Aus Beijer wird Lauer Zwei HMI-Spezialisten bündeln ihre Stärken

Die Kernkompetenz sowohl von Beijer als auch von Lauer ist die Entwicklung von Human-Machine-Interface-Lösungen (HMI). Die Kombination der internationalen Aufstellung von Beijer Electronics mit der starken Marke Lauer ist sicherlich einer der offenkundigsten Vorteile dieser Akquisition. Göran Sigfridsson, CEO und Präsident von Beijer Electronics, betonte bei der Übernahme, dass der Kauf von Lauer die Präsenz von Beijer-HMI-Produkten auf dem deutschen Markt um ein Vielfaches verstärke. Das Interesse am deutschen Markt ist verständlich, bedenkt man, dass rund 40% des europäischen HMI-Umsatzes von rund 495Mio.E in Deutschland liegen. Zusammenführung Nun gehen die Schweden den nächsten Schritt und konsolidieren ihre Produkte und Marken. Der Markenname Beijer wird in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden vollständig durch die Marke Lauer ersetzt. Seit Beginn 2008 gibt es demnach nur noch eine deutsche Organisation, bei der die Marke Lauer im Vordergrund steht, Beijer Electronics ist der Konzern dahinter. Neben der Organisationsstruktur werden auch die Produkte zusammengeführt. Wachstumsziele Gemeinsam sei man unter den Top 5 im HMI-Markt. \’Der gemeinsame Marktanteil ohne IPCs beträgt 8%\‘, sagt Anders Nilsson Schening, Leiter Produkte und Marketing bei Beijer Electronics in Schweden. Gemeinsam erweitert man aber nicht nur seinen Marktanteil, sondern auch das nationale und internationale Vertriebsnetz, die Märkte (z.B. in Richtung Schiffsbau) und natürlich die Produktpalette. Man wolle die gemeinsame Stärke auch im Bereich Forschung und Entwicklung nutzen, erläutert Nilsson Schening. Lauer wird eines von weltweit drei Entwicklungszentren der Beijer Electronics Group sein. Strategisch verfolge man das Ziel, zum stärksten unabhängigen HMI-Hersteller zu werden, erläutert Dirk Hartmann, Marketingleiter bei Lauer. Die Marktanteile – auch in Nischenmärkten – sollen ausgebaut und der Umsatz binnen der nächs­ten drei bis vier Jahre verdoppelt werden. Weiterhin wolle man auch durch strategische Zukäufe wachsen, so Hartmann weiter. Der Kauf der Firma Westermo, Spezialist für industrielle Datenkommunikation, hat zwischenzeitlich gezeigt, was damit gemeint ist. Produktportfolio Durch die Akquisition gibt es im zusammengelegten Produktportfolio zunächst Überschneidungen, die sukzessive zusammen geführt werden sollen. Beide Unternehmen bieten Standardprodukte für den Serienmarkt und Sonderlösungen für spezielle Marktsegmente und Key-Kunden. Ausgehend von dieser klaren Definition der Produktsegmentierung und der Positionierung werden die Produkte auf drei technischen Plattformen basieren: Basic HMI, Premium HMI und Premium Plus HMI. Dahinter verbergen sich Produkte, die man auch bisher schon aus einem der Unternehmen Beijer oder Lauer kannte. Basic HMI beispielsweise sind Panels mit den wesentlichen HMI-Funktionen für kostengüns­tige HMI-Lösungen, die aus dem Produktportfolio der taiwanesischen Beijer-Tochter Hitech stammen. Die Geräte der LXT-Serie repräsentieren die Premium HMI-Klasse und sind auf dem deutschen Markt bisher unter dem Namen Exter vertrieben worden. Sie bieten umfangreiche HMI-Funktionen, durchgängige Kommunikation und ein IF-prämiertes Design. Ebenfalls zu dieser Gruppe zählen die Bedienterminals der WOP-iT Serie. Premium Plus-HMI sind die aktuellen Lauer-Panel-PCs auf Basis eines Embedded Betriebssystems. Sie bieten höchste HMI-Performance, Erweiterbarkeit, geringe Leis­tungsaufnahme und Langzeitverfügbarkeit. Wirft man einen Blick in die Zukunft, dann ist für die nächste Zeit die Vereinheitlichung der Engineering-Plattform angedacht. Auf .Net-Basis soll ein Werkzeug entstehen, mit dem es möglich sein wird, Projekte zwischen den unterschiedlichen Leistungsklassen Basic, Premium und Premium Plus auszutauschen und dem Anwender ein einheitliches Werkzeug bietet, egal, auf welcher Plattform er gerade arbeitet. Fazit Die Übernahme von Lauer durch Beijer ist ohne Zweifel ein geschickter Schachzug von Beijer Electronics gewesen. Aber auch die Lauer-Kunden profitieren von dem Zusammengehen der beiden Unternehmen. Insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer, deren Kunden überall auf der Welt verteilt sind, können Vorteile aus dem globalen Vertriebsnetz der Beijer Electronics-Gruppe ziehen. Die lokale Stärke der Firma Lauer sorgt für entsprechenden Support vor dem Kauf und bei der Durchführung von Projekten. Schließlich profitieren alle Lauer-Kunden von den fast 70 Entwicklern, die die Beijer Electronics-Gruppe weltweit beschäftigt. Und 13 davon ganz nah, nämlich nach wie vor in Unterensingen. (kbn)