Individualität und Mobilität

Die zwei Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Mobilität in industriellen Umgebungen ist das Einbeziehen der Anwender und die Erweiterung der Systeme – auch als \’wert- und benutzerorientierte Philosophie\‘ bezeichnet. Das Einbeziehen der Anwender bedeutet, dass sie Dashboards, Berichte und andere Daten jederzeit selbst konfigurieren und individuell anpassen können. Eine Erweiterung der Systeme heißt, dass industrielle Informationssoftware HTML5 und andere Technologien unterstützt, um die Anwendung von Mobilgeräten an die jeweiligen Anforderungen anpassen zu können. Reissner erläuterte drei wesentliche Schritte, wie dies zu erreichen ist:

1. Bieten Sie den Anwendern rollen- und benutzerbasierte Tools. Anwender müssen die Systeme sofort auf ihre individuellen Bedürfnisse anpassen können. \“Mobilität bedeutet auch, dass der Anwender nicht denselben Bericht wie 50 andere Kollegen abrufen möchte, sondern einen auf Ihre Informationsanforderungen zugeschnittenen\“, so Reissner.

2. Gestalten Sie die Zusammenarbeit innovativer und kooperativer. Dabei geht es darum, dass der Mitarbeiter nicht von einer Maschine gesagt bekommt, was gerade passiert, sondern dass ein abteilungsübergreifender Austausch stattfindet. Schaffen Sie einen Rahmen, in dem sich Bedienpersonal mit Technikern absprechen, oder Mitarbeiter standortübergreifend zusammenarbeiten können. \“Anwender möchten nicht nur eine Benachrichtigung erhalten. Bei Auftreten eines Alarms können Bediener anhand vorhandener Analyseoptionen mögliche Fehlerursachen beurteilen und entsprechend eingreifen. Beispielsweise beinhaltet eine Trendanalyse im Anhang der Alarmmeldung mögliche Ursachen und deren Behebung\“, führt Reissner weiter aus.

3. Erweitern Sie bestehende Systeme und nutzen Sie moderne Technologien wie HTML5. Damit können bestehende Ansichten sicher und logisch angeordnet auf beliebigen Mobilgeräten individuell zugeschnitten angezeigt werden, einschließlich bereits auf Computern gespeicherte Berichte. Damon Purvis, Produktmanager bei Rockwell Automation, erklärt: \“Wir erleichtern das Ganze durch benutzerfreundliche Namensgebung für Parameter und Daten. Anwender können diese einsehen, speichern und veröffentlichen. Sie können auf einem iPad Berichte erstellen und diese auf ihrem iPhone oder Android-Gerät abrufen.\“ Purvis erläutert dies an folgendem Beispiel: \“Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in der Kunststoffverarbeitung. Ihre Hauptsorge als Manager ist, ob die Anlage läuft. Fällt ein Extruder aus, möchten Sie nicht nur wissen, ob er wieder läuft, sondern auch wann. Dabei beschleunigt es die Reparaturen jedoch nicht, wenn Sie immer wieder nachfragen. Jetzt können Sie einfach auf Ihrem Mobilgerät nachschauen, um sich über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren.\“ Laut Purvis können Anwender selbst Parameter auswählen, Kurven erstellen und in ihrem eigenen Dashboard speichern. Sie können die Informationen dann in der mobilen Applikation bearbeiten, Inhalte bequem kombinieren und das alles innerhalb von Sekunden anstatt von Stunden. Entscheidungsträger haben Zugang zu Datenansichten, die sie bestmöglich unterstützen, die alle relevanten Informationen beinhalten und somit den gesamten Anlagenbetrieb effizienter gestalten. \“Wenn mir etwas gefällt, kann ich es in meinen Favoriten speichern und beim nächsten Mal direkt aufrufen, ohne den ganzen Vorgang wiederholen zu müssen\“, ergänzt er. Bergemann erwartet sich von dieser Art des Datenzugriffs, dass erfahrene Mitarbeiter ihr Know-how effizienter einsetzen und dass Fachkräfte, die nicht direkt an der Maschine sind, ihre Expertise einfließen lassen können. \“Selbst wenn sie eventuell zu Hause sind, können sie mit den Mitarbeitern vor Ort dennoch ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen.\“ Systementwickler können darüber hinaus den Zugriff steuern. \“Selbst Anwender, die von Excel überzeugt sind, finden Gefallen daran und arbeiten gern damit. Es ist ein neues Paradebeispiel für Visualisierung und Berichterstellung\“, fügt er hinzu. In MES-Umgebungen (Manufacturing Execution System) haben diese mobilen Möglichkeiten denselben Effekt. Sie erleichtern mobilen Anwendern die Arbeit und stellen gleichzeitig den Verfahrensablauf sicher.

Zusammenarbeit ist entscheidend

Mobilität steht nicht nur für das Verlagern von anlagen- oder maschinenbasierten Funktionen auf Mobilgeräte. Mobilität ermöglicht vielmehr standortübergreifende Zusammenarbeit. Mit moderner industrieller Informationssoftware lassen sich Probleme schneller und wirkungsvoller lösen bzw. sogar ganz vermeiden. Aufgrund zunehmender Mobilität und Personalisierung können Mitarbeiter binnen Sekunden unterschiedliche Daten, Anzeigen und Konfigurationen erstellen, ohne erst Unterstützung seitens der IT-Abteilung anfordern zu müssen. Indem sie entscheiden, wie, wann und wo Informationen bereitgestellt werden, können sie ihre Arbeit, den Einsatz der Anlagen und den gesamten Geschäftsbetrieb optimieren.

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