Natürlich hat die Automatisierung schon immer ihren Beitrag zu einem reduzierten Materialeinsatz geleistet. Durch die zusätzliche ökologische Dimension steht eine Automatisierungslösung nun zusätzlich hinsichtlich ihrer Energiebilanz sowie ihres generellen Ressourceneinsatzes auf dem Prüfstand. In der Konsequenz heißt dies jedoch, dass eine Maschine in Zukunft alle drei Anforderungen hinsichtlich Produktivität, Qualität und Effizienz erfüllen muss. Diese Entwicklungen spiegeln sich seit jeher auch in den Arbeitsbeziehungen wider: Der Akkordlohn ist die Erfindung, die zwar einen hohen Ausstoß bringt – unter Umständen jedoch Einschränkungen hinsichtlich der Qualität. Erst Entlohnungssysteme, die sich an den \’Gutteilen\‘ orientieren, bringen hohen Ausstoß und hohe Qualität hervor. Die Umstellung von der Fließfertigung auf teamorientierte \’Lean-Production\‘ hat die Verantwortung und das Wissen des einzelnen Mitarbeiters in den Produktionsprozess integriert. Dies könnte sich auch vorteilhaft auf die Ökobilanz einer Produktion auswirken. Denn bereits seit einiger Zeit ist in modernen Produktionsunternehmen ein Trend zu beobachten, der auch Effizienz im Hinblick auf Energie und Material in ein Entlohnungssystem einbezieht. Noch sind solche Gehaltsanteile eher kleine \’Boni\‘ im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Sie sorgen jedoch für ein hohes Eigeninteresse der Belegschaft an einer effizienten Produktion, von der letztlich alle profitieren: das Unternehmen, die Mitarbeiter, die Kunden und die Umwelt. Dem Thema \’Green Automation\‘ widmen wir in dieser und der folgenden Ausgabe (zur HannoverMesse) einen ausführlichen Schwerpunkt, der zunächst einmal versucht, möglichst viele Aspekte des Themas zu beleuchten. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre Ihr Kai Binder kbinder@sps-magazin.de Kasten: Leseempfehlung Unsere April-Ausgabe bietet viele spannende Highlights, die Sie auf keinen Fall überblättern sollten. Also merken Sie sich am besten direkt folgende Seiten vor: Schwerpunkt Green Automation Seite 26 Wie man lernen kann, energieeffizient zu produzieren Seite 32 Interview: Franz Kaufleitner von B&R spricht über Integrated Safety Technology Seite 40 Neue Marktübersicht: Kennzeichnungssysteme Seite 47 Produktübersicht Feldbusprodukte Seite 64 Neue Drehgeber Seite 105 2D-Codes in der Produktionsumgebung lesen Seite 111
Automatisieren in 3 Dimensionen
Nachdem sich die Automatisierung von Maschinen und Anlagen in ihren Anfangstagen vor allem darauf konzentriert hat, mehr von allem zu produzieren, ist im Laufe der Jahre das Bewusstsein dafür entstanden, dass nicht nur die Stückzahl, sondern auch deren Qualität entscheidend ist. Mit \’Green Automation\‘ rückt nun ein weiterer Aspekt bei der Produktion ins Zentrum der Aufmerksamkeit, nämlich der ökologische. Dabei geht es einerseits um die Reduzierung von Materialeinsatz, andererseits um die generelle Reduzierung des Energieverbrauchs.
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