Bei einem Wireless-Sensornetzwerk kommen Kleinstsensoren mit einer sogenannten Embedded Intelligence Software zum Einsatz, die bestimmte Aufgaben wie z.B. Überwachungsfunktionen übernehmen. Die Embedded-Überwachung umfasst einen breiten Anwendungsbereich, darunter jene Applikationen, bei denen Leistung oder Infrastrukturbeschränkungen eine drahtgebundene Lösung kostenaufwendig, schwierig oder sogar unmöglich machen. Wireless-Sensornetzwerke können neben drahtgebundenen Systemen genutzt werden, um ein vollständiges drahtgebundenes und drahtloses Mess-, Steuer- und Regelsystem zu erstellen. Ein WSN-System ist gut geeignet für eine Anwendung wie die Umgebungsüberwachung, bei der eine langfristige Lösung zur Erfassung von Wasser-, Boden- oder Klimamessungen erforderlich ist. Bei öffentlichen Versorgungsbetrieben, die die Bevölkerung mit Strom und Wasser versorgen, bieten Wireless-Sensoren eine kostengünstige Methode zur Erfassung von Daten über den Systemzustand. Damit kann der Energieverbrauch gesenkt und vorhandene Ressourcen können effektiver genutzt werden. Bei der Strukturüberwachung helfen Wireless-Sensoren, Autobahnen sowie Brücken und Tunnel effektiv zu überwachen. Diese Systeme eignen sich ebenso zur kontinuierlichen Überwachung von Bürogebäuden, Krankenhäusern, Flughäfen, Fabriken, Kraftwerken und Produktionsanlagen. WSN-Systemarchitektur Bei einer üblichen WSN-Architektur werden die Messknoten eingesetzt, um Messungen wie Temperatur, Spannung oder sogar gelösten Sauerstoff zu erfassen. Diese Knoten sind Teil eines Wireless-Netzwerks, die vom Gateway verwaltet werden, welches Netzwerkaspekte wie z.B. Client-Authentifizierung und Datensicherheit steuert. Das Gateway sammelt die Messdaten von jedem Knotenpunkt und verschickt sie über eine drahtgebundene Verbindung (meist Ethernet) an einen Host-Controller. Dort kann Software, wie z.B. die grafische Entwicklungsumgebung NI LabView, weitergehende Verarbeitungen und Analysen ausführen und die Daten nach bestimmten Bedürfnissen präsentieren. Strom- und Netzwerkstandards Ein WSN-Messknoten umfasst etliche Komponenten, darunter Funkgerät, Batterie, Mikrocontroller, Analogschaltkreis und Sensorschnittstelle. Bei batteriebetriebenen Systemen sind Kompromisse einzugehen, da höhere Datenraten und häufige Funkgerätnutzung mehr Strom verbrauchen. Umfangreiche Forschungen bringen immer neue Entwicklungen bei Batterie- und Stromverwaltungstechnologien hervor. Bei WSN-Anwendungen muss eine Batterie oft drei Jahre oder länger Energie bereitstellen. Deshalb basieren viele heutige WSN-Systeme auf ZigBee- oder IEEE802.15.4-Protokollen, denn diese Kommunikationsbausteine zeichnen sich durch einen geringen Energieverbrauch aus. Das Protokoll IEEE802.15.4 definiert die physikalische und die Medium-Access-Control-Schicht im Netzwerkmodell und bietet Kommunikationsmöglichkeiten im 868- bis 915MHz- sowie im 2,4GHz-ISM-Band und Datenraten bis zu 250kb/s. ZigBee baut auf den 802.15.4-Schichten auf, um Sicherheit, Zuverlässigkeit durch vermaschte Netzwerktopologien und Interoperabilität mit anderen Geräten und Standards zur Verfügung zu stellen. ZigBee ermöglicht zudem benutzerdefinierte Anwendungsobjekte oder -profile, die innerhalb des Protokolls Anpassung und Flexibilität erlauben. Neben einer möglichst hohen Kapazität und langen Lebensdauer müssen Größe, Gewicht und Verfügbarkeit der Batterie sowie internationale Standards für den Batterievertrieb in Betracht gezogen werden. Aufgrund ihrer niedrigen Kosten und weiten Verbreitung finden Zink-Kohle- und Alkali-Batterien häufig Anwendung. Techniken zur Nutzung von in der Umwelt vorhandener Energie werden in Wireless-Sensorsnetzwerken auch immer häufiger. Mithilfe von Geräten, die Solarzellen oder Wärme aus ihrer Umgebung nutzen, kann der Einsatz von Batterien reduziert oder sogar überflüssig werden. Trends bei Prozessoren Um die Lebensdauer der Batterie zu verlängern, schaltet sich ein WSN-Knoten nur zeitweise ein, um Daten zu erfassen und zu übertragen, indem die Funkschnittstelle aktiviert wird und schaltet sich danach wieder ab, um Energie zu sparen. Das WSN-Übertragungsverfahren muss ein Signal möglichst effizient übertragen und das System mit minimalem Stromverbrauch danach wieder herunterfahren. Ebenso muss sich der verwendete Prozessor initialisieren und selbständig zurück in den Ruhezustand versetzen können. Die Trends bei Mikroprozessortechnologien für WSN-Systeme gehen hin zu gesenktem Stromverbrauch bei gleichbleibender oder höherer Prozessorgeschwindigkeit. Der Kompromiss zwischen Energieverbrauch und Verarbeitungsgeschwindigkeit ist ein Schlüsselfaktor bei der Auswahl eines WSN-Prozessors. Daher sind PowerPC- und ARM-basierte Architekturen eine eher ungeeignete Option für batteriebetriebene Geräte. Eine gängigere Architekturoption ist der TI MSP430 MCU, welcher für den stromsparenden Betrieb konzipiert ist. Je nach Prozessor kann der Stromverbrauch im Ruhemodus zwischen 1 bis 50µW umfassen. Im eingeschalteten Zustand liegt er zwischen 8 bis 500mW. Netzwerktopologien Zur Koordination des WSN-Gateways, der Endknoten und der Routerknoten können verschiedene Netzwerktopologien genutzt werden. Routerknoten sind ähnlich wie Endknoten, da auch sie Messdaten erfassen können. Sie können aber auch eingesetzt werden, um Daten von anderen Knotenpunkten weiterzuleiten. Die erste und einfachste Topologie ist die Sterntopologie, bei der jeder Knoten einen einzelnen, direkten Kommunikationspfad mit dem Gateway aufrechterhält. Diese Topologie ist einfach, schränkt aber die Gesamtentfernung ein, die mit dem Netzwerk erreicht werden kann. Um die Entfernung zu vergrößern, die ein Netzwerk abdecken kann, kann eine Cluster- bzw. Baumtopologie implementiert werden. In dieser komplexeren Architektur behält jeder Knoten einen einzelnen Kommunikationspfad zum Gateway bei, kann aber andere Knoten nutzen, um seine Daten auf diesem Pfad weiterzuleiten. Diese Topologie weist jedoch ein Problem auf. Falls ein Router-Knoten ausfällt, dann verlieren alle Knotenpunkte, die von diesem Router-Knoten abhängen, ebenfalls ihre Kommunikationspfade zum Gateway. Die vermaschte Netzwerktopologie löst dieses Problem, indem redundante Kommunikationspfade zur Steigerung der Systemzuverlässigkeit genutzt werden. In einem vermaschten Netzwerk erhalten die Endknoten mehrere Kommunikationspfade zurück zum Gateway aufrecht, so dass bei Ausfall eines Router-Knotens das Netzwerk die Daten automatisch über einen anderen Pfad leitet. Die vermaschte Topologie ist zwar sehr zuverlässig, weist aber eine erhöhte Netzwerklatenz auf, weil die Daten mehrmals weitergereicht werden, ehe sie zum Gateway gelangen. Vorteile eines Wireless-Sensornetzwerks von NI Mithilfe der WSN-Plattform von National Instruments kann eine typische WSN-Architektur benutzerspezifisch angepasst und erweitert werden, um so ein komplettes drahtgebundenes und drahtloses Messsystem für die Anwendung zu erstellen. Die NI-Softwareintegration bietet die Flexibilität, einen Windows-basierten Host-Controller für das WSN-System zu verwenden. Möglich ist auch ein Real-Time-Controller, wie beispielsweise NI CompactRIO, so dass man rekonfigurierbare I/Os in seine Wireless-Messungen integrieren kann. Mit beiden dieser Host-Controller kann man NI LabView und die NI-WSN-Software mit LabView-Projektintegration und Drag&Drop-Programmierung nutzen, um sein WSN-System einfach zu konfigurieren, hochwertige Messdaten zu extrahieren, Analysen durchzuführen sowie seine Daten zu präsentieren. Außerdem ist es durch die LabView-Integration möglich, die Anbindung des WSN von der Unternehmens- und Datenbankebene bis hin auf das Internet und sogar auf Client-Geräte für Endnutzer, wie z.B. iPhone oder Laptop, auszuweiten. Man kann diese komplette Systemarchitektur nutzen, um Daten von praktisch überall her mit einem Wireless-Sensornetzwerk von NI zu erfassen, diese Daten auf einem Server zu verarbeiten und bereitzustellen sowie anschließend bequem und dezentral von einem drahtlosen Smart-Gerät auf sie zuzugreifen. SPS/IPC/Drives:
Technologie der Zukunft Wireless-Sensornetzwerke
-
Retrofit für die Industrie 4.0
So lassen sich alte Steuerungen wirtschaftlich OPC-UA-fähig machen
Viele Produktionsanlagen arbeiten noch mit Steuerungen, die seit Jahrzehnten zuverlässig ihren Dienst verrichten. Für Industrie-4.0-Anwendungen müssen diese Systeme jedoch zunehmend in moderne Datenarchitekturen eingebunden werden. Retrofit-Lösungen ermöglichen es,…
-
KI perfektioniert Phishing-Angriffe – von personalisierten Mails bis zu Voice Cloning
Wenn Maschinen Vertrauen imitieren
Die KI generiert nicht nur immer neue Hacker-Tools, sondern verbessert die Glaubwürdigkeit von Phishing Mails durch perfide Tricks. Doch auch die Gegenseite rüstet sich mit KI-Tools gegen digitale…
-
Interview: Wie neue EU-Regularien Maschinenbauer zu sicheren Kommunikationsarchitekturen zwingen
„Cybersecurity ist heute keine Option mehr“
Mit neuen regulatorischen Vorgaben wie dem Cyber Resilience Act steigt der Druck auf Maschinenbauer und Gerätehersteller, Cybersecurity systematisch in ihre Produkte zu integrieren. Gleichzeitig eröffnet eine sichere Kommunikationsinfrastruktur…
-
IO-Link-Safety-Lösungen
Mit der Kombination robuster Sicherheitskomponenten und IO-Link Safety ermöglicht Euchner eine durchgängige, sichere Kommunikation in der Automatisierung – auf dem gesamten Weg von der Steuerung bis zum Sensor…
-
Im Interview: Wie NI und DataTec den europäischen Testmarkt neu denken
Vom Messgerät zur Datenplattform
Beim Besuch von National Instruments bei DataTec tauschten sich Ritu Favre, President Test & Measurement bei Emerson, und Markus Kohler, Vorstand DataTec, über aktuelle Entwicklungen im europäischen Test-…
-
Skalierbare IPC-Plattform
Spectra bietet mit der MD-3000-Serie von Cincoze eine modulare Embedded-Computer-Plattform an, die speziell…
-
ABB Robotics ernennt neuen Cluster-Manager für DACH-Region
ABB Robotics hat Marc-Oliver Nandy zum Cluster-Manager für die DACH-Region ernannt.
-
Für sichere Maschinennetzwerke
Industrial Security-Gateway und Maschinenfirewall
Sichere Maschinennetzwerke werden mit den aktuellen Vorgaben der Europäischen Maschinenverordnung und der IEC62443…
-
Spürbarer Dämpfer in den Bestellungen
Maschinenbau-Auftragseingang im Februar
Der Auftragseingang im Maschinenbau ist im Februar abermals gesunken und die Stimmung der…
-
Für die DACH-Region
Schneider Electric: Neuer Vice President Secure Power
Schneider Electric hat Marco Geiser zum neuen Vice President Secure Power DACH ernannt.
-
Yaskawa strukturiert Führungsspitze in Europa um
Yaskawa hat eine Neustrukturierung der Geschäftsführung in seiner europäischen Zentrale vorgenommen.
-
Ifo-Konjunkturumfrage
Unternehmen planen mit höheren Preisen
Deutlich mehr Unternehmen in Deutschland planen mit höheren Preisen.
-
Ann Fairchild neue CEO
Siemens USA unter neuer Leitung
Siemens hat Ann Fairchild zur neuen Geschäftsführerin von Siemens USA ernannt.
-
IO-Link Safety: Sicherheit vernetzt im Feld
Die Automation ändert sich rasant – sicherheitstechnische Anforderungen ebenso. Mit IO-Link Safety entsteht…
-
Mit integrierter Sicherheitstechnik
MDR-Controller für die Intralogistik
Die IP54-geschützten MDR-Controller EP741x von Beckhoff sind je nach Bedarf mit und ohne…
-
Lebensmittelkonformer Oberflächenschutz
Aluminium-Antriebe
Mit NXD Tuph von Nord Drivesystems können Anwender auch in hygienesensiblen Applikationen von…
-
Für datenintensive Industrieumgebungen
1HE-Rack-PC
Für PXI-Testsysteme, Echtzeitanwendungen und die Industrieautomation sind hohe Datenraten, geringe Latenzen und flexible…
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt…
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und…
-
Seit März
Hannover Messe erhält eigenen Geschäftsbereich
Zum 1. März hat die Deutsche Messe einen eigenständigen Geschäftsbereich eingerichtet, der sich…
das könnte sie auch interessieren
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
-
















