Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Bedeutung der Messe Achema ist unumstritten. In den Tageszeitungen, Fachzeitschriften und auf den Homepages von Unternehmen besteht kein Zweifel daran, dass sie die weltgrößte und bedeutendste Leitmesse der chemischen Technik und Prozessindustrie ist. Über 4.000 Aussteller und die erwartete Besucherzahl aus den vorangegangenen Jahren von 180.000 geben der wirtschaftlich angespannten Lage ordentlich kontra. Hinzu kommt, dass sich die Achema mit ca. 46% Auslandsanteil nicht nur als internationaler Ausstellungskongress versteht, sondern Internationalität vorlebt: In Deutschland mag sie vielleicht nur alle drei Jahre stattfinden, wechselt sich jedoch jährlich mit den anderen bedeutenden Ländern der Branche wie China (Achemasia) und Mexico City (Achemamerica) ab. Auf keinem vergleichbaren Event eröffnet sich für Anbieter sowie Anlagenbetreiber die Möglichkeit, über moderne Anlagenkonzepte zu diskutieren – und technisch am Puls der Zeit zu bleiben ist bekanntlich eine Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit. Der rückläufige Auftragseingang in der Prozessautomatisierung fordert förmlich von Unternehmen, diese Messe als Chance zu begreifen und der Situation gegenzusteuern. Die Prozessautomatisierung profitiert eindeutig davon, dass sie von langlebigen Trends bedient wird. Beispielsweise Themen wie Energieeffizienz und Umweltschutz sind Ziele, die sich die Prozessautomatisierung auf die Fahne geschrieben hat. Im übrigen sind es nach ZVEI-Angaben genau diese Branchen, neben der Kraftwerkstechnik, Öl & Gas sowie Wasser- und Abwassertechnik, die sich eben nicht rückläufig entwickeln, sondern besser als der Durchschnitt. Mit einem erwarteten Jahresgeschäft für die Prozessautomatisierung von -8 bis -12% bleibt diese Branche also immer noch eine tragende Säule der deutschen Industrie. So wie in den vergangenen Jahren des Booms die Produktionssteigerung von Anlagen der Anspruch an die Automatisierung war, verlagert sich dieser nun in Zeiten der Rezession. Heute sind Automatisierungslösungen zur Verbesserung der Produktionsprozesse, z.B. bezüglich Flexibilität, Qualität, Effizienzsteigerung und Kosten gefragt. Die Einsparungen, die allein durch Prozessautomation in Produktionsanlagen erzielt werden können, liegen bei 10 bis 15%. Wenn alle Prozessteilnehmer, Verfahrens- und Automatisierungstechnik, an einem Strang ziehen, liegt das Einsparpotenzial sogar bei 25%. Im übrigen ist auch hier Entwarnung angesagt: Der vom ZVEI prognostizierte Umsatzrückgang in der Automation beträgt für das Gesamtjahr gerade mal 5 bis 10%. Nutzen Sie, liebe Leser, also das Potenzial dieser bedeutenden Messe und ebenfalls diese Sonderausgabe, um gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen der vorliegenden Lektüre und – bleiben Sie interessiert. Ihre Chrissanthi Nikolakudi cnikolakudi@sps-magazin.de
Achema 09: Nutzen Sie die Chance
TeDo Verlag GmbH
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