03.09.2014

PwC-Maschinenbau-Barometer: Wachstumskurs hält an

Die deutschen Maschinenbauer schätzen ihre wirtschaftliche Entwicklung aussichtsreich ein. Sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene wird die aktuelle und zukünftige Wirtschaftslage positiv bewertet: 75% der Maschinenbauer geben hierbei eine zuversichtliche Einschätzung ab. Das geht aus der aktuellen Studie 'Maschinenbau-Barometer' der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor, für die 101 Führungskräfte aus dem Maschinen- und Anlagenbau befragt wurden.


Bild: Die Grafik stammt aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer von PWC, indem vierteljährlich Führungskräfte zur aktuellen Wirtschaftslage in Deutschland befragt werden.
Bild: PwC PricewaterhouseCoopers

In Bezug auf die eigene Branche dominiert weitestgehend das optimistische Stimmungsbild, trotz leichter Einschnitte gegenüber dem ersten Quartal. Hier rechnen 77% der befragten Führungskräfte mit einer positiven Umsatzentwicklung des Maschinenbausektors für 2014. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Die durchschnittliche Wachstumserwartung sinkt um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal auf 1,6%. Nach wie vor herrscht die größte Zuversicht der Maschinenbauer jedoch hinsichtlich der eigenen Unternehmensentwicklung im Vergleich zur Gesamtbranche. Unverändert sehen hier 90% der Befragten ihr Unternehmen mindestens auf Branchenniveau. Durchschnittlich beläuft sich das geschätzte Umsatzplus auf 3,9%.

Ausländische Konkurrenz als größte Herausforderung

Die Maschinenbaubranche erwartet, dass ihr Auslandsgeschäft in den kommenden zwölf Monaten ähnlich wie im Vorquartal einen Anteil am Gesamtumsatz von knapp 60% ausmachen wird. Dabei geben 72% der befragten Führungskräfte an, mindestens die Hälfte ihres Gesamtumsatzes aus dem Ausland zu generieren. Das sind vier Prozentpunkte mehr gegenüber dem Vorquartal. Demzufolge stellt die Wettbewerbssituation mit ausländischen Anbietern weiterhin die größte geschäftliche Herausforderung der deutschen Maschinenbauer dar. Der Mangel an Fachkräften und steigenden Personalkosten werden ebenfalls als zentrale Hindernisse für das Unternehmenswachstum genannt. Die Hälfte der befragten Maschinenbauer plant in den nächsten zwölf Monaten größere Investitionen, die sich im Schnitt auf einen Anteil von sieben Prozent des Gesamtumsatzes belaufen. Zentrale Ansatzpunkte für Investitionen zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition sind Ausgabenerhöhungen in den Bereichen F&E, Produkteinführungen, IT sowie die Expansion auf ausländischen Märkten.

Zukunftsthema 'Digitaler Vertrieb'

Beim Thema 'Digitaler Vertrieb' ergibt sich ein deutliches Stimmungsbild: Während die Hälfte der umsatzstärkeren Unternehmen (ab 1Mrd.] Umsatz) sowie ein Drittel der gemessen an der Mitarbeiterzahl größeren Unternehmen den 'Digitalen Vertrieb' als wichtig einstufen, scheinen die nach Mitarbeitern kleineren und umsatzschwächeren Unternehmen das Thema noch nicht auf der Agenda zu haben. Ebenfalls auffällig: Unternehmen, die ein Umsatzwachstum von mindestens fünf Prozent für das laufende Jahr gegenüber 2013 erwarten und die Entwicklung ihres Unternehmens über die der Gesamtbranche ansiedeln, stufen das Thema als relevant ein. "Die Digitalisierung verändert grundlegend den Vertrieb im Maschinen- und Anlagenbau und bringt große Chancen mit sich, die signifikante Investitionen in diesem Bereich rechtfertigen. Richtig konzipiert und eingeführt sorgen die damit verbundenen mobilen Lösungen durch neue Vertriebsprozesse, Kundenkontaktpunkte, Vertriebskanäle, eine verbesserte Kundenbindung und effizientere Prozesse für höhere Umsätze und niedrigere Vertriebskosten. Eine nachhaltige Neuausrichtung des Vertriebs hinsichtlich der Digitalisierung steht jedoch bei fast allen Unternehmen der Maschinen- und Anlagenbaubranche noch aus", stellt Dr. Nikolas Beutin, Partner des PwC-Bereichs Pricing, Sales & Marketing, fest.

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