Oder noch pointierter ausgedrückt könnte man sagen: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Das gilt für Menschen genauso wie für Maschinen. Die nächste zeitgemäßere Version steht bereits vor der Tür und wartet nur darauf, dass man ihr Einlass gewährt. Aber ist das Neue tatsächlich immer besser als das Alte? Hat tatsächlich alles ein unwiderrufliches Ablaufdatum? Gibt es nicht vielleicht doch einen goldenen Mittelweg zwischen am vorhandenen Vertrauten festhalten und loslassen? Den gibt es: Retrofitting. Wenn die Mechanik älterer Modelle noch in guter Verfassung ist, zahlt es sich meist aus, nur bei der Automatisierungs- oder Steuerungstechnik und nicht gleich bei der gesamten Maschine oder Anlage \’rausschmeißend\‘ Hand anzulegen. Die entscheidenden Vorteile solch einer partiellen Verjüngungskur: Es kommt billiger. Und zwar um einiges. Je nach Leistungsumfang macht ein Retrofitting meist nicht mehr als 20 bis 60 % der Kosten einer Neuanschaffung aus. Außerdem kann man in vielen Fällen schrittweise, ohne größere Stillstandszeiten um- bzw. aufrüsten. Allerdings muss man beim Thema Retrofit vorab eines wissen: \’Was macht meine alte Maschine und was will ich mit der Modernisierung alter Produktionsanlagen erreichen. Dann reißt man der alten Maschine das Herz heraus, gibt ihr ein Neues und hofft, dass es schlägt\‘, liefert Karl-Heinz Stichling von Baumüller einen treffenden bildhaften Vergleich. Er selbst brachte bereits etliche \’Herz-Transplantationen\‘ erfolgreich hinter sich. Vor allem in Druckmaschinen. Assis-tiert wurde ihm dabei von PVSS. Denn Offenheit ist das Wichtigste, wenn man dem Ruf der Zeit nicht trotzen, sondern klugerweise folgen will. (Sandra Winter)
Aus Alt mach Neu
‚Nicht was der Zeit widersteht, ist dauerhaft, sondern was sich klugerweise mit ihr ändert.‘
Unbekannter Autor
Sandra Winter – Edelfeder
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