferenzen von bis zu 1.500K.


Mit der Wärmebildkamera ImageIR 8300 hp lassen sich Aufnahmen mit einer Temperaturspanne von bis zu 1.500K im Vollbild mit 640x512 IR-Pixeln und einer zeitliche Auflösung von 350Hz erstellen.
Bild: ©Vershinin-M/istockphoto.com / InfraTec GmbH

Wer mit einer Wärmebildkamera Temperaturen in einem sehr weiten Bereich messen möchte, geht üblicherweise in Etappen vor. Schrittweise werden zwischendurch die Neutraldichtefilter gewechselt. Abgestimmt auf eine bestimmte Temperaturspanne verhindern sie, dass IR-Strahlung zu hoher Intensität auf den Kameradetektor trifft und durch die Depolarisierung der Detektorpixel das Messergebnis verfälscht. Die neue Funktion High Dynamic Range (HDR) der Wärmebildkameraserie ImageIR macht solche Unterbrechungen überflüssig. Sie ermöglicht das kontinuierliche Aufnehmen von Messszenarien, die extrem voneinander abweichende Temperaturen aufweisen. Ausgangspunkt ist dabei ein schnelles Filterrad, das mit mehr als 5.000 Umdrehungen pro Minute rotiert. Das Rad bietet bis zu sechs Positionen für maximale Flexibilität bei anspruchsvollen Messaufgaben. Bei Aufnahmen im HDR-Modus werden mehrere Thermogramme mit verschiedenen Integrationszeiten und verschiedenen Filtern schnell aufeinanderfolgend aufgenommen und zu einem Gesamtbild mit hohem Dynamikumfang zusammengesetzt. Um die HDR-Funktion zu aktivieren, genügt das Auswählen eines zuvor definierten Kalibrierbereichs. Anschließend startet automatisch die Rotation des Filterrades und das Zusammensetzen des Thermogramms. Der Messbereich kann dabei eine Spanne von bis zu 1.500K umfassen. Im Falle der ImageIR 8300 hp lassen sich mit dieser Einstellung Aufnahmen im Vollbild mit 640x512 IR-Pixeln erstellen. Aufgrund der Synchronisierung der Bildwiederholrate der Kamera mit der Umdrehungsgeschwindigkeit des Rades ist eine zeitliche Auflösung von 350Hz realisierbar. Für jede Position der einzelnen Neutraldichtefilter ist eine eigene Integrationszeit und entsprechende Temperaturkalibrierung hinterlegt. Die Filter schwächen das Signal der Messobjekte im gewünschten Temperaturbereich ab, was Störeffekte sicher vermeidet. Nutzer erhalten kontrastreiche Aufnahmen in einem breiten Temperaturbereich, die eine hohe Messgenauigkeit auszeichnet. Zusätzlich zu Anwendungen mit extrem hohen Temperaturen eröffnet das Filterrad weitere Möglichkeiten für Messungen, in denen unterschiedliche Spektralbereiche erfasst werden müssen. So können Anwender statt Neutraldichtefiltern auch bis zu sechs Spektralfilter einsetzen.

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