APL-Technologie für explosionsgeschützte Bereiche
Um auch im explosionsgeschützten Bereich (Zonen 0, 1 und 2) die hohen Anforderungen an die Daten- und Leistungsübertragung erfüllen zu können, existiert mit Advanced Physical Layer (APL) ein eigener SPE-Standard. Diese Lösung findet z.B. in der Prozessindustrie Anwendung. Dabei wird der 10BASE-T1L-Standard aus der IEEE802.3cg zusammen mit dem IECTS 60079-47, 2021-03 (2-WISE) Standard (2-WISE = 2-Wire Intrinsically Safe Ethernet) verwendet. So sind Methoden des Explosionsschutzes inklusive der Eigensicherheit sichergestellt.
Mit dieser Technologie können auch große Distanzen (Trunk-Länge bis 1000m, Spurs bis 200m) überbrückt werden. Zudem stellt die Interoperabilität von Geräten und Systemen verschiedener Hersteller kein Problem dar. So lassen sich zahlreiche Zusatzdaten z.B. für Maßnahmen wie Predictive Maintenance erfassen und analysieren. Für Industrien wie aus dem Öl-, Gas- und Chemiesektor bieten sich mit APL zahlreiche Vorteile. Es lassen sich dadurch sichere und effiziente Netzwerke planen, die zukunftssicher sind. Aber es können mit dieser Technik auch bestehende Anlagen unter Einbindung vorhandener Verkabelungen und Ethernet-Protokolle wie Ethernet/IP, HART-IP, OPC UA und Profinet kostengünstig modernisiert werden.

Reichweitenvorteile für den Energiesektor
Aber auch im Bereich regenerativer Energien spielt SPE seine Stärken aus. Diese Energiequellen unterliegen Schwankungen und erfordern einem smarten Umgang mit Energie und Netzen. Intelligentem Datenmanagement kommt dementsprechend eine hohe Bedeutung zu. Ob bei Windenergie- oder Photovoltaikanlagen, die erzeugte Energie muss zu jeder Zeit gemessen und intelligent ins Energienetz eingespeist werden. Dabei stellen sich besondere Anforderungen. Von der Gondel bis zum Boden sind z.B. bei modernen Windenergieanlagen oft über 100m zu überbrücken. Mit üblichen kupferbasierten Ethernet-Verbindungen ist diese Distanz nicht möglich. Betreiber weichen heutzutage daher noch auf Glasfaser- oder drahtlose Lösungen aus. Auch in Solarparks oder bei ‚Power to Grid/Gas‘-Anlagen kommen Entfernungen von mehr als 100m vor; durch seine erhöhte Reichweite punktet SPE hier ebenfalls.
Kompaktere Verbindungstechnik in der Gebäudeautomation
In Gebäuden wird die eingesetzte Technik immer intelligenter. Damit lassen sich Komfort, Sicherheit und Effizienz steigern, zudem macht der nachhaltige Umgang mit Energie ein intelligentes Gebäudemanagement notwendig. IoT-Geräte wie Sensoren, Thermostate oder Kamerasysteme wollen in Neubau und Bestandsgebäuden ganzheitlich gesteuert werden. Eine kontinuierliche Kommunikation ist dabei jedoch erforderlich, um auf Anforderungen und Änderungen jederzeit reagieren zu können. Single Pair Ethernet bietet sich auch für diesen Anforderungsbereich an. Dabei sind die SPE-Komponenten platzsparender als bisher übliche RJ45-Steckverbinder. Mit Blick auf den steigenden Bedarf an Verbindungstechnik im Haus, die mit der zunehmenden Digitalisierung und wachsendem Einsatz smarter Technik erforderlich wird, ist eine mögliche höhere Anschlussdichte natürlich ein wichtiges Argument.
Über den 10BASE-T1S-Standard mit Multidrop-Fähigkeit ist auch eine Linientopologie realisierbar, wie man sie von klassischen Busstrukturen her kennt. Die Verbindung ‚springt‘ somit von Gerät zu Gerät und stellt ein wirtschaftliches Netzwerk her. Licht-, Temperatur-, Rauch- oder Luftsensoren sowie Steuerungen für Fenster und Rollläden werden so einfach realisiert. Die Vereinheitlichung von OT und IT auf derselben Plattform eröffnet eine größere Produktauswahl, vereinfacht die Wartung und senkt die Kosten.
Vorteile für zahlreiche Anwendungsfälle
SPE bietet dank seiner Leistungskennzahlen und -rahmenbedingungen in vielen Anwendungsbereichen Vorteile. Dabei ist der Einsatz nicht nur auf neugeplante Systemkonstruktionen beschränkt, es können auch bestehende Strukturen in der IP-basierten Kommunikation modernisiert werden. SPE überzeugt dabei mit seiner Datenübertragung, Reichweite und Potenzial zur hohen Anschlussdichte.

Phoenix Contact hat schon früh die Möglichkeiten erkannt und durch proaktive Entwicklungsarbeit und zahlreichen Kundenprojekten einen umfassenden Erfahrungsschatz in unterschiedlichen Anwendungsfällen aufgebaut. Hiervon profitieren heute zahlreiche Kunden. Umso mehr, wenn es sich um individuelle Lösungen handelt. Als Partner für die Integration von SPE bietet das Unternehmen zahlreiche Services zur Technologie. Dabei kennen sich die Expertinnen und Experten mit den unterschiedlichen Geräteschnittstellen genauso aus wie mit der Verkabelung zu aktiven Netzwerkkomponenten. Dank des umfassenden Produktportfolios gibt es verlässliche SPE-Lösungen, die kompatibel sind und ihre Leistungsfähigkeit bereits nachgewiesen haben. Mit dem M12-Hybridsteckverbinder der Serie Onepair für SPE wurde noch eine Lösung für anspruchsvolle IIoT-Anwendungen nachgelegt. Er kombiniert Daten und Leistung in einem System. Mit zwei Stromkreisen von 2x 8A und bis zu 63V sind Übertragungsraten sogar bis zu 1GBit/s möglich. Durch das Hybrid-Design spart der robuste Stecker zudem Platz. Durch die Unterstützung von Phoenix Contact profitieren Kunden von SPE als Schlüsseltechnologie und setzen sie zukunftssicher für ihre individuellen Anforderungen ein.
















