Übernahmen sind ein zweischneidiges Schwert: Sie bringen zwar neue Möglichkeiten, aber auch jede Menge Veränderungen mit sich. So blieb beispielsweise durch den Siemens/ETM-Deal das offene DCS-System YesControl der Eisenstädter auf der Strecke. \“In diesem Produkt stecken sicher um die 40 Jahre Entwicklungszeit, und jetzt ist es natürlich schade, dass das eingestellt worden ist. Andererseits war diese Entscheidung ein logischer Schritt. Wir bieten zwar mit PVSS eine absolute Ergänzung zu den Siemens-Produkten, aber bei YesControl gab es eben Überschneidungen\“, zeigt sich ETM-Geschäftsführer Bernhard Reichl verständnisvoll, obwohl das Timing aus seiner Sicht garantiert nicht das Beste war: YesControl befand sich nämlich gerade in der Markteinführungsphase. Trotz dieses Verlustes sind die Eisenstädter mit ihrer neuen Mutter sehr zufrieden. Schließlich erleichtert Siemens den Zugang zu großen internationalen Projekten. So partizipiert ETM beispielsweise gerade an einem Auftrag der New Yorker U-Bahn. Die Zukunft von PVSS scheint also gesichert. Siemens steht voll und ganz hinter diesem Produkt, und ab Oktober gibt es eine neue Version: \“Die 3.7 punktet vor allem mit ihrem integrierten Sicherheitskonzept, welches garantiert, dass die Kommunikation mit einem PVSS-System absolut sicher vor Hackern ist. PVSS findet sich in vielen Anwendungen, die stark geografisch verteilt sind, zumindest teilweise über öffentliche Netze gehen und wo man sich dann darauf verlassen muss, dass diese gut abgeschottet sind. Wir lösen dieses Problem nun direkt im Produkt, d.h. wir verschlüsseln unsere Messages und stellen mit einem speziellen Mechanismus sicher, dass wir auch tatsächlich mit einer PVSS-Software und nicht mit irgendeinem Trojaner kommunizieren\“, verrät Reichl. Ein weiteres Thema, dem sich ETM mit einem speziellen Tool widmet, ist das Wartungsmanagement. Mit der Advanced Maintenance Suite lassen sich beispielsweise wiederkehrende Anlagenmuster bei Störungen erkennen. \“Hier geht es im Sinne einer vorausschauenden Wartung darum, zu wissen, wie lange welches Gerät gelaufen ist, welche Fehler aufgetreten sind, wie diese behoben wurden, welche Ersatzteile am Lager liegen usw. Mit diesem übergeordneten Wartungsmanagement werden alle Instandhaltungsmaßnahmen geplant, an die zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet, kontrolliert, analysiert und dokumentiert\“, zählt der ETM-Geschäftsführer auf. Das Gute daran: Dieses Produkt ist nicht nur für PVSS-Anwender gedacht, sondern es soll auch Usern anderer Scada-Systeme als hilfreiches Werkzeug dienen.
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