22.05.2015

Platzsparend rangieren

Um den Aufwand bei der Verdrahtung von Sensoren und Aktoren gering zu halten, müssen Rangiersysteme platzsparend und schnell im Schrank installierbar sein. Für eine zeitsparende Montage sind daher zwei neue Rangiersysteme mit der inzwischen gängigen Push-in-Technik ausgestattet.

Autor: Dipl.-Ing. Sascha Struckmann, Phoenix Contact GmbH & Co. KG.


Gegenüber herkömmlichen Reihenklemmen haben Push-in-Klemmen den Vorteil, dass die Leiter zur Verdrahtung werkzeuglos in die Leiteraufnahme gesteckt werden. Die bis zu 50% geringeren Einsteckkräfte gegenüber anderen Techniken sorgen zudem für ein ermüdungsfreies Arbeiten. Die Handhabung mittels Direktstecktechnik reduziert die Verdrahtungszeit und ermöglicht eine schnellere Montage vorkonfektionierter und starrer Leiter mit Querschnitten von 0,34 bis zu 2,5mm². Somit entsteht eine sichere, gasdichte und rüttelfeste Verbindung, die durch Prüfungen gemäß DIN60947-7 im akkreditierten Labor von Phoenix Contact zertifiziert wird. Gelöst wird der Leiter durch Druck auf den signalfarbenen Betätigungsdrücker mit einem handelsüblichen Schraubendreher. Weil der Betätigungsdrücker eindeutig identifizierbar ist, kann auch ein Fehlstecken des Leiters ausgeschlossen werden. Gegenüber anderen Techniken wie Wire-Wrap und Termi-Point bieten die berührgeschützten Rangiersysteme keinerlei Gefahren mehr durch Kurzschluss zwischen den Pins oder durch Kurzschluss mit dem Metall des Montagewerkzeuges.

Individuelle Farbcodierung

Bei beiden neuen Rangiersystemen kann zudem eine Farbcodierung nach individuellen Wünschen erfolgen. Genauso gut kann man sich an den standardisierten Codierungen orientieren - etwa an den Farbcodierungen von Installationskabeln, wie sie in der DIN EN69100 oder in der VDE0815 definiert werden. Somit können Aderfarben dem richtigen Klemmpunkt zugeordnet oder bestimmte Bereiche durch Farben codiert werden. Aber auch im Fehlerfall bietet die farbliche Codierung Vorzüge: Weil aufgrund der Klemmbezeichnung die Ader- und Klemmpunktfarbe bekannt ist, wird eine Fehlverdrahtung schneller lokalisiert und behoben. Die farbliche Trennung kann auf unterschiedliche Bereiche angewendet werden - so können etwa die Funktionsbereiche Digitalein-/ausgang und Analogein-/ausgang sowie die Anwendungsbereiche Pumpe 1, Pumpe 2 usw. farblich strukturiert werden.

Vereinfachte Frontverdrahtung

Der vorwiegend zur Frontmontage genutzte Rangierverbinder ermöglicht aufgrund seiner Teilungsbreite von 8,3mm und Gesamtlänge von 100mm die Nutzung von bis zu 960 Signalen pro Schaltschrankmeter. Die Maße machen die Klemme zum kompaktesten Rangierverbinder mit Push-in-Anschlusstechnik im Markt. Um weiteren Platz einzusparen, wird ein Kamm zur Leiterführung an die Klemme montiert, der die Abdeckung eines Kabelkanals aufnehmen kann, wodurch man auch den Kabelkanal spart. Der Prüfabgriff in der Mitte des Rangierverbinders verhindert ein Fehlstecken und Fehlmessen, da die Prüfspitze eindeutig erkennbar zwischen den Leiteröffnungen gesetzt wird. Die 2,3mm große Prüföffnung kann auch mit herkömmlichen Prüfspitzen benutzt werden, da sie nicht von Leitern verdeckt wird. So ist es auch problemlos möglich, Messgeräte einzuschleifen und Testschaltungen aufzubauen. Auch zur Potentialverteilung steht eine Variante zur Verfügung, bei der Ströme bis zu 17,5A auf maximal 32 Klemmpunkte verteilt werden. Zur Einspeisung und für größere Querschnitte können mit einer brückbaren Klemme sogar Ströme bis 32A verteilt und pro Klemmstelle bis zu 17,5A abgenommen werden. Bei dieser Klemme werden Leiterquerschnitte bis zu 6mm² (inklusive Aderendhülse) eingespeist. Für den Rangierverbinder mit seinen vier oder acht Etagen ist eine vorbedruckte Beschriftung erhältlich, die sich teilungsfrei zwischen den Rangierverbindern einfügt.

Rangierwaben für modularen Aufbau

Wo es auf kurze Revisionszeiten ankommt, sind Rangierwaben das Mittel der Wahl. Ihre durchgängige Bauweise erlaubt ein Arbeiten von beiden Seiten des Schaltschrankes - und damit eine strikte Trennung von Automatisierungs- und Feldseite sowie Rangierseite. Das wabenförmige modulare Rangiersystem erlaubt auch eine Abweichung vom 19"-Maßstab nach DIN60297. Stattdessen kann ein eigener Standard definiert werden. Jeder Nutzer kann sein individuelles Konzept mit hoher Packungsdichte entwickeln und an seine Bedürfnisse anpassen. Durch das Verrasten der Elemente erfolgt eine polzahlgenaue Abbildung auf die vorhandenen Signale. Weil bei der Rangierwabe neben der Flansch-Montage auch eine Tragschienen-Montage möglich ist, kann sie auch für Kleinststeuerungen im Schaltschrank oder im Maschinengehäuse eingesetzt werden. Die Einzelelemente der Rangierwabe gibt es in elf Farben. Die Klemmen sind nach einem einfachen Verrastprinzip individuell zusammenstellbar und montierbar. Eine in Breite, Höhe und Farbe vorkonfektionierte Rangierwabe kann über den E-Shop bezogen werden. Bei der so selbstkonfigurierten Rangierwabe können auch die Abstände der Bohrlöcher und Aufrastpositionen individuell gewählt werden. Ausreichendes Befestigungsmaterial wird mit ausgeliefert. Lösungen in den Polzahlen 32, 48 und 80 können in kompakter Baugröße sowie in 19"-Größe vollständig vorgefertigt bezogen werden. Die vertikale Leiterführung macht die Verkabelung übersichtlich, und die Betätigungsöffnung ist immer frei zugänglich, da sie nicht von angeschlossenen Leitern verdeckt wird. Auch bei der Rangierwabe ermöglicht der 2,3mm große Prüfabgriff ein Messen und Testen mit gängigen Equipment.

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