Festo ist eines der vielen inhabergeführten Unternehmen in Deutschland, das über viele Jahre anhaltenden Erfolg verzeichnen kann. Von sich Reden gemacht hat Festo in den letzten Jahren insbesondere durch das Thema Bionik. Dabei geht es um die Entschlüsselung der \’Erfindungen\‘ aus der Natur und deren Übertragung und praktische Umsetzung in der Technik. Das aktuellste Projekt von Festo ist der Smart Bird, ein ultraleichtes Flugmodell (250g), mit dem der Vogelflug einer Möwe entschlüsselt und technisch umgesetzt wurde. Anfang Juni hatte ich im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz die Möglichkeit, Festo etwas näher kennenzulernen. Und da gab es etwas, das mich noch wesentlich mehr fasziniert hat, als der Smart Bird, nämlich eine klare Sicht für die Zukunft. Ich möchte einige der Themen aufgreifen, die Dr. Kriwet, Mitglied des Vorstandes von Festo, als Zukunftsthemen aufgezeigt hat, und an denen das Unternehmen offensichtlich auch arbeitet. Diese stellen eine gute Ergänzung zu meinem letzten Beitrag in Heft 06/2011 dar und ich halte seine Einschätzung für sehr realistisch. Automation in allen Lebensbereichen Die gesamte Automatisierungstechnik wird in immer mehr Bereichen außerhalb der Industrie zum Einsatz kommen. Neben der intelligenten Technik zur Haus-, Verkehrs- und Infrastruktursteuerung betrifft dies auch die Robotik. Zu sehen ganz aktuell bei einem Projekt, bei dem das Exzellenzcluster CoTeSys (Cognition for Technical Systems) in den Räumen der Intelligent Autonomous Systems Group (IAS) mit der Zubereitung eines Weißwurstfrühstücks die Leistungsfähigkeit der Robotertechnik aufzeigt (bei Youtube \’Bavarian Breakfast Robot\‘ eingeben). Roboter kommen immer mehr in Medizintechnik, Landwirtschaft, Handwerk und Haushalt zum Einsatz. Die Automatisierungstechnik ist immer stärker außerhalb der Produktionshallen anzutreffen. Produktion von Lebensmitteln Die stetig steigende Weltbevölkerung macht neue Strategien der Lebensmittelproduktion erforderlich. Einen zusätzlichen Schub bekommt diese Entwicklung durch den wachsenden Anspruch der Menschen in den Schwellenländern an ihre Lebensmittel. Für diese neuen Arten der Lebensmittelproduktion wird in hohem Maße Automatisierungstechnik benötigt. Für das Messen, Steuern und Regeln der Prozesse sowie die Integration in IT-Systeme. Einen kleinen Vorgeschmack dazu bietet das Precision Farming, bei dem es um eine signifikante Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft geht. Unter Zuhilfenahme von Technik, wie zum Beispiel GPS, wird der Pflanzenanbau optimiert, die Bearbeitung automatisiert und die ganzen Prozesse dokumentiert. Energieeffizienz führt zu technologischen Verschiebungen Die weitere zunehmende Bedeutung des Themas Energieeffizienz führt zu Verschiebungen in der technologischen Landschaft. Die Bedeutung von Mechanik und Hydraulik wird weiterhin deutlich sinken. Auch die Pneumatik wird Marktanteile an die Elektronik verlieren, jedoch nicht in der Geschwindigkeit und dem Maße wie Mechanik und Hydraulik. Geregelte elektrische Antriebe mit hohem Wirkungsgrad verdrängen mehr und mehr ineffiziente Technologien. Bei einem Besuch bei der Firma SEW wurde mir berichtet, dass es bei einer Anwendung gelungen ist, durch den Einsatz moderner Antriebstechnik, 50% Energieeinsparung zu erzielen. Dies ist für mich ein deutliches Signal dafür, dass es in diesem Bereich noch ein großes Potenzial gibt, das es zu erschließen gilt. Die Konsequenz daraus ist, dass sich klassische Pneumatik-Hersteller wie Festo immer mehr in Richtung elektrische Automatisierungstechnik entwickeln werden. Die stark steigenden Umsätze von Festo mit elektrischer Antriebstechnik sind ein klarer Beleg dafür. Komplexes handhabbar machen Wie bereits in Markt-Trend-Technik von Heft 06/2011 genannt, ist das Thema \’easy to use\‘ ein ganz zentrales Erfolgskriterium für Automatisierungshersteller. Die Komplexität der Technologien und deren Zusammenspiel wird weiter zunehmen. Diese Komplexität ist nur noch mit einer Technik handhabbar, mit der es gelingt, Komplexes für den Anwender einfach nutzbar zu machen. Dies betrifft alle Bereiche der Technik, in einem besonderen Maße aber die Software. Ein ganz wesentlicher Grund für den Erfolg von Apple liegt genau in diesem Bereich. Als das iPhone auf den Markt gekommen ist, waren andere Hersteller in Sachen komfortabler Bedienung um Jahre zurück. Die steigende Bedeutung des Themas Usability ist der Grund für uns, warum Sie im SPS-Magazin zukünftig vermehrt zu diesem Thema lesen werden. Zunehmende Bedeutung der Prozessindustrie Die bereits jetzt schon sehr große Bedeutung der Prozessindustrie wird weiter zunehmen. Die genannten Themen Lebensmittelproduktion und gedruckte Elektronik sind ganz praktische Beispiele dafür. Auch der gesamte Bereich der Pharmazie wird weiter wachsen. Ich wohne in einer Gegend, in der es eine ganze Reihe von Herstellern von Verpackungsmaschinen für die Pharmaindustrie gibt. Denen geht es seit vielen Jahren blendend und viele davon haben von der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009/2010 nur am Rande etwas mitbekommen. Konsequent zukunftsorientiert In fünf bis zehn Jahren werden erfolgreiche Automatisierungshersteller zusätzlich in ganz anderen Märkten aktiv sein, als sie es heute sind. Der Markt der Fertigungsautomation wird dann nur noch einer von vielen sein. Speziell für Hersteller, die bereits jetzt über ein breites Produktspektrum verfügen und international erfolgreich tätig sind, sieht die Zukunft rosig aus. Vorausgesetzt, sie setzen sich heute aktiv mit diesen Zukunftsthemen auseinander und richten das Unternehmen konsequent auf die Zukunft aus. Dies scheint bei Festo der Fall zu sein. Es wird spannend sein, den Werdegang des Unternehmens in den nächsten Jahren etwas näher zu verfolgen. Viele Grüße Martin Buchwitz Chefredakteur SPS-Magazin
Automatisierung in neuen Märkten Die konsequente Ausrichtung auf zukünftige Marktentwicklungen ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg
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