Nach Angaben des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI) wächst der kumulierte Jahresumsatz im laufenden Jahr mit Produkten, Systemen und Dienstleistungen der elektrischen Antriebstechnik voraussichtlich um weitere 7% auf 9,25Mrd. Euro an. Wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung habe der Export, der aus heutiger Sicht um 8,4% auf 4,9Mrd. Euro zulegen werde. Schon im Jahr 2005 habe der Umsatz mit einem Plus von 6,9% die Erwartungen deutlich übertroffen. Aussicht für 2007 Die Erwartungen der Industrie für das erste Halbjahr 2007 sind gut. Nach Angaben des Zentralverbandes zeigen die Exportzahlen weiter nach oben. Die Inlandsnachfrage habe sich deutlich erholt. Sorgen bereite der starke Importzuwachs aus China von fast 40% im laufenden Jahr und der damit einhergehende steigende Wettbewerbsdruck im Inlandsmarkt. Nach den besonders im Inland mageren Jahren um die Jahrtausendwende hat die Industrie die Produktionskapazitäten nach unten angepasst. Besonders im arbeits- und materialintensiven Motorenbereich käme es nun zu drastisch erhöhten Lieferzeiten. Der Kapazitätsengpass betreffe alle Stufen der Fertigungskette von der Materialbeschaffung über die Produktion bis zur Qualitätsprüfung und Auslieferung. Der Ingenieur- und Fachkräftemangel erschwere die Situation zusätzlich. Einzelne Marktsegmente Ein Drittel des Branchenumsatzes entfallen laut ZVEI auf Kleinmotoren, 28% auf Industriemotoren und 20% auf Antriebselektronik. Der Rest sind Gleichstrommotoren und Zubehör bzw. Motorenteile. Das Marktsegment Niederspannungs-Drehstrommotoren profitiere von der Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland. \“Nach einem Plus von 8% im Jahr 2005 deutet sich für 2006 ein nochmaliger Anstieg um 9% auf 1,85Mrd. Euro an\“, sagte Günter Baumüller, Vorsitzender des Fachbereichs \“Elektrische Antriebe\“ auf der Jahrestagung 2006 des Fachverbandes Automation. Noch kräftigere Zuwächse von 20% und darüber seien bei großen Maschinen für den Anlagenbau zu verzeichnen. Auch Frequenzumrichter blieben auf dem langjährigen Wachstumspfad. Dem Plus von 5% im Jahr 2005 folge 2006 ein weiterer Umsatzzuwachs von voraussichtlich 13% auf 1,38Mrd. Euro. Das Geschäft mit Software und Dienstleistungen, mittlerweile rund ein Fünftel des Branchenumsatzes, wachse ebenfalls um schätzungsweise 5%. Gleichstrom- und Kleinmotoren Bei den Kleinmotoren sei erstmals seit vielen Jahren ein kleiner Einbruch von knapp 3% zu verzeichnen. Das sei im wesentlichen auf eine rückläufige Nachfrage aus dem Automotive-Bereich zurückzuführen. Wie Günter Baumüller erklärte, zeichne sich im laufenden Jahr wieder eine leichte Erholung von plus 1% auf knapp 2,4Mrd. Euro ab. Das Interesse an Gleichstrommotoren nimmt weiter zu, stellt der ZVEI fest. Die Substitution durch Drehstrom ist offensichtlich weitgehend abgeschlossen. Der langjährige Abwärtstrend hatte 2002 die Talsohle durchschritten. Seither habe sich die Produktion wieder um ein Viertel erhöht. Für 2006 geht der ZVEI von einem Produktionsanstieg von 8% auf 114Mio. Euro aus. (afs)
ZVEI: Elektrische Antriebe drehen auf
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