Im Bionic Learning Network, dem Verbund von Festo mit Hochschulen, Instituten und Entwicklungsfirmen, haben Ingenieure technische Konzepte und industrielle Anwendungen nach dem Vorbild der Natur erforscht und weiterentwickelt – dies zur Hannover Messe 2012 insbesondere in Hinblick auf zukünftige Produktions- und Arbeitswelten. Im Rahmen einer Online-Pressekonferenz präsentierte Dr. Heinrich Frontzek, Leiter Corporate Communication bei Festo, gleich zwei Projekte, die neue Technologien und Lösungen für die Automatisierungstechnik erschließen und zugleich den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen begegnen: die ExoHand und die Smart-Inversion. Die ExoHand von Festo ist ein Exoskelett, das wie ein Handschuh angezogen werden kann. Mit ihr lassen sich Finger aktiv bewegen, die Kraft in den Fingern verstärken sowie Bewegungen der Hand aufnehmen und in Echtzeit auf Roboterhände übertragen. Ziel sei es, die Stärke und Ausdauer der menschlichen Hand zu verbessern, den menschlichen Handlungsspielraum zu erweitern und die Unabhängigkeit auch in hohem Alter zu gewährleisten. Der Nutzen für Festo liege in der Erweiterung der Erkenntnisse der Mensch-Technik- Kooperation für die Automatisierungstechnik um das Know-how auf dem Gebiet der Fernmanipulation und der Kraftverstärkung. Das Projekt SmartInversion ist ein mit Helium gefülltes Flugobjekt, das einer Würfelkette gleicht und sich durch seine eigene Umstülpung fortbewegt. Die endlose, rhythmisch pulsierende Umstülpbewegung wird Inversion genannt. Die intelligente Kombination von extremem Leichtbau, elektrischen Antrieben sowie Steuerungs- und Regelungstechnik macht die unendlich fortbewegende Inversion in der Luft möglich. Das Helium kompensiert die Schwerkraft der Würfelkette und erzeugt so den Auftrieb des Flugobjekts. 2.130l Helium werden für etwa 2.334g Auftrieb benötigt, um das Objekt im Luftraum fortzubewegen. Der Vortrieb wird durch die Inversion des Objektes erzeugt. Bisher beruhe die Lösungsorientierung von Festo auf den mechanischen Prinzipien der Rotation und Translation. Drehantriebe, Stellmotoren sowie pneumatische und elektrische Schwenkantriebe funktionieren nach dem Prinzip der Rotation. Linearachsen und Parallelgreifer sind Beispiele für die translative Kinematik. Diese Morphologie könne nach Aussagen von Festo erweitert werden um die Inversion. Hannover Messe Halle 15, Stand D07
Weitere Schritte in Sachen Bionik
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