Anwendungen der Automatisierung und der Prozessindustrie stellen dabei besondere Anforderungen. An erster Stelle sind in dieser Hinsicht die Zuverlässigkeit und die Sicherheit eines Ethernet Systems zu nennen. Beide Kriterien sind neben den eigentlichen Systemeigenschaften entscheidungsrelevant für einen industriellen Einsatz. Bei Verlust der Sicherheit oder der Zuverlässigkeit ist ein Betrieb einer Anlage oder Maschine im Normalfall nicht möglich. Weil es sich beim Design eines Kommunikationssystems häufig darum handelt, ob eine Information schnell oder zuverlässig übertragen werden kann, stehen die Systemdesigner immer wieder vor dieser prinzipiellen Entscheidung. Nur wenn Daten schnell und zuverlässig übertragen werden, ist eine Übertragung für Sicherheitsapplikationen sinnvoll einsetzbar. Daher ist bei SafetyNet p die Sicherheit der Kommunikation von Anfang an zentrales Thema. Robuste Anschlusstechnik Basierend auf den Erfahrungen der industriellen Feldbusse und vom Etherneteinsatz in der Bürowelt, ist die Anforderungsliste an ein industrielles Ethernet wie SafetyNet p als eine Weiterentwicklung der innovativen Eigenschaften beider Systemwelten zu verstehen. Die positiven Aspekte der Feldbusse sind die Robustheit und Einfachheit der Kommunikation sowie der Anschlusstechnik. Außerdem hat sich in der Industrie die Linientopologie als hauptsächliches Verkabelungsprinzip etabliert. Die verschiedenen Geräte lassen sich einfach am jeweils benachbarten Gerät anschließen. Eine Sternverkabelung, wie sie derzeit in der Bürowelt üblich ist, ist in einer Automatisierungsumgebung nicht praktikabel. Andererseits ist in der Bürowelt das dynamische Hinzufügen oder Entfernen von Teilnehmern (z.B. Laptops in Besprechungsräumen) längst üblich. Für die Automatisierung ist dies insbesondere für Service, Wartung und Diagnose erforderlich. Ebenso stoßen Anwendungen mit wechselnden Teilnehmern wie z.B. Flurförderfahrzeugen vermehrt auf Interesse. SafetyNet p unterstützt daher sowohl die bekannte robuste Anschlusstechnik mit den etablierten Steckverbindern, wie beispielsweise in M12-Bauform, als auch die kostengünstige IP20-Verkabelung in Form von RJ45-Steckern im Schaltschrank. Durch geeignetes Design der SafetyNet p Geräte und der Kommunikationsstruktur können SafetyNet p Teilnehmer sowohl als Linie, als auch als Baum oder Stern miteinander verbunden werden. Die Linienstruktur ist dabei ohne zusätzliche Komponenten immer möglich. Werden Abzweige benötigt, kommen kostengünstige Standard Ethernet-Switches zum Einsatz. An diesen Switches sowie an freien Schnittstellen der einzelnen SafetyNet p Geräte können mobile Teilnehmer für Wartung oder Diagnose angeschlossen werden. Dabei kann es sich nicht nur um SafetyNet p Geräte handeln, sondern auch um handelsübliche Laptops oder andere #Office#-Geräte. Echtzeit ist gefordert Bei der Entwicklung gilt es auch hohe Echtzeitanforderungen zu berücksichtigen. Insbesondere im Motion-Control-Bereich, das heißt der Steuerung von Antrieben, sind sehr schnelle Zykluszeiten des Netzwerks erforderlich. Für die meisten Anwendungen werden Zykluszeiten (Zykluszeit = Zeit, in der jeder Teilnehmer mit allen anderen Teilnehmern kommunizieren konnte) von etwa 1ms ausreichend sein. Hier kann die SafetyNet p Variante des RTFN (Real time frame network) zum Einsatz kommen. Das Konzept des RTFN sieht vor, dass jeder Teilnehmer direkt mit allen anderen kommuniziert. Für jeden Produzenten von Daten wird hierbei eine individuelle Verbindung zu jedem seiner Abonnenten aufgebaut und überwacht. Dies gestattet sowohl unterschiedliche Überwachungszeiten für jede individuelle Funktion, als auch die Co-Existenz mit jedem Standard Ethernet Protokoll. Andere industrielle Ethernet-Protokolle, sofern sie IP kompatibel sind, lassen sich auf diese Weise selbstverständlich ebenso im gleichen Ethernet einsetzen. Werden kürzere Zykluszeiten benötigt, wie beispielsweise in der Regelschleife innerhalb eines Antriebs, gestattet die Verwendung der SafetyNet p Variante RTFL (Real time frame line) Zykluszeiten bis zu 62,5µs. Um Kollisionen mit anderen Ethernet Diensten zu vermeiden, ist dies nur in abgeschlossenen Teilnetzen möglich. Andere Dienste bekommen in RTFL Bandbreite in dem Bereich zugewiesen, der für die Echtzeit nicht benötigt wird. Hierdurch können auch im RTFL Service Laptops über TCP/IP mit den verschiedenen Geräten kommunizieren. Anders als beim RTFN agiert beim RTFL ein Teilnehmer als RD (root device). Dieser Teilnehmer initiiert eine zyklische Verbindung mit allen anderen Teilnehmern, die dann die gewünschten Daten publizieren oder abonnieren. Gleichzeitig fungiert das RD als Schnittstelle zu einem übergeordneten RTFN Netzwerk. Dezentrale und modulare Steuerungsarchitektur Die derzeit in der Industrie anzutreffenden zentralen Steuerungsstrukturen mit einer zentralen SPS für eine Fertigungszelle ist sowohl bei größeren, als auch bei kleineren Systemen nicht optimal. SafetyNet p favorisiert daher eine dezentrale Steuerungsarchitektur. Hierfür wird keine zentrale Steuerung benötigt, da die Teilnehmer autark miteinander kommunizieren. Auf diese Weise ist es möglich, die funktionalen Module einer Anlage zu verkleinern, während gleichzeitig die gesamte Anlage größer wird. Das bietet den Vorteil, dass Inbetriebnahme und Tests einfacher und übersichtlicher werden und sich letztlich der Aufwand für die Inbetriebnahme und Wartung reduziert. Zusätzlich können intelligente Systeme, wie Antriebe oder Roboter, die Steuerung von einzelnen Teilen einer Anlage mit übernehmen, ohne die Anschaffung einer zusätzlichen Steuerung für den entsprechenden Anlagenteil erforderlich zu machen. Bei der Installation der Gesamtanlage gilt es nur noch, die einzelnen Module miteinander zu koppeln und die übergeordneten Informationen (wie z. B. Anlagen Not-Aus) miteinander zu verlinken. Die Modularität bietet auch bei nachträglichen Erweiterungen oder Re-Designs die Garantie, dass die vorhandenen Systeme nicht überlastet werden, da die zusätzlichen Funktionen von den zusätzlichen Geräten abgedeckt werden. Damit entfällt die Notwendigkeit, #Erweiterungsplatz# in der Steuerung oder an den Klemmen für spätere Änderungen schon am Anfang mit zu planen und zu berücksichtigen. Offenheit Wie schon beim sicheren Feldbussystem SafetyBus p ist auch bei SafetyNet p die Offenheit des Systems durch die unabhängige Nutzerorganisation Safety Network International e.V. gewährleistet. Die Mitgliedschaft steht jedem Hersteller offen und jedes einzelne Mitglied kann Produkte für und mit SafetyNet p entwickeln und nutzen. Auf diese Weise entsteht, wie schon bei SafetyBus p, ein vielfältiges System, in das jedes Unternehmen seine besonderen Fähigkeiten einbringen kann: von Antriebsexperten über Sicherheitsexperten bis hin zu Spezialisten für Sensoren. Die Ethernet-Lösung SafetyNet p verbindet die Expertise der Mitgliedsunternehmen zu einem sicheren System.
Ethernet in der Automatisierung: SafetyNet p bietet mehr als Sicherheit
-
Automatica findet 2027 erstmals in China statt
Die Automatica, die Leitmesse für intelligente Automation und Robotik, wird vom 8. bis 10. März 2027 erstmals in China im Shanghai New International Expo Centre(SNIEC) stattfinden.
-
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen ist. Das MX-System ermöglicht die schaltschranklose Automatisierung von Maschinen und Anlagen und eröffnet so neue…
-
Modularer Differenzdrucksensor
Der Sensor MUDS von Müller ist zur Erfassung von Differenzdrücken in flüssigen und gasförmigen Medien ausgelegt.
-
… RFID bei Turck?
Vor zehn Jahren präsentierte Turck in der Titelstory des SPS-MAGAZINs einen wegweisenden Ansatz: RFID-Lösungen direkt ins Feld zu bringen, Daten dezentral vorzuverarbeiten und ohne zusätzlichen Aufwand an ERP-,…
-
Mobiler Flugzeugsimulator ermöglicht realistische Trainingseinsätze direkt am Flughafen
Realistische Feuerwehr-Simulation steigert Sicherheit am Flughafen
Das Unternehmen Fire Go setzt auf Automatisierungslösungen von Mitsubishi Electric zur Steuerung ihrer mobilen Flugzeugbrandsimulatoren. Mit dieser Technologie schafft der deutsche Hersteller eine Umgebung für realistische Brandschutzübungen für…
-
Automationsbaukasten beschleunigt die Entwicklung additiver Fertigungsanlagen bei SBI
Vier Monate bis zur Serienmaschine
In wenigen Monaten zur erfolgreichen Gesamtmaschinen-Automation: SBI, Spezialist für Plasmaschweißen, realisiert auf dieser Basis auch Anlagen für die additive Fertigung von Metallteilen. Für die Maschinenautomatisierung nutzt das Unternehmen…
-
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die…
-
Anzeige
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei…
-
Aimtec beruft Bohuslav Dohnal in den Aufsichtsrat
Das Pilsener Technologie- und Beratungsunternehmen Aimtec hat mit Bohuslav Dohnal ein neues Mitglied…
-
Anzeige
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen…
-
All About Automation Friedrichshafen mit Besucher- und Ausstellerzuwachs von 20%
Persönliche Gespräche, kurze Wege, konkrete Lösungen und eine gute Messeatmosphäre prägten die All…
-
Elektro- und Digitalindustrie: Stabiler Start ins Jahr 2026
Mit Beginn des laufenden Jahres hat sich das Auftragswachstum in der deutschen Elektro-…
-
Präzise Positionieren
Wenn Anwendungen sicher stillstehen, exakt anlaufen und dauerhaft zuverlässig arbeiten sollen, zählt jeder…
-
Temperatursensoren für die Elektromobilität
Delta-R hat sich auf die Entwicklung und Fertigung kundenspezifischer Temperatursensoren spezialisiert und produziert…
-
Teststation mit 3D-Scanning-Laservibrometern
Mit RoboVib Bench präsentiert Polytec eine optische Teststation, die die experimentelle Modalanalyse von…
-
Optische Sensoren im Miniformat
Mit den Modellen OTQ80470, OTQ80475 und OTQ80477 erweitert IPF sein Portfolio optischer Sensoren…
-
Robuster Durchflusssensor mit IO-Link
Turck ergänzt seine Fluidsensor-Serie FS+ um den Durchflusssensor FS501.
-
Glasfaser-Steckverbinder für präzise Feldterminierungen
Panduit stellt mit OmniSplice eine neue Generation fusionsgespleißter Glasfaser-Steckverbinder vor, die u.a. in…
-
de Jonge zeigt Inline-KI EdgeBrain auf der Hannover Messe 2026
Retrofit ohne Stillstand: KI direkt im Datenpfad
De Jonge präsentiert auf der Hannover Messe 2026 (Halle 11, Stand B41) sein…
-
Pyrometer-Serie erweitert
Optris kündigt die Erweiterung ihres CTi-Pyrometer-Portfolios mit der Einführung der neuen Modelle CTi…
-
Intelligente Mehrkomponentenaufnehmer
Um den Umgang mit immer komplexer werdenden Systemen zu erleichtern, arbeitet GTM daran,…
-
Bosch Rexroth zeigt Batterierecycling im Application Park der Hannover Messe 2026
Vernetzte Wertschöpfungskette von der Zelle bis zum Recycling
Bosch Rexroth präsentiert auf der Hannover Messe 2026 (Halle 26, Application Park –…
-
iTac zeigt KI-basierte Entscheidungsintelligenz auf der Hannover Messe 2026
KI bringt Entscheidungsintelligenz in die Fabrik
iTAC Software präsentiert auf der Hannover Messe 2026 (Halle 15, Stand E18) KI-gestützte…
-
German Edge Cloud zeigt KI-Assistenz für Industrial Engineering auf der Hannover Messe 2026
Wissen sichern und Entscheidungen beschleunigen
German Edge Cloud präsentiert auf der Hannover Messe 2026 (Halle 16, Stand A16)…





















