Feb
20
2019

Elektroexporte steigen 2018 um 5%

Im Dezember 2018 haben die Exporte der deutschen Elektroindustrie mehr oder weniger stagniert: Mit 15,8Mrd.€ verfehlten sie ihren entsprechenden Vorjahreswert knapp um 0,3%. „Es war der erste Rückgang seit Juli 2016“, sagte ZVEI-Finanzexperte Dr. Andreas Gontermann. Im gesamten vergangenen Jahr legten die Branchenausfuhren hingegen um 5% auf 211,9Mrd.€ zu. „Zwar konnte damit der nunmehr fünfte Rekordwert in Folge erreicht werden, allerdings war das letztjährige Wachstum nur noch knapp halb so hoch wie 2017“, so Gontermann weiter. Die Elektroeinfuhren nach Deutschland nahmen im Dezember 2018 um 0,7% gegenüber Vorjahr auf 14,6Mrd.€ ab. Im Gesamtjahr stiegen sie dagegen um 4,4% auf 191,1Mrd.€. Der Exportüberschuss nahm 2018 – gegenüber 2017 – um gut 2Mrd.€, von 18,7 auf 20,8Mrd.€, zu. China war im vergangenen Jahr erneut der größte Exportabnehmer der heimischen Elektroindustrie: Die Branchenausfuhren ins Reich der Mitte legten um 10,3% auf 21Mrd.€ zu. Auf Platz zwei folgten wieder die USA, die 2018 deutsche Elektroexporte in Höhe von 17,8Mrd.€ aufnahmen (+4,3%). „Damit ist der Abstand zwischen den Ausfuhren in die beiden Länder inzwischen auf mehr als drei Milliarden Euro zugunsten Chinas gewachsen“, sagte Dr. Gontermann. „Bis 2013 und zuletzt 2015 lagen noch die Exporte in die USA vorne.“ Die Ränge drei bis zehn werden nach wie vor von europäischen Ländern besetzt − davon fünf aus dem Euro- und drei aus dem Nicht-Euroraum. Frankreich (+2,6% auf 13,7Mrd.€) bleibt drittgrößter Abnehmer vor den Niederlanden (+8,1% auf 11,4Mrd.€) und Großbritannien (-1,6% auf 11,1Mrd.€). Die zweite Hälfte der Liste der zehn größten Abnehmer wird belegt von Tschechien (+11,4% auf 10,3Mrd.€), Polen (+7,6% auf 10,3Mrd.€), Italien (+9,9% auf 10Mrd.€), Österreich (+3,9% auf 9,3Mrd.€) und Spanien (+3,5% auf 7Mrd.€). Die Ausfuhren der deutschen Elektroindustrie nach Großbritannien sind 2018 um 1,6% auf 11,1Mrd.€ gesunken. Es war der erste Rückgang seit dem globalen Krisenjahr 2009. Im Abnehmer-Ranking fiel das Land von Platz vier auf fünf zurück. 2017 hatten die Branchenlieferungen in das Vereinigte Königreich noch kräftig um fast 10% zugelegt. Zwischen 2010 und 2017 lag das durchschnittliche Exportwachstum bei 5% pro Jahr. „Aber trotz des Rückgangs im vergangenen Jahr haben sich sowohl die Abwertung des britischen Pfunds als auch die ökonomische Unsicherheit rund um den Brexit bislang erst vergleichsweise moderat auf die Nachfrage Großbritanniens nach elektrotechnischen und elektronischen Gütern aus deutscher Provenienz ausgewirkt“, so Gontermann.
Bild: Destatis und ZVEI-eigene Berechnungen
Bild: Destatis und ZVEI-eigene Berechnungen



www.zvei.org

Empfehlungen der Redaktion